Dass SEM ein wichtiger Bestandteil des Online-Marketings ist, haben wir im ersten Teil über Suchmaschinenmarketing bereits erfahren. Nun geht es ans Eingemachte. Warum sollte eine Apotheke SEM betreiben? Was ist besser geeignet, SEA oder SEO, und wie genau findest Du die richtigen Schlüsselwörter und betreibst erfolgreiches Suchmaschinenmarketing?

SEM für die Apotheke – warum?

Der Trend geht zum Online-Marketing, und zwar in allen Bereichen. Natürlich ist es auch wichtig, Aktionen am Standort anzubieten, Handzettel und Give-aways zu verteilen oder andere Offline-Maßnahmen durchzuführen. Willst Du erfolgreiches Marketing betreiben, solltest Du aber auch Informationen online zur Verfügung stellen. Newsletter, die eigene Website oder der eigene Blog sowie E-Mail-Marketing gehören zum Standard des Online-Marketings. Ein weiterer wichtiger Teil ist das Suchmaschinenmarketing und sollte für eine effektive und funktionierende Werbung nicht unbeachtet bleiben.

SEA oder SEO?

Diese Frage kannst nur Du beantworten. Möchtest Du die einfachere Variante – SEA – verwenden und einer oder mehreren Suchmaschinen Geld zahlen, um Anzeigen zu schalten? Oder möchtest Du Deine Internetpräsenz durch die richtige Wahl der Wörter und selbst betriebene SEO in den oberen Rängen der Suchmaschinen positionieren? SEO erfordert sicher mehr Arbeit, man spart sich jedoch das Geld. Zu analysieren, was Deine technischen und finanziellen Mittel zulassen, ist nun Deine Aufgabe.

Entscheidest Du Dich für SEA, ist der Weg zum Erfolg relativ einfach: Du verfasst einen kurzen Werbetext oder engagierst einen fleißigen Texter, suchst Dir eine Suchmaschine Deiner Wahl (Achtung: Auch bei YouTube und Co. werden Suchbegriffe eingegeben, auch hier funktioniert das Spiel mit den Suchbegriffen also!) und schaltest Deine Anzeige. Tippe beispielsweise einfach mal „Anzeigenwerbung+die Seite Deiner Wahl“ in eine Suchmaschine und Du bekommst vermutlich gleich ein paar Anzeigen und zugehörige Anbieter angezeigt. Und genauso funktioniert SEA dann auch für Deine Apotheke. Bist Du zum Beispiel auf Homöopathie spezialisiert, legst Du bei der Anzeigenschaltung fest, dass der Suchbegriff „Homöopathie“ zu Deiner Anzeige führt. Gibt jemand ebendiesen Begriff dann in der von Dir gewählten Suchmaschine ein, steht Deine Anzeige ganz oben auf der Liste. Hierbei gilt natürlich, ähnlich wie beim SEO: Je mehr Begriffe übereinstimmen, desto höher die Trefferquote. Natürlich ist dies sehr einfach erklärt. Jede Suchmaschine hat ihre ganz eigene Methode, auszuwählen, welche Anzeige wann und wie lange angezeigt wird.
Darum werden SEO und SEA übrigens auch oft gemeinsam betrieben. Die Konkurrenz bei bezahlten Anzeigen wie auch bei SEO ist inzwischen so hoch, dass eines allein oft gar nicht mehr ausreicht. Schließlich wäre es wenig sinnvoll, drei Seiten an Werbung anzuzeigen, wenn alle Anzeigenkunden dafür bezahlt haben, auf Seite eins ganz oben zu stehen. Es muss also ein Auswahlverfahren her – ein Algorithmus. 
Du kannst das ja selbst einmal testen und zum Beispiel „günstige Medikamente“ in eine Suchmaschine eintippen. Interessant: Durch Adblocker werden einige Suchmaschinen-Anzeigen gar nicht oder vermehrt angezeigt. Auch kann man, wenn man ein Google-Konto hat, bestimmen, welche und wie viel Werbung man angezeigt bekommt. Sich also nicht nur auf Anzeigen zu verlassen, sondern sich (auch) mit SEO zu beschäftigen ist also in jedem Fall ein kluger Schachzug.

