Sind die Apotheken auf eine digitale Zukunft vorbereitet? Über dieses Thema spricht Norman Glaser mit Erik Modrack von der Limes Apotheke in Schwalbach. Herr Modrack ist seit 18 Jahren selbstständiger Apotheker und seit zwei Jahren Delegierter in der Apothekenkammer Hessen. Außerdem hat eine Facebook-Page, über die er Kollegen und Interessierte erreicht. Der Apotheker erläutert, was Digitalisierung für ihn bedeutet, wie er die Zukunft der Apotheken in Anbetracht der Digitalisierung sieht und wie die Apotheken den Kunden am besten begegnen.

Shownotes:
Apps:

Textversion des Interviews:

Norman Glaser: Herzlich willkommen, schön dass ihr wieder rein hört hier im Podcast APOTHEKEN-FACHKREIS.FM. Mein Name ist Norman Glaser und ich freue mich sehr auf meinen heutigen Interviewgast. Denn mit ihm spreche ich über das Thema „Sind die Apotheken auf eine digitale Zukunft vorbereitet?“. Freut euch also nun auf das folgende Interview mit Apotheker Erik Modrack von der Limes Apotheke. #00:00:43.3#

Norman Glaser: Ich freue mich sehr, dass du dir heute die Zeit genommen hast. Herzlich willkommen, Erik Modrack. Erik, schön, dass du da bist. Vielen Dank für deine Zeit. Bist du ready und wollen wir loslegen? #00:00:51.9#

Erik Modrack: Ja. Danke Norman. Vielen Dank für die Anfrage und ich freue mich mit dir heute den Podcast hier aufzunehmen. #00:00:58.3#

Norman Glaser: Schön. Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Ich freue mich auf ein sehr spannendes Gespräch heute. Denn ich habe mir mit dir zusammen einfach mal die Headline überlegt „Sind die Apotheken auf eine digitale Zukunft vorbereitet?“. Eine super spannende Frage. Ich denke, wenn man die Presse verfolgt, sind auch immer wieder Themen dabei, die genau hier nach Antworten suchen. Aber bevor wir da einsteigen, Erik, erzähl uns doch erstmal so ein bisschen was über dich: Wer ist Erik Modrack privat, als Privatperson? Und ein bisschen was zu deiner Apotheke. Wie groß seid ihr? Wo findet man euch? Das wären Super Infos vorab. #00:01:31.7#

Erik Modrack: Ja. Mein Name ist Erik Modrack. Ich bin 49 Jahre. Seit 18 Jahren mittlerweile selbstständiger Apotheker in Schwalbach, das ist bei Frankfurt gelegen. Habe eine Familie, 3 Kinder. Eine Feld-Wald-Wiesen Apotheke, eine ganz normale Apotheke, das heißt, kein Ärztehaus, keine Klinikversorgung, keine Zytostatika Herstellung, sondern bei uns ist der Kunde im Fokus. Wir versuchen ganz und gar den Kunden, der bei uns reinläuft, zufriedenzustellen und dass der sich gut bei uns aufgehoben fühlt. Des Weiteren bin ich seit 2 Jahren noch als Delegierter in der Apothekerkammer Hessen, bin da gewählt worden. Und versuche halt nebenbei meine Meinung noch ein bisschen öffentlich kundzutun. Sofern das irgendwo uns weiterbringt. Das hat wahrscheinlich eh, kann eh rausgeschnitten werden. (lacht) #00:02:30.8#

Norman Glaser: Brauchen wir nicht rausschneiden, weil du hast ja einen eigenen Blog auch ne? #00:02:35.4#

Erik Modrack: Ich habe eine Facebook-Seite. Diese Facebook-Seite war ursprünglich für meinen Wahlkampf da als es um die Wahl zur Apothekerverband beziehungsweise um die Kammer ging. Und die habe ich im Prinzip wiederbelebt, als es um diesen Facebook-Post, es zu dem Facebook-Post kam, durch den ich wahrscheinlich auch in der Berufsöffentlichkeit zumindest teilweise etwas bekannter bin. Ich hatte ja nachdem das EuGH Urteil gefallen war, am gleichen Tag einen Facebook-Post gemacht zu diesem Thema und dazu hatte ich diese Plattform Apotheker Erik Modrack genutzt und dadurch ist im Prinzip die Seite wiedererstanden und das hat eine gigantische Ausbreitung gehabt. Ich habe über 450.000 Views darauf gehabt, auf diesen Post. (Norman Glaser: Ja Wahnsinn!) Und dadurch hat diese Seite entsprechend Leben erhalten. #00:03:35.6#

Norman Glaser: Ja. Das zeigt auch wie brisant das Thema eigentlich auch ist und auch diskutiert wird im Netz. #00:03:41.8#

Erik Modrack: Ja es ist enorm, also auf allen Kanälen muss man sagen. Sei es jetzt Twitter, sei es Facebook oder einfach nur irgendwelche Kommentarforen, überall wird heiß diskutiert und leider auch teilweise mit sehr wenig Wissen diskutiert und sehr emotional. Und das versuche ich zumindest, da wo ich aktiv bin, versuche ich das auf ein Wissen zurückzuführen, weil die Fakten nach meiner Meinung ganz klar auf Seiten der Apotheken sind. #00:04:06.1#

Norman Glaser: Ja. Du hast gerade angesprochen, dass es sehr emotional diskutiert wird. Spielt da aus deiner Perspektive gesehen auch viel Angst eine Rolle? #00:04:16.1#

Erik Modrack: Angst glaube ich nicht, sondern ich würde es eher als Pseudomodernisierei irgendwo bezeichnen. Der typische Fall ist Digitalisierung, ist Versand, Versand ist analoger geht’s kaum, ich stecke ein Rezept in den Briefumschlag, stecke ihn in den Briefkasten und 3 Tage später kommt der Paketbote an und bringt mir das Ding nach Hause. Das ist Quelle Versand von anno sonst, was die mittlerweile pleite sind. Das ist nichts Modernes, Digitales oder Besonderes. Digital ist das, was eigentlich in den Apotheken stattfindet. Nur man muss es den Leuten erstmal beibringen, weil die Leute denken: Oh, Versand ist modern. Apotheke ist altherkömmlich, da sitzt der alte Mann mit seinem Bart und rührt die Salben. #00:05:00.9#

Norman Glaser: Vielleicht können wir da ein bisschen tiefer einsteigen. Das würde ich gerne auch ein bisschen auseinanderklappen. Was verstehst du denn unter Digitalisierung? Weil ich glaube, das ist so ein Wort, da können wir 10 Leute fragen, wir haben 10 verschiedene Meinungen. Aber was bedeutet es für dich jetzt im Speziellen? #00:05:17.5#

Erik Modrack: Digitalisierung heißt für mich, dass wir versuchen die technischen und die menschlichen Fähigkeiten zu vereinen, um einen positiven Effekt für den Patienten zu erreichen. Ich denke, nur wenn das funktioniert, kann es überhaupt erfolgreich sein. Digitalisierung, wir können als Menschen nicht meinen alles zu wissen, alles zu können, auf der anderen Seite kann die Technik nicht dem Patienten, besonders dem älteren Patienten beibringen, was das Ergebnis ist. Das typische Beispiel: Wenn ich jetzt eine App habe und dort meine Medikationsdaten gepflegt werden, dann darf ich dem Patienten auf keinen Fall mit dem Ergebnis von dieser App alleine lassen, sondern es muss jemand da sein, der dem Patienten erläutert, was ist das überhaupt? Muss ich die Wechselwirkung zwischen dem Antibiotikum und dem Medikament überhaupt noch berücksichtigen, wenn ich das Antibiotikum vor 3 Wochen genommen habe oder vor 3 Monaten genommen haben? Oder ist die Wechselwirkung schlimm, ist sie weniger schlimm? Das kann der Patient selbst nicht entscheiden, auch nicht die App dem Patienten helfen. Das muss von Auge zu Auge erläutert werden. Auf der anderen Seite muss der Mensch auch bereit sein die technische Hilfe zu akzeptieren, um den Patienten noch besser beraten zu können. #00:06:35.9#

Norman Glaser: Du hast gerade was sehr Wichtiges und auch Schönes gesagt, das ich unbedingt nochmal unterstreichen möchte an dieser Stelle. Und zwar du hast gesagt: Wir müssen Technik und Mensch miteinander verbinden. Es geht nicht um den Ersatz analoger Dinge oder Prozesse, sondern es geht darum Brücken zu bauen, inwieweit kann Technologie jetzt zum Beispiel in einem Beratungsprozess mit dem Patienten unterstützen oder auch den Verkaufsprozess unterstützen. Letztendlich ist Technologie ein Add-On, also eine Ergänzung. #00:07:08.6#

Erik Modrack: Genauso sehe ich es. Und dafür ist es auch wichtig und dafür muss es auch genutzt werden, weil sonst hat im Prinzip der Patient auch einen Nachteil, indem die technischen Möglichkeiten nicht genutzt werden. #00:07:18.7#

Norman Glaser: Ja. Jetzt verbindet der Begriff Digitalisierung auch Vernetzung. Und das finde ich ein ganz spannendes Thema. Wir können das einmal in der Horizontalen sehen, nämlich die Vernetzung der Apotheken untereinander und wir können das natürlich in der Vertikalen sehen, ist ja auch die Vernetzung Apotheke Patient. (Erik Modrack: Ja.) Was oder welche Ideen, vielleicht gibt’s auch Lösungen, die ihr schon einsetzt, siehst du, um den Kontakt zum Patienten aufrechtzuerhalten, dass er eben nicht abreißt, wenn der Patient hinter sich oder der Kunde in der Apotheke hinter sich die Tür schließt? Wie kann man oder hast du Ideen, Anregungen, wie wir die Kommunikation aufrechterhalten können? #00:08:00.8#

Erik Modrack: Überlegen, ist sehr spontan. #00:08:15.8#

Norman Glaser: Oder lass mich die Frage anders stellen. Wenn wir über Digitalisierung nachdenken, dann sprechen wir auch über Vernetzung. Und das, was du auch schon angesprochen hast, ist, dass der Versandhandelsprozess per se mit Digitalisierung so gesehen gar nichts zu tun hat, weil das sind Prozesse, die wir schon seit Jahrzehnten kennen. (Erik Modrack: Ja.) Du hast Quelle vorhin glaube ich genannt. Was glaubst du muss passieren, dass wir Digitalisierung mit Vernetzung in Verbindung bringen und sowohl den Schulterschluss mit anderen Apotheken üben können, also die Vernetzung mit Kollegen, um hier einfach selbst auch Lösungen zu entwickeln? Wer ist da vielleicht auch gefordert? Welche Organisationen oder Verbände sind auch gefordert? Und auf der anderen Seite: Wie schafft man es dem Patienten, der offenbar nach vielleicht auch anderen Lösungen sucht, um bequemer an seine Arzneimittel oder an Kompetenzfachwissen zu kommen? #00:09:18.3#

Erik Modrack: Genau. Ich denke mal an seine Medikamente. Die Apotheken sind per se erstmal relativ modern von ihrem ganzen Prozedere. Das heißt, die Apotheken haben schon mit Lochkarten digital beim Großhandel bestellt, da war überall anders noch eine Registrierkasse vorhanden. Die Apotheken bieten jetzt eine Bestellung an per App, per Homepage oder per E-Mail, das funktioniert alles super und ist eigentlich auch sehr, sehr modern im Vergleich zu anderen Branchen. Der Punkt ist, wo es hapert, das sind alles im Prinzip Insellösungen. Das heißt, wenn der Patient zu mir kommt, der hat seine Kundenkarte, ich speichere seine Daten, ich prüfe sofort, was für Wechselwirkungen da sind mit den Sachen, die er bei mir gekauft hat, sofern er das möchte, aber ich prüfe es eben nur ab mit den Sachen, die er bei mir gekauft hat und mit nichts anderem. Und nach meiner Meinung müssen wir es schaffen die Medikation zu speichern für den Patienten, natürlich nur sofern der Patient das will. Aber es muss es unabhängig vom Vertriebskanal sein. Das heißt, ist egal, ob er das Antibiotikum im Versand oder bei mir oder sonst wo gekauft hat, wenn er es genommen hat, sollte es, sofern er diesen Medikations-Check wünscht, auf seinem wie auch immer gearteten Kundenkonto gespeichert sein, weil sonst, wenn wir unvollständige Insellösungen haben, wird es nach meiner Meinung nicht funktionieren. #00:10:53.5#

Norman Glaser: Würdest du sagen, dass dort der Engpass ist, dass Insellösungen, es gibt viele Apotheken, die sind wirklich technisch ganz weit vorne in ihren Prozessen, in ihren Tools, auch in der Kommunikation mit Patienten, aber glaubst du, dass das vielleicht der Engpass ist, dass eben es alles nur Insellösungen sind? #00:11:09.2#

Erik Modrack: Nach meiner Meinung gibt’s zwei Knackpunkte, zum einen sind es die Insellösungen und zum anderen ist es die Freiwilligkeit des Patienten, die ich als unwahrscheinlich wichtig ansehe, dass nicht irgendwelche Daten zwangsgespeichert werden. Wenn mein Patient eben nicht will, dass sein Medikament auf seiner Medikationsliste gespeichert wird, dann sollte es auch nicht gespeichert werden, weil vielleicht er zum Zahnarzt geht und der Zahnarzt ist sein Freund und er will nicht, dass er es sehen wird. Da muss der Patient die Möglichkeit haben das zu unterbinden, auch wenn wir es pharmazeutisch als nicht sinnvoll erachten. #00:11:45.6#

Norman Glaser: Ja. Dass er Mitspracherecht hat. Klar. #00:11:49.5#

Erik Modrack: Ja. Und ich sage mal, das ist auch unterschiedlich in den verschiedenen europäischen Ländern vom rechtlichen Rahmen her. In manchen Ländern muss gespeichert werden, in manchen Ländern darf nicht gespeichert werden, sofern der Patient nicht zugestimmt hat. Ich denke, dass hier eine sinnvolle Lösung zum Wohl des Patienten gefunden werden muss. #00:12:12.1#

Norman Glaser: Und wer würde diese Lösung bereitstellen? Wer wäre so ein vertrauenswürdiges Organ? #00:12:19.5#

Erik Modrack: Also das Organ ist eigentlich, die Frage ist, wo die Daten sind? Sofern der Patient die Daten nur auf seiner Karte hat mehr oder weniger, hat er die Daten, hat er selber in der Hand, wer seine Daten bekommt, was mit seinen Daten gemacht wird. Sobald wir irgendwelche Serverlösungen haben, haben wir ganz klar das Problem des Zugriffs auf den Server. Und auch dort den Vertrauensschutz, was jetzt nicht möglich ist, wer sagt uns, was in 10 Jahren mit den Daten passiert, die dort gespeichert sind? Sofern bin ich persönlich für eine dezentrale Speicherung der Daten aus Datenschutzgründen für den Patienten. #00:13:01.4#

Norman Glaser: Ich glaube das ist auch so der generelle O-Ton aus der Branche. Wenn man sich jedoch mal anschaut, was die Patienten dazu zu sagen haben, die am Ende dann natürlich auch das System mitpflegen müssen, also sie müssen ihre Daten dann da auch eintragen. Und ich rede jetzt über Mobile Apps für Gesundheitstagebücher, Eintragen von Medikamenten, das habe ich natürlich dann alles auf meinem Smartphone und Smartphone gleich Plattform von Apple, Samsung, Android, Google, whatever. Da lege ich eigentlich meine Daten schon dort ab, wo ich es eigentlich nicht gerne habe, ohne dass mir wirklich bewusst zu machen. #00:13:42.8#

Erik Modrack: Wobei wir sagen müssen, die typischen Smartphone Nutzer sind nicht die Nutzer, die wir erreichen wollen mit Medikationsdaten. Weil wir müssen ganz klar sehen, die Hauptmedikations-, Arzneikonsumenten, sind die Personen ab 60 Jahren, jetzt natürlich von irgendwelchen Diabetikern seit Geburt oder so, aber wenn man die Masse sieht, da haben wir 90 Prozent über 60. Und ich denke, dass dort nicht unbedingt der Wille ist, das in einer App speichern zu wollen und selbst verwalten zu wollen. Das heißt, man muss Lösungen finden, wo wir auch dem Schlechtsehenden, der Bewegungsprobleme hat, ermöglichen, dass die Daten abgeglichen werden, dass er davon profitierten kann, dass die Daten gespeichert werden und verglichen werden können. #00:14:34.8#

Norman Glaser: Ja. Und die Frage ist: Wie sieht das in 5 Jahren aus? Ich meine und gerade in der digitalen Welt, wenn wir mal 10 Jahre zurückdrehen, ist unglaublich was passiert, vor allen Dingen auch in welcher Geschwindigkeit, da sind die nächsten 5 Jahre wahrscheinlich mehr als die letzten 10 Jahre. #00:14:53.0#

Erik Modrack: Auf jeden Fall. Aber wir müssen natürlich die multimorbiden Leute mitnehmen. Wir können nicht gerade unsere wichtigste Zielgruppe außen vorlassen, indem wir Lösungen schaffen, die zum Beispiel App-basiert sind, wo wir im Alter Sichtprobleme haben, Bewegungsprobleme haben, wo überhaupt nicht mehr diese Anwendung möglich ist. Das heißt, die App sehe ich persönlich als tolle Ergänzung an, die bestimmt auch sinnvoll ist, aber ich sehe es nicht als Plattform an, worauf man eine Medikations-, hier irgendein Medikationstagebuch setzen sollte. #00:15:24.0#

Norman Glaser: Ja. Okay. Lass uns vielleicht noch einen kleinen Ausflug machen. In der Presse war wieder zu lesen, Amazon geht in den Markt. Ich habe letztens eine Studie gelesen, dass 30 Prozent, also jeder dritte, jeder dritte Amazon-Nutzer bereits Medikamente bei Amazon bestellt. Wie siehst du die Entwicklung? Wie gefährlich kann so ein Riese, der genügend Geld hat und als Plattform agiert, wie gefährlich kann der den Apotheken werden? #00:15:55.9#

Erik Modrack: Ich denke im OTC-Bereich sehen wir eine ganz starke Tendenz zum Versand und ich glaube diese Tendenz ist nicht mehr aufzuhalten. Der Marktanteil im OTC-Bereich nimmt immer mehr zu und ich denke, wenn dort jemand in den Markt eintritt wie Amazon, dann wird sich dieser Prozess noch weitaus verschnellern, also die Geschwindigkeit wird rasant zunehmen, indem Medikamente von den Apotheken zu solchen Händlern wie Amazon abwandern, aber auch von den anderen Online-Händlern zu Amazon abwandern. #00:16:38.5#

Norman Glaser: Aber ist ganz klar ein Markt der Zukunft ne? #00:16:45.5#

Erik Modrack: Es ist für Amazon ein Markt der Zukunft, wobei wenn ich jetzt bei Amazon, wo habe ich es gesehen, ich glaube Grippostad bestelle, dann kommt mir „dieses Medikament kaufen gleichzeitig noch“ Wick Medinait, Asprin Complex und ich glaube noch an drei Medikamente, die im Prinzip alle drei nicht zusammengenommen werden dürften. Was dann bei Amazon zusammen im Paket für 30 Euro gekauft werden sollte per Klick. Das sind natürlich ganz gefährliche Tendenzen, die da teilweise auch auftreten und man muss schon schauen, dass man hier den Patienten auch vor seiner eigenen Unwissenheit schützt irgendwo. Und nach meiner Meinung, wenn er jetzt ein Grippostad bestellt, mag es noch in Ordnung sein, aber wenn dann in der Kombination Sachen empfohlen werden, die überhaupt nicht zusammenpassen, da muss eigentlich auch jemand haften, der das online empfiehlt nach meiner Meinung auf dieser Webseite. #00:17:44.7#

Norman Glaser: Ja. Oder es müssen halt deutliche Verbraucherhinweise erscheinen. Weil es wird wahrscheinlich nicht reichen, aber #00:17:53.5#

Erik Modrack: Genau. Die liest ja keiner und wenn da steht „diese 3 werden zusammen gekauft“, dann bestelle ich mir gleich das Paket, dann bin ich voll versorgt bei meiner Grippe und dann nehme ich alle 3. Das ist schon schwierig. #00:18:02.8#

Norman Glaser: Ja. Glaubst du wir sollten und mit wir meine ich jetzt Apotheken, wir sollten den Markt Amazon überlassen, jetzt mal im OTC-Geschäft? Weil ich beschäftige mich einfach mit dem Gedanken: Wie groß ist dann der letzte Schritt in Rx? #00:18:22.8#

Erik Modrack: Ich bin der Meinung, dass die Apotheken proaktiv sein müssen. Ich finde, das immer auf andere schimpfen wollen wir eigentlich nicht, aber dass unsere Standesvertretung sich da teilweise auch selbst im Wege steht. Wir haben die ganzen Daten. Warum hat nicht der Deutsche Apothekerverband eine App gemacht und den Apotheken zur Verfügung gestellt, wo die Leute ihre Daten eintragen können, ihr Medikationsprofil eintragen können, sofern sie es wollen und sofern sie es können? Warum überlässt man das Versandapotheken, die dann als innovative Lösung damit auftreten und wahrscheinlich die schlechtere Lösung haben als wir sie hätten haben können. Und das gleiche betrifft eigentlich auch die Vorbestellmöglichkeit. Dass wir nicht in der Lage sind für 20.000 Apotheken eine einheitliche Bestellplattform anzubieten, wo zum Beispiel der Patient sich aussuchen kann, das ist meine Apotheke, da will ich bestellen. Wozu gibt es Verbände, um nicht sowas zu organisieren und zukunftsfähig auf die Beine zu stellen? #00:19:26.4#

Norman Glaser: Hast du eine Idee, woran das liegen könnte? Fehlt es an Kompetenzen oder was meinst du, wo ist das? Ich meine die Verbünde sind da, also die Power wäre da. #00:19:39.5#

Erik Modrack: Ja. Wäre alles da im Prinzip. Die Verbünde sind da, vielleicht wäre auch das Geld da und das Know-how wäre auch da. Ich glaube es liegt daran, dass jeder Angst hat, dass sich was verändern könnte. Oder dass manche Leute, nicht jeder, sondern manche Leute haben Angst, dass sich was verändern könnte und wollen das nicht und blockieren aus diesem Grunde. #00:19:59.0#

Norman Glaser: Wenn wir mal nach Amerika schauen ins Valley, wo Facebook & Co. zuhause sind, dann beschäftigen die sich genau mit den, wie sie so schön sagen, disruptiven Ansätzen, also Branchen wirklich zu zerstören, um einfach neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Und ich meine man konnte das in den letzten Jahren auch verfolgen, es gab eine Kooperation glaube ich Telekom und DocMorris, die auch versucht haben die Beratung ins Internet zu verlagern und natürlich die Bestellung gleich daneben auch. Es gab in der Vergangenheit schon, wenn man es so will und formulieren möchte, schon so ein paar Angriffe auch auf das Geschäftsmodell der Apotheke per se. Die Frage ist, also ich glaube deutschlandweit gesehen in der Digitalisierung sind wir über alle Branchen hinweg irgendwie hintendran, also die Zeiten sind irgendwie vorbei, dass wir mit Siemens & Co. Marktführer waren. Jetzt sind Global Player, digitale Unternehmen, die den Markt beherrschen und auch reglementieren oder steuern. (Erik Modrack: Trend, ja.) Was kann man konkret machen aus deiner Sicht? Wie kann man diese vielleicht auch Lethargie, jetzt bin ich auch ein bisschen am (lacht) schimpfen. #00:21:23.7#

Erik Modrack: Ja. Nein, ich denke man muss einfach seine Stärken erkennen und die Apotheken haben unwahrscheinlich viele Stärken. Das ist die Schnelligkeit, es ist auch das Personal, die Kompetenz, das ist die Flächenvielfalt, dass es wirklich für jeden einfach zu erreichen ist. Und hier sehe ich einen Ansatz, der mich sehr bedenklich stimmt, auch wenn ich, ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass der Versandhandel gerne Versorgungslücken schaffen möchte, damit er nachher ein Marktmodell hat, dass er die versorgen muss, weil es anders nicht mehr versorgt werden kann. Das ist so glaube ich eine große Gefahr. Aber zu diesen Möglichkeiten, natürlich ist eine Kooperation über Video-Beratung toll, aber wenn der Patient die Möglichkeit hat, in die Apotheke zu gehen oder die Video-Beratung zu haben, so nehme ich an, wird ein Großteil der Patienten lieber Face to Face als die Video-Beratung nutzen, insbesondere die multimorbiden Leute, die wirklich die Beratung brauchen. Und jetzt muss ich wieder zurückkommen, genau. Die Video-Beratung wird in dem Moment interessant, wo ich Versorgungslücken haben, wo der Weg zur Apotheke plötzlich zu lang wird. Dann brauche ich natürlich die Video-Beratung. Insofern denke ich, ist es wichtig, dass die Versorgung, die höherwertige Versorgung vor Ort bestehen bleibt und nicht irgendwann so weit ausgedünnt wird, dass wir eben diese (unv.) #00:22:55.6# brauchen und die Personen sie nutzen müssen anstatt sie nutzen zu können. #00:23:01.2#

Norman Glaser: Ja. Ich sehe vor allen Dingen auch ein Riesenvorteil. Ich meine wir haben 20.000 Apotheken in Deutschland, wir haben eigentlich eine perfekte logistische Infrastruktur, was auch gleichzusetzen ist mit der Qualität in der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Da ist das Apothekennetz ein ganz wesentlicher Bestandteil. #00:23:25.2#

Erik Modrack: Auch in der Zufriedenheit der Bevölkerung. #00:23:26.2#

Norman Glaser: Genau. Ja. Absolut. Das sehe ich auch und das ist für mich auch das Potential, wenn ich mir überlege: Amazon hat glaube ich weiß nicht 24, 27 Zentrallager in ganz Europa und versuchen jetzt durch kleine Mikrolager näher an die Städte ranzukommen und die Apotheken sind ja schon da. Also zwei Querstraßen (Erik Modrack: Genau.) weiter habe ich doch meine Apotheke. Oder auch in ländlichen Gegenden, also die Apotheken sind schon vor Ort. Jetzt fehlt es doch eigentlich nur an einer gemeinsamen Plattform als Pendant zu Amazon, um hier wirklich gemeinschaftlich also zentral organisiert und geführt vielleicht, aber um hier dann wirklich jede Apotheke in Deutschland anzuschließen und zu sagen: Das ist das Pendant, also das ist unser Gegenvorschlag zu Amazon. #00:24:13.4#

Erik Modrack: Genau. So sehe ich das haargenau so. Da muss eine Plattform erstellt werden, die nach Möglichkeit verschiedene Zugriffspunkte hat, sei es über ein Web-Interface, sei es über eine App, wo die Leute ihre Medikation pflegen können, wo sie auch im Zweifelsfalle gucken können, wo kann ich sie bestellen oder ich kann sie eventuell auch schon vorbestellen über diese Möglichkeit. Diese Sachen sollten für mich nach meiner Meinung eigentlich selbstverständlich sein. Aber das sind sie leider nicht. #00:24:43.1#

Norman Glaser: Ja. Jetzt sprichst du sicher mit vielen Kollegen auch, hast Kontakt zu anderen Apotheken. Wo siehst du denn so den allgemeinen Leidensdruck, wenn es denn einen gibt bei den Apotheken? Wir wissen ja, immer dann, wenn ein Leidensdruck entsteht, dann finden auch ein Veränderungsprozess statt. Wo würdest du sagen, jetzt mal bei den Kollegen, sehen die auch das Thema Digitalisierung als Handlungsthema, als Thema, wo sie wirklich aktiv werden müssen oder sind das eher andere Themen? #00:25:13.1#

Erik Modrack: Im Moment ist natürlich alles im Bereich von Rx Versandverbot, das Thema nimmt viel zu viel, nimmt sehr viel Raum weg, aber davor muss man sagen, gab’s sehr viel Diskussion, ging auch genau um diesen Punkt, sