Kryptowährungen wie Bitcoin sind derzeit in aller Munde. Dahinter steckt jedoch noch etwas anderes, sehr viel Größeres: die Blockchain-Technologie, ohne die Kryptowährungen gar nicht möglich wären. Die Blockchain-Technologie hat schon heute eine Revolution und Neugestaltung von verschiedenen Märkten und Branchen verursacht. Auch die Gesundheitsbranche wird langfristig nicht darum herumkommen.
Man müsse sich die Technologie in etwa so vorstellen wie das Internet in seiner Anfangsphase, sagen Experten. Heute könnte sich kaum jemand vorstellen, ohne zu leben, doch vor gut 20 Jahren war das noch gar nicht selbstverständlich.
Das heißt auch, dass die disruptive Wirkung der Blockchain-Technologie sich in Zukunft immer weiter verstärken wird, bis sie schließlich alle Märkte betrifft, auch den Gesundheitsmarkt. Zeit also, auch in der Gesundheitsbranche mal einen genaueren Blick auf diese Technologie zu werfen.
Wir tun dies in zwei Schritten: Zunächst einmal erklären wir Dir ausführlich, was Blockchain ist, wie sie funktioniert und was für Potenziale sie birgt. Im zweiten Teil, den Du im internen Bereich findest, schauen wir uns dann ganz genau an, welche Folgen das für den Gesundheitsmarkt haben kann und ob die Blockchain vielleicht auch Risiken für den Gesundheitsmarkt birgt.

 

Die Blockchain-Technologie

Laut Experten kann man sich die Blockchain als chronologisches, elektronisches Register digitaler Datensätze vorstellen, als eine dezentrale Datenbank oder auch einfach ein Protokoll, das alle Bewegungen und Veränderungen aufzeichnet.
Klingt kompliziert? Brechen wir es mal herunter. Jeder so genannte Block steht für eine teilnehmende Partei. Alle diese Parteien sind über ein Netzwerk aus Rechnern verbunden. Handelt nun eine der teilnehmenden Parteien in irgendeiner Form (kauft etwas, entscheidet etwas etc.), wird diese Handlung in einem Datensatz festgehalten und in der Blockchain verankert, so als hätte man einen langen Faden, auf den man immer mehr Perlen auffädelt. So entsteht nach und nach eine Kette – die Blockchain. Diese Handlungen können Aktionen oder Transaktionen sein, in jedem Fall sind sie aber für alle teilnehmenden Parteien sichtbar als Datensatz in der Blockchain verankert. Jede einzelne Perle, also jeder Block (Datensatz aus Aktionen) kann von allen Teilnehmern zu jeder Zeit absolut transparent eingesehen werden. Die Parteien sehen also nicht nur Anfang und Ergebnis einer Transaktion, sondern auch jeden Zwischenschritt, egal wer ihn ausgeführt hat.
Das ganze System der Blockchain beruht auf der Dezentralität. Das heißt, es gibt nicht eine große Partei, sondern jede teilnehmende Partei hat die gleichen Rechte und die Struktur gleicht einer direkten Demokratie.
Mithilfe eines Schlüsselpaares kann man sich Zugang zu der Blockchain verschaffen. Hierbei gibt es für jede teilnehmende Partei einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Der private Schlüssel funktioniert in etwa wie ein Zugangscode oder eine digitale Unterschrift. Nur mit diesem kann eine Aktion innerhalb der Blockchain durchgeführt werden.

Die drei Säulen der Blockchain-Technologie

Die Blockchain ermöglicht drei neuartige Systeme, die wiederum die Blockchain-Technologie an sich einzigartig machen: die Kryptowährung, Smart Contracts und DAO (Dezentrale Autonome Organisation). Kryptowährungen wie Bitcoin dürfte inzwischen jeder einmal gehört haben. Smart Contracts dagegen weniger. Ein Smart Contract reguliert sich selbstständig, sobald er angestoßen wurde. Beide Vertragsparteien geben vorher, wie in einem herkömmlichen Vertrag, ihre Bedingungen ein und sobald eine Partei ihre erfüllt hat, gibt der Smart Contract selbstständig den nächsten Schritt frei. Beispiel: Sobald das Geld auf meinem Konto angekommen ist, weiß der Smart Contract dies und schaltet das elektrische Schloss am gekauften Fahrrad auf.
DAO hingegen ist eine vollständige Organisationsform zwischen autonomen Subjekten. In dieser Form können Menschen sogar mit Geräten kooperieren. Die Smart Contracts leiten und definieren die durchgeführten Handlungen und Prozesse, während die DAO vor allem Besitzverhältnisse festhält.

 

Potenziale der Blockchain-Technologie

Transparenz ist das wohl größte Potenzial der Technologie. Durch das Festhalten jedes einzelnen Schrittes und die Möglichkeit, jeden dieser Schritte jederzeit einsehen zu können, werden Korruption und Betrug schier unmöglich. Jede Partei kann zu jeder Zeit überprüfen, ob auch alles seine Richtigkeit hat, weswegen die Blockchain-Technologie schon heute genutzt wird, um Korruption in Entwicklungsländern zu bekämpfen. So will Honduras künftig alle Grundbucheinträge über Blockchain-Technologien abwickeln.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Übersicht über große Datenmengen. Diese werden durch die Kette chronologisch und übersichtlich festgehalten, was zum Beispiel für eine Krankengeschichte sehr nützlich sein kann. Keine Medikamentenallergie geht somit je wieder verloren, keine Untersuchung muss doppelt erfolgen.

 

Was hat nun aber Blockchain mit Gesundheit zu tun?

Die Blockchain ist marktübergreifend. Inzwischen überlegen ganze Städte, die Verwaltung komplett über Blockchains ablaufen zu lassen, und es gibt sogar bereits erste Ansätze hierzu. So bringt die Blockchain natürlich auch Möglichkeiten für den Gesundheitsmarkt mit sich. Ob digitale Krankenakte, Kontrolle von Medikamenten oder in der Forschung, die Blockchain birgt einiges an Potenzial für die Gesundheitsbranche. Wie dieses Potenzial genau aussieht, ob es auch Risiken gibt und wie Mediziner und Apotheken die neue Technologie nutzen können, erfährst Du im internen Bereich.

.