SEO – so erreichst Du die optimale Positionierung bei Suchmaschinen

Große Unternehmen haben meist einen eigenen SEO-Manager, Texter, die online arbeiten, müssen heutzutage standardmäßig SEO-Kenntnisse mitbringen, und Google und Co. haben die Schatztruhe „Schlüsselwörter“ und deren Wert längst erkannt. Aber auch als Kleinunternehmer solltest Du die Grundregeln des SEO beherrschen, auch wenn es vielleicht nur für Platz zehn und nicht für Platz eins reicht. Die Faustregel ist: Je besser Dein Text mit den gesuchten Begriffen in einer Suchmaschine übereinstimmt, desto leichter wird er zu finden sein. Steht also in Deinem Text – beispielsweise im Online-Store oder auf Deiner Website – „günstige Medikamente“, wird Deine Seite beim Eingeben dieser Begriffe in eine Suchmaschine zwar angezeigt, jedoch dank vermutlich sehr hoher Konkurrenz weit hinten. SEO ist aber nicht nur eine Frage von Wörtern, sondern auch eine Frage der Website im Allgemeinen. Aufbau, Ladezeit und Content sind hier wichtige Stichwörter.

Das Wichtigste in Kürze

Um eine möglichst gute Platzierung in den Suchmaschinen zu erreichen, muss eine Website organisch – das heißt regelmäßig – mit Inhalt befüllt werden. Geschieht dies zu sprunghaft oder taucht ein einzelner Schlüsselbegriff zu oft auf (eine gute Richtlinie ist ein Mal in der Titelzeile und dann etwa 3–4% Keyword-Dichte), wird die Website von Suchmaschinen schnell als Spam analysiert und damit gebannt.
Diese Keywords oder Schlüsselbegriffe, also die Wörter, die besonders häufig gesucht werden, kann man direkt bei Google oder anderen Suchmaschinen einsehen. Dabei ändert manchmal schon die Reihenfolge der Suchbegriffe die Zahlen erheblich. So wird „online Apotheke“ ca. 1,8-mal häufiger (195.791 Mal) gesucht als „Apotheke online“ (107.230 Mal).

Will man sich mit Google und Co. anfreunden, sollte man außerdem auf die Ladezeiten achten. Auch Suchmaschinen-Roboter warten nicht gern und bekommen den Website-Content am liebsten in mundgerechten Stückchen serviert. Ein weiterer wichtiger Punkt sind externe Verlinkungen oder Backlinks. Je öfter eine Seite angeklickt wird, desto interessanter wird sie im Suchmaschinen-Ranking. Internes Verlinken kann dabei auch noch bei der Übersicht auf der eigenen Seite helfen. Ein Vorreiter dafür ist Wikipedia. Hier finden sich zahlreiche Links, d.h. Beiträge, die auf bestimmte Wörter einen Link gesetzt haben, der auf die Begriffserklärung ebenjenes Wortes führt. Natürlich alles Wikipedia-intern.

Noch viel interessanter werden Websites allerdings durch externe Links, also diejenigen Links, die andere Websites auflisten und auf Deine Seite weiterführen. Hierbei solltest Du wieder beachten, dass das Ganze kein Spam wird; Links und Follower einkaufen ist nie eine gute Idee. Besser: mit Kollegen zusammentun und gegenseitig verlinken. Ganz besonders beliebt sind übrigens die sogenannten Authority Links, also Links auf Seiten von Experten und bekannten Personen/Marken, die auf Deine Seite verweisen. Ist ja klar: Viel Traffic auf einer Seite bedeutet, dass Dein Link öfter gesehen und somit angeklickt wird, und eine Empfehlung vom Experten hat dem Ansehen noch nie geschadet. Wenn Du so jemanden kennst, einfach mal direkt oder per E-Mail nachfragen, ob er Dich nicht verlinken könnte.

Und last, but not least: Das Internet ist schnelllebig und das gilt auch für Suchmaschinenoptimierung. Was heute gilt, kann schon morgen nicht mehr aktuell sein, darum sollte man seine Website und seinen Traffic stets beobachten und analysieren (zum Beispiel durch Google Analytics oder Piwik), um Zielgruppen, Bedürfnisse und Verhalten seiner Kunden und Nutzer zu kennen und dementsprechend werben zu können.