Im Zeitalter von Smartphones und Tablets nimmt das Online-Marketing für die Vor-Ort-Apotheken eine immer größere Bedeutung ein. Eine gute Methode, neue Kunden zu akquirieren und bestehende Kunden langfristig zu binden, ist das E-Mail-Marketing. Der folgende Artikel verrät Dir, wie Du effizientes E-Mail-Marketing für Deine Apotheke betreibst und worauf es dabei ankommt.

1. E-Mail-Adressen sammeln

Um an E-Mail-Adressen zu gelangen, ist eine Liste in der Apotheke der einfachste Weg. Auch bei Events oder Aktionen empfiehlt es sich, eine Liste auszulegen und auf diese hinzuweisen. Bei der Abfrage von Kundendaten sollte zudem möglichst immer auch die E-Mail-Adresse mit aufgenommen werden. Wenn Du bereits eine Online-Präsenz hast, bietet sich ein Pop-up-Fenster an, das mit einem Rabatt-Coupon, neuen Informationen oder einem anderen Mehrwert wirbt. Klickt der Benutzer auf dieses Pop-up, wird er aufgefordert, seine E-Mail-Adresse für den Newsletter zu hinterlassen. Psychologisch betrachtet wird der Nutzer sich eher eintragen, wenn er mit einer Vergünstigung rechnen kann. Außerdem hat er bereits den ersten Klick gemacht und somit fällt auch der zweite leichter. Um dem Benutzer jedoch nicht das Gefühl zu geben, dass sein Vertrauen für Marketingzwecke oder sogar Spam missbraucht wird, muss hier deutlich gemacht werden, dass er sich für einen Newsletter einträgt und was dies an Vorteilen für ihn mit sich bringt.

2. Regelmäßigkeit

Tägliche E-Mails werden kaum gelesen und schnell lästig. Ein monatliches Update kann dazu führen, dass der Kunde sich anderweitig umschaut. Die goldene Mitte heißt also: alle 7–14 Tage. Erfahrungsgemäß eignen sich wöchentliche Newsletter am besten, umso mehr, wenn Du einen bestimmten Tag wählst, der für Dich und Deine Kunden Sinn macht. Beispiel: Du hast durch Konversation oder eine Umfrage herausgefunden, dass Deine Hauptkunden Sonntagvormittag hauptsächlich nicht arbeiten und gerne ihre E-Mails lesen. Die Chance, dass sie ihren Newsletter direkt und mit ausreichend Zeit lesen, ist also höher, als wenn der Newsletter Montagabend versendet wird. Natürlich muss der Zeitpunkt abhängig von Deiner Kundschaft gewählt werden, auch ein Newsletter, der automatisch nachts versendet wird, kann passend sein, da er dann morgens möglichst weit oben im Postfach ist. Ob nun 7 oder 14 Tage, tagsüber oder nachts, dies hängt ganz allein von Deinem Zeitmanagement, dem Bedürfnis der Kundschaft und von den zur Verfügung stehenden Ressourcen ab.

3. Zielgruppenansprache

Nicht nur möchte der Kunde entscheiden, ob er Informationen bekommt, sondern möchten verschiedene Kunden auch verschiedene Informationen. Genau wie im Einzelhandel ist natürlich auch in der virtuellen Welt ein gewisser Umgang wichtig. Soll heißen: Der Kunde ist König und möchte auch so behandelt werden. Umgekehrt willst Du natürlich auch das Interesse Deiner Kunden wachhalten und bestimmte Kunden direkt ansprechen. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, Deinen jüngeren Kunden wöchentliche Neuheiten aus der Seniorensparte vorzustellen. Verschiedene Newsletter und E-Mail-Verteiler können helfen, Deinen Kunden genau das zu bieten, was für sie von Nutzen ist, und sie gleichzeitig nicht mit Spam zu überschwemmen. Verschiedene Zielgruppen könnten beispielsweise Alter, Krankheitsbild oder Geschlecht sein. Merken die Kunden einmal, dass der wöchentliche Newsletter speziell für sie wertvolle Informationen beinhaltet, baut dies Vertrauen auf und wird Deine Kunden enger an die Apotheke binden. Um solch eine Segmentierung vorzunehmen, kannst Du Dich einiger Tools bedienen oder den Benutzer direkt fragen, welche Inhalte er bekommen möchte. Weitere Infos zu dem Thema findest Du HIER.

4. Personalisierte Ansprache

Kundenbindung ist etwas Persönliches und hängt mit Vertrauen zusammen. Hast Du einmal die Segmentierung Deines Kundenstammes vorgenommen, ist es ein leichtes Unterfangen, die Kunden direkt anzusprechen. Hierfür gibt es zahlreiche Tools wie zum Beispiel die Newsletter Software SuperMailer. Deine Kundschaft wird es Dir danken, dass sie keine namen- und gesichtslose Masse für Dich ist. Je enger die Bindung, desto eher wird der Kunde weiter bei Dir kaufen, statt anderswo zu suchen. Eine persönliche Geburtstagsmail ist beispielsweise eine gute Möglichkeit, zusätzlich Deine Wertschätzung auszudrücken und die Beziehung zu festigen. Eine handschriftliche Unterschrift unter jedem Newsletter – einmal eingescannt und eingefügt – zusammen mit einem Foto von Dir und Deinem Team, lassen Deinen Newsletter liebevoller und persönlicher aussehen. Auch kannst Du besonders treue Kunden von Zeit zu Zeit mit einem Gutschein belohnen oder inaktive Kunden mit einem solchen wieder anlocken.

5. Übersichtlichkeit und Design

Der Kunde wirft im Durchschnitt nur einen schnellen Blick auf sein Postfach und dieser muss reichen, um das Interesse so weit zu wecken, dass er Deine E-Mail öffnet und liest. Die Betreffzeile ist also der erste wichtige Aspekt. Lockt die Betreffzeile nicht, wird die E-Mail gar nicht erst geöffnet und Dein hervorragender Newsletter landet ungesehen im Spam. Knappe und treffende Überschriften sind das A und O. Etwas, das neugierig macht, aber nicht zu abgehoben klingt. Auch ein wiederkehrender Satz eignet sich, da der Kunde so weiß, was auf ihn zukommt, und die E-Mail sofort einordnen kann. Über den Betreff hinaus muss der Newsletter anschaulich gestaltet sein. Tools wie Lucidpress.com stellen Vorlagen und Designs bereit, die teilweise sogar kostenlos genutzt werden können. Wenn Du etwas mehr Zeit und Geld investieren kannst, lohnt sich ein Grafiker, der ein personalisiertes Design erstellt. Beim Design gilt die Faustregel: Weniger ist mehr – Übersichtlichkeit, klare, wiederkehrende Farben mit Erkennungswert, Zwischenüberschriften und tendenziell kürzere Sätze. Mache es Deinen Kunden leicht, den Newsletter zu überfliegen und die für sie wichtigen Infos herauszuziehen. Bilder sind sehr wichtig, da sie Emotionen transportieren, und auch die Schriftart sollte klar und einheitlich bleiben. Findet sich nicht alles auf den ersten oder zumindest zweiten Blick, kann das Interesse schnell nachlassen und der nächste Newsletter wird vielleicht nicht einmal mehr geöffnet.

E-Mail-Marketing ist, einmal gestartet, kein allzu großer Aufwand und kann die Treue und das Interesse Deiner Kunden langfristig beeinflussen. In manchen Fällen lohnt sich ein Spezialist, doch vieles kann mit den oben genannten Tools auch selbst gestaltet werden. Wichtig ist, die Erwartungen und Wünsche der Kunden bestmöglich zu treffen und diese gezielt mit spannenden Inhalten und Mehrwerten regelmäßig anzusprechen.