Ständig sprechen wir vom digitalen Zeitalter und davon, dass auch Apotheken mitziehen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Aber wo stehen wir in der deutschen Apothekenlandschaft eigentlich digitaltechnisch? Der ALIUD APOTHEKENREPORT 2017 von ALIUD PHARMA® hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut pharma-insight 300 Apotheker im Alter von 25 bis 70 Jahren zu Erfahrungen auf dem Gebiet der Digitalisierung in Apotheken befragt. Ergänzt wurde der Report durch eine repräsentative Endverbraucher-Umfrage der YouGov.

Klüfte zwischen Erwartung und Realität

Der Report zeigt vor allem eines auf: Die Erwartungen von Apothekern, aber auch von Endkunden sind weit von der Realität entfernt. Die meisten gaben zwar an, dass Digitalisierung wichtig sei, die wenigsten jedoch fühlen sich ihr gewachsen. Hier einige Zahlen und Fakten, die als Hauptthesen des Reports gesehen werden können:

Die meisten Apotheken sehen zwar Potenzial in der Digitalisierung (82%, 95% halten die Digitalisierung sogar für den Motor der Branche), die wenigsten haben sie jedoch bereits für sich ausgeschöpft (28%).
77% bieten bereits online Bestellwege an, 100% der Apotheker sehen den Online-Versandhandel jedoch kritisch.
Die Hälfte der Endverbraucher holt sich online Informationen ein (51%), die Hälfte der Apotheker fühlt sich jedoch in der digitalen Transformation verloren (54%).

Die Räume zwischen potenziellen Möglichkeiten und tatsächlich genutzten Faktoren scheint riesig zu sein. Schaut man in die folgenden Zahlen und Antworten des Reports, so wird auch schnell klar warum.

Deutschen Apothekern fehlt es bislang an digitalem Know-how

42% der Befragten gaben dies als Antwort an. Ganze 54% sagten sogar, sie fühlten sich im Dickicht der digitalen Möglichkeiten vollkommen verloren. Und das ist ja auch kein Wunder. Ein Apotheker ist schließlich ein medizinischer Fachmann und kein ITler. Als weitere Gründe für die fehlende digitale Transformation wurden Kosten- und Zeitaufwand genannt. Dies alles lässt sich aber vor allem auf einen Punkt zurückführen, der ebenfalls zu den Hauptthesen zu zählen ist: Mehr als jeder zweite gab an, dass Digitalisierung Chefsache sei. Auf die Unterstützung von PTAs wird meist verzichtet und die Digitalisierung der Apotheke liegt bei einer Person. Dies führt natürlich schnell zu Überforderung, ob nun technisch oder weil es einfach an Zeit fehlt. Eine Möglichkeit wäre die Umverteilung im Team, eine andere der Zusammenschluss von Apotheken und ITlern. Der APOTHEKEN FACHKREIS unterstützt bei einem solchen Vorhaben und teilt Know-how mit der Gemeinschaft. Eine solche Vernetzung kann vielen dabei helfen, im neuen Metier Fuß zu fassen, und gegenseitige Unterstützung ist für alle Beteiligten von Vorteil.

Handlungsbedarf in der digitalen Transformation

Bedenkt man, dass ganze 95% der Befragten angaben, die Digitalisierung sei wichtig, ist es geradezu erschreckend, wie viele den Schritt zu ebendieser noch nicht gewagt haben. Der Report teilt die Apothekenlandschaft in 4 Typen auf: die traditionelle Apotheke (14%), die noch keinerlei Berührung mit der Digitalisierung hat, die Digital Intermediate (57%), die in den Anfängerschuhen stecken, die Digital Advanced (26%) und die Digital Pro (2%). Berücksichtigt wurde hierbei nicht nur der bisherige Digitalisierungsgrad, sondern auch die Strategie für die nächsten 12 Monate. Trotz der klaren Mehrheit der Digitalisierungsbefürworter und der Aussage, dass Digitalisierung große Potenziale enthalte, haben nämlich noch immer ganze 15% nicht einmal einen Webauftritt und 27% planen auch weiterhin keine Investitionen.
Ebenfalls interessant: Nur 20% überprüfen die Ergebnisse der Digitalisierung in der eigenen Apotheke. Und zwar ganz klar diejenigen, die digital Vorreiter sind.

Der Versandhandel ist ein großes Thema

Interessante Zahlen gab es auch beim Thema Online-Versand. Ganze 100% gaben an, sie sähen Probleme beim Thema Online-Handel. Obwohl bereits 77% gewisse Formen des Online-Versands anbieten (Bestellungen per App oder Chat oder ein Online-Shop), steht vor allem die Befürchtung, dass fehlende Beratung und fehlender Kundenkontakt den Apotheken im Weg stehen. In fast allen Bereichen geht es mit winzigen Schritten voran. Die technischen Möglichkeiten sind längst viel weiter und werden bislang kaum ausgeschöpft – so könnte ein Versandhandel sehr wohl eine Patienten-Apotheker-Kommunikation beinhalten, nur wäre die eben nicht mehr face to face. Die Befürchtung, dass die Kommunikation auf der Strecke bleiben würde, ist nichts mehr als eine Annahme aufgrund von fehlendem Know-how.

Endverbraucher wünschen sich jedoch zunehmend flexiblere Geschäftsmodelle, längere Öffnungszeiten, freieren Informationsfluss, Online-Versand vor die Haustür etc. Dies wird in den Zahlen der Endverbraucher-Befragung sichtbar. Der ALIUD APOTHEKENREPORT zeigt jedoch auch auf, dass die Kunden vor allem Angebote wahrnehmen, die die Apotheke bereitstellt, und kaum von sich aus Digitalisierung fordern.
Es ist also die perfekte Zeit, sich auszuprobieren, sich mit anderen zu vernetzen und digitales Know-how zu erlernen. In einigen Jahren werden die Kunden, für die die Digitalisierung heute noch genauso neu ist wie für uns, mehr erwarten und wenn wir bis dahin noch auf dem Stand von heute sind, werden wir sie möglicherweise verlieren. Darum heißt es heute: einmal kurz gestreckt und ran an die Digitalisierung. Baue Dir ein Netzwerk auf und eigne Dir technisches Know-how an, damit Du schon morgen zu den führenden Kräften gehörst, statt in letzter Sekunde mitzuziehen. Der APOTHEKEN FACHKREIS hilft Dir gerne bei diesem Vorhaben.