Dirk Vongehr ist Apotheker in der Paradies-Apotheke in Köln und offizieller Mentor des APOTHEKEN FACHKREISES. Außerdem ist er Social Media Experte, er hält regelmäßig Vorträge zu dem Thema. 2010 hat der Apotheker mit Facebook und weiteren digitalen Maßnahmen begonnen, um die Marke Paradies-Apotheke weiterzuentwickeln. Außerdem ist er Gewinner des Zukunftspreis für die multimedial vernetzte Apotheke 2016. Im Interview gibt er uns wertvolle Tipps rund um das Thema Social Media.

Am 30. Juni, 11:00 Uhr verrät Euch Dirk live auf unserer Facebook-Fanpage alles Wichtige rund um dieses Thema und ihr habt die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Welche sozialen Medien setzt Du im Apothekenkontext ein?

In erster Linie Facebook, aber auch Instagram, Twitter, Linkedin. Dazu kommen noch Whatsapp, Threema und ab und an Skype.

Wie sieht es mit der Zuständigkeit aus? Kümmerst Du Dich selbst um alles, oder ist Dein Team involviert?

Eine gewisse Zeit hatte ich Aufgaben von Facebook teilweise an eine Mitarbeiterin abgegeben, das hat leider nur teilweise funktioniert. Jetzt mache ich alles wieder alleine.

Verfolgst Du eine bestimmte Strategie, machst Du einen Redaktionsplan oder ähnliches?

Einen Redaktionsplan in dem Sinne habe ich nicht. Natürlich gibt es Posts, die sich immer wieder auf die Timeline drücken, wie zum Beispiel Notdienste. Dazu kommen aktuelle Dinge, die sich aber nicht planen lassen. Veranstaltungen, wie unser wöchentlicher Lauftreff für einen guten Zweck, werden natürlich immer gepostet und auch beworben.

Welche Inhalte funktionieren Deiner Erfahrung nach am besten?

Persönliche Inhalte, die den Follower emotional berühren. Das kann ein Foto sein, ein passender Text, oder auch ein Cartoon, der den Follower zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringt. Soziales Engagement funktioniert immer gut, wofür möchte ich mich als Person und als Heilberufler einsetzen, wofür schlägt mein Herz? Wenn es gute Dinge sind – die sollten es natürlich sein – dann schlagen auch ganz viele andere Herzen dafür.

Welchen Nutzen siehst Du? Was bringt Social Media der Apotheke?

In erster Linie natürlich das Gesicht der Apotheke zu stärken, wofür stehen meine Mitarbeiter und ich? Ein weiterer wichtiger Punkt für mich: Wer sich einmal als Freund „committed” hat, der wird auch bei uns bleiben, davon bin ich fest überzeugt. Weiterhin kann ich mit Facebook meine sozialen Aktivitäten perfekt nach außen tragen, ganz getreu dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber.”

Macht sich dieser Nutzen bemerkbar? Kann man ihn vielleicht sogar messen?

Auf jeden Fall. Messen ist leider schwierig, da wir in erster Linie ja kein Produkt bewerben, sondern nur uns. Was ich aber feststellen kann, ist, dass viele Kunden Facebook als Kommunikationskanal nutzen und dann natürlich zu Fragen auch Bestellungen aufgeben. Messbar sind natürlich meine Follower und die Reichweite meiner Beiträge.

Was würdest Du Apothekern empfehlen, die Social Media in ihrer Apotheke etablieren wollen?

Einfach anfangen, ein privates Profil ist Pflicht. Dann damit etwas experimentieren und eine Firmenseite aufmachen. Das geht ganz einfach. Wichtig ist, all die rechtlichen Fragen und Vorgaben zu beachten, die auch für eine Website gelten. Wenn das alles angelegt ist, kann es losgehen. Gut wäre es, für den Start jemanden an der Hand zu haben, der einen anleitet und Tipps gibt. Dafür reichen aber sicher ein bis zwei Stunden, mehr nicht.

Vielen Dank!
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