Fast jeder besitzt heutzutage ein Smartphone (81,5% aller Mobiltelefone in Deutschland sind inzwischen Smartphones, ForwardGroup Studie). Smartphones mögen vielleicht früher einmal ein Statussymbol oder teures Spielzeug für Technikbegeisterte gewesen sein, heute sind sie Alltagsgegenstand, und das immer generationenübergreifender. Smartphones sind längst nicht mehr nur Telefone. Sie sind Landkarten, E-Mail-Postfächer, Notizbücher, Taschenlampen, Kameras und Nachschlagewerke – und noch so viel mehr. Inzwischen reicht es, bei helllichtem Tage sein Handy vor sich zu halten, um angezeigt zu bekommen, welche Sternen- und Planetenkonstellation sich in dieser Richtung befindet. Smartphones werden mehr und mehr zum täglichen Begleiter und Alleskönner, auch in Gesundheitsfragen. Ob und wenn ja wie Du dies für Deine Apotheke nutzen solltest, haben wir hier für Dich zusammengefasst.

Warum gerade Smartphones?

Die Arbeitswelt 4.0 zieht leider auch eine gewisse Beschleunigung nach sich. Viele Bewohner von Industriestaaten wie Deutschland stehen heutzutage unter Druck. Und Druck bedeutet auch: weniger Zeit. Alles muss heute schneller gehen und optimiert werden. Ob das für uns gesund ist, bleibt fragwürdig, umgehen müssen wir jedoch mit der Situation. Und Smartphones helfen uns dabei: Sie können uns den Alltag erleichtern, uns wie Assistenten zur Seite stehen, uns Auskunft geben. Und sie können es von unterwegs aus. Das Internet war ein riesiger Schritt. Plötzlich mussten wir nur noch ein Wort eintippen, statt ein passendes Buch und dann auch noch die richtige Seite zu suchen. Und die Informationen kamen nicht von einem Autor, sondern von hunderten aus zahlreichen Ländern und wurden stets aktualisiert. Der Informationsfluss war revolutioniert. 
Das Smartphone schafft dies und noch viel mehr nun in einer wesentlich kleineren Größe. Man kann es einfach in der Tasche haben und wenn man im Bus Zeit totschlagen muss, kann man schon mal die E-Mails vom Morgen beantworten oder Erledigungen tätigen. Das spart Zeit für den Rest des Tages.

Das Smartphone, das nie offline war

Die Überlegung ist an sich ja nicht falsch. Was man schon im Bus erledigen kann, ist abgehakt. Was du heute kannst besorgen… Was es aber auch mit sich bringt, ist eine ständige Erreichbarkeit. Und plötzlich wird diese auch von uns erwartet. Die meisten Smartphones bleiben in der Nacht an, im besten Falle werden sie stumm geschaltet. Doch selbst die Stummschaltung hält eine Favoriten-Funktion bereit, die es uns erlaubt, Anrufe von bestimmten Menschen auch im stummen Modus durchzustellen. Tatsächlich lässt sich jeder fünfte Jugendliche nachts von seinem Handy wecken, um Updates zu checken. Jeder Dritte loggt sich mindestens einmal pro Woche nachts online ein. Das besagt eine britische Studie aus dem Journal of Youth Studies. Auch sonst ist die jüngere Generation aktiver an den Handys. Doch auch die generelle Nutzung ist stark angestiegen. Laut einer Studie der ForwardGroup verdoppelte sich die Nutzung der mobilen Daten im Zeitraum 2012 bis 2015. 2016 war das Smartphone sogar das am häufigsten für die Internetnutzung verwendete Gerät, berichtete die ARD in einer hausinternen Studie.

Smartphones und Gesundheit

Dass Smartphones zumindest über Nacht mal abgeschaltet werden und ihren Besitzer nicht beim Schlafen stören sollten, ist wohl klar. Und auch, dass wir diese Botschaft an die jüngeren Generationen weitergeben sollten. Tagsüber und im Alltag können Smartphones jedoch einiges für unsere Gesundheit tun. Es gibt viele Apps, die uns dabei helfen, einen gesünderen Lebensstil zu leben, aber die technischen Entwicklungen gehen noch viel weiter: von Schrittmessern bis hin zu Health Bots. Die Gesundheitsbranche drängt immer weiter auf den Mobilfunkmarkt. Google beispielsweise gründete nicht nur die Mutterfirma Alphabet und die Schwesterfirma Verily, um mehr Gesundheitsprodukte entwickeln zu können, ohne zu weit vom eigentlichen Google-Standpunkt abzuweichen. Der Internetriese kaufte auch kürzlich das Start-up Senois-Health auf, welches sich auf die Verbindung von Tech und Gesundheit spezialisiert hat. Hier werden Sensoren und Geräte entwickelt, mit denen nicht mehr nur Schritte per Handy messbar werden, sondern dank LED- und Kameratechnik auch der Hämoglobin-Wert im Blut. Auch die Mikrofone werden deutlich verbessert und können so für medizinische Messungen genutzt werden. In den kommenden Jahren könnte das Smartphone, das schon heute bei Therapie-Behandlungen als Hilfe angewandt wird, ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung werden.

Deine Kunden, die Smartphone-User – wie auch Du den Smartphone-Gebrauch nutzen kannst

Und auch für die Apotheke wird die mobile Datennutzung immer interessanter. Neben technischen Hilfsmitteln für die Apotheke selbst (digitale Service- und Beratungs-App, Online-Marketing-Services etc.) kann uns ein cleveres Marketing über Smartphone auch dabei helfen, Kunden an Dich zu binden. Denn wie oben beschrieben werden Dinge vom deutschen Kunden gern von unterwegs aus erledigt. Der Kundenservice beginnt hier bei einfach zu findenden Öffnungszeiten im Netz und bei Deiner eigenen Seite mit Informationen über den Standort und das Sortiment und geht bis hin zum Online-Shop. Je mehr der Kunde online erledigen kann, desto besser. Das erspart ihm einen Weg und er wird es Dir danken. Natürlich kann auch eine App nützlich sein, in der beispielsweise Fragen direkt an Dein Team gestellt oder Medikamente vorbestellt werden können. Mache Dich sichtbar im Netz. Viele Kunden googeln von unterwegs aus, wo die nächste Apotheke ist, bevor sie Deinen Standort aufsuchen.

Die Smartphone-Nutzung ist enorm und wird voraussichtlich noch weiter steigen. Nutze dies aktiv und biete Deinen Kunden Service an, der vom Handy aus abrufbar ist. Als medizinischer Fachmann solltest Du jedoch auch über Risiken aufklären und Deine Kunden gelegentlich dazu anhalten, das Smartphone auch mal zur Seite zu legen und geradeaus zu schauen, statt immer nur nach unten.