Erster Touchpoint Internet

Eine gute Apotheken-Website ist heute unverzichtbar. Für die Apotheken ist sie nicht nur die digitale Visitenkarte, sondern immer häufiger auch der erste Berührungspunkt mit Kunden. Auch wenn diese die lokale Apotheke nach wie vor gerne aufsuchen, startet die „customer journey“ heute meistens im Netz. Zudem bildet die Website den Ausgangspunkt für viele weitere Online-Marketing-Maßnahmen, wie Newsletter oder Content Marketing. Dennoch gibt es bei einigen Apotheken noch Nachholbedarf in puncto Website.

Der Bedarf und der Nutzen einer Website im digitalen Zeitalter werden zwar erkannt, aber aus verschiedenen Gründen häufig nicht konsequent umgesetzt. Deshalb wollen wir uns diesen Monat dem Thema Website noch einmal genauer widmen. Wir werden erläutern, worauf es genau bei der Apotheken-Website ankommt. So entsteht ein Leitfaden, der sowohl dazu dient, in die Thematik einzusteigen, als auch dazu, Fortgeschrittenen Tipps und Anregungen zu geben, die Ausrichtung ihrer Website zu überprüfen und zu verbessern.

Gut geplant ist schon halb umgesetzt

Am Anfang stehen immer die Planung und Konzeption. Hierzu ist es erforderlich, die Ziele Deiner Website festzulegen oder zu überprüfen. Zunächst solltest Du ein Hauptziel definieren, welches dann in verschiedene Unterziele abgeleitet werden kann. Ein Hauptziel wäre beispielsweise „neue Kunden gewinnen” oder den „Umsatz steigern”. Die Unterziele beschäftigen sich dann mit der Frage, wie das Hauptziel erreicht wird. Ein Unterziel könnte dann die „Kontaktaufnahme mit der Apotheke” sein. Dazu gehören neben Telefon- oder E-Mail-Kontakt so genannte „call to actions“, wie beispielsweise ein Button mit dem Hinweis „Hier zum Newsletter eintragen“ oder „Jetzt mehr über das Thema Diabetes erfahren“. Weitere Unterziele sind die „Präsentation von Produkten und Serviceleistungen” oder die „Differenzierung von anderen Wettbewerbsteilnehmern”.

Ein wichtiger Punkt bei der Festlegung der Ziele ist die Frage nach der Zielgruppe. Wen willst Du mit der Website ansprechen? Je genauer man dies beschreibt, desto besser lassen sich Aufbau und Inhalte definieren. Was interessiert Deine Zielgruppe? Welche Informationen und Interaktionsmöglichkeiten sind für sie am wichtigsten? Anhand solcher Fragen entstehen ein genaues Profil und die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Die Struktur – das Nervensystem

Es empfiehlt sich, die Struktur der Website als Mindmap oder eine andere beliebige Darstellungsweise zu visualisieren. Eine erste grobe Struktur kann auch einfach mit Papier und Bleistift festgehalten werden. Bestimmte Merkmale sind auf nahezu jeder Website zu finden und sollten sich auch bei Dir wiederfinden:

Startseite: Die Startseite ist der Eingang zu Deiner Website. Hier sollte auf den ersten Blick erkennbar sein, worum es geht und was den Besucher erwartet.
Navigation: Die Navigation ist erforderlich, um sich auf der Website zurechtzufinden. In der Regel befindet sie sich oben oder an der Seite der Website.
Impressum: In Deutschland gibt es eine Impressumpflicht. Was genau in das Impressum eingetragen werden muss, findest Du HIER.

Die weitere Struktur kann dann aus den festgelegten Unterzielen abgeleitet werden. Bei dem Unterziel “Präsentation von Serviceleistungen” würde dann von der Startseite ein Navigationspunkt „Service” auf eine Unterseite führen, auf der Du übersichtlich und eventuell bildhaft alle Serviceleistungen präsentierst.

Bei einem Unterziel “Differenzierung von anderen Wettbewerbsteilnehmern“ könntest Du die Geschichte hinter der Apotheke erzählen, Dich und Dein Team vorstellen sowie über Beweggründe, Motivation und Passionen schreiben. Auf diese Weise wird die Website persönlicher und menschlicher. Zudem kannst Du spezielle Expertisen oder Schwerpunkte beschreiben und Dich so eindeutig positionieren.

Insgesamt ist es bei der Struktur wichtig, dass alles logisch und schnell zu erreichen ist. Beim Aufbau der Struktur kann es helfen, wenn Du Dich von anderen Websites, die Dir gefallen, inspirieren lässt und nützliche Elemente und Strukturen übernimmst.

Technische Realisierung – Baukasten oder Agentur?

Die Frage nach der Art und Weise der Umsetzung hängt von verschiedenen Aspekten ab. Wie viel Zeit und Geld willst Du dauerhaft für das Thema Website einplanen? Wer hat in Deiner Apotheke das Know-how und ist bereit, den Aufbau und die regelmäßige Pflege zu übernehmen? Häufig scheitern solche Projekte an Unkenntnis oder ungeklärten Zuständigkeiten. Wer bereit ist, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, dafür aber weniger Zeit opfern will, kann eine Agentur beauftragen. Wenn ein gewisses Maß an Kompetenz und Interesse in der Apotheke vorhanden ist, kann man heute mit relativ einfachen Bausätzen auch alles selbst bewältigen. HIER findest Du eine Übersicht mit einem Vergleichstest zu den wichtigsten Anbietern.

Tipps zur eigenen Umsetzung
  • Bei eigener Umsetzung empfiehlt es sich, eine der Baukasten-Websites auszuwählen. Der Vorteil ist, dass man komplette Pakete inklusive Domain, Speicherplatz, Arbeitsoberfläche und E-Mail-Adresse aus einer Hand bekommt. Über einen Editor kann die Website dann auf einfache Weise gestaltet und mit Inhalten ausgestattet werden. Wer mehr Individualität auf der Website haben möchte, kann diese auch von einer Agentur anfertigen lassen und eine Einführung zur Bedienung buchen.
  • Deine Domain (der Websitename) sollte kurz sein und den Namen der Apotheke beinhalten. Durch das Keyword „Apotheke“ erkennen Suchmaschinen direkt eine Relevanz für das Thema, was die Positionierung bei Google und Co. verbessert. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn der Name der Website leicht verständlich und eindeutig zu buchstabieren ist.
  • Die Baukasten-Firmen bieten häufig kostenlose Varianten an, bei denen aber der Firmenname des Anbieters noch hinter die Domain gestellt wird (www.musterapotheke.musteranbieter.com). Für Deine Apotheken-Website ist es aber ratsam, eine kostenpflichtige Seite ohne Anbieterkennzeichnung zu buchen. Dies macht einen professionelleren Eindruck auf die Besucher der Website und wird auch von den Suchmaschinen besser bewertet, was dazu führt, dass Du schneller im Netz gefunden wirst.
  • Look and Feel: Je einfacher die Website zu bedienen ist und je besser der Eindruck hinsichtlich Design, Layout und Bildern ist, desto häufiger und länger wird Deine Website besucht. Benutzer von Websites entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sich die Seite „gut anfühlt“ und sie dort bleiben oder ob sie wieder „abspringen“ – aufgrund langer Ladezeiten, greller Bilder oder einer unübersichtlichen Navigation.
  • Versuche beim Design so viel Wiedererkennung wie möglich zu schaffen. Hierzu wird das Corporate Design der Apotheke auf die Website übertragen. Das bedeutet, Logos, Farben und Schriftarten der Apotheke sollten sich auch im Design der Website wiederfinden. Grundsätzlich ist auf Übersichtlichkeit und hohe Qualität zu achten.

Wenn man einige Aspekte bedenkt, sind der Aufbau und die Pflege einer Website mit den heutigen Möglichkeiten relativ einfach. Wichtig ist, eine gute Planung und einige Entscheidungen hinsichtlich der Ressourcen und der Zuständigkeiten zu treffen. Im zweiten Teil zum Thema Website werden wir nächste Woche genauer auf die Inhalte der Apotheken-Website eingehen.

Die Fortsetzung zu diesem Beitrag findest Du HIER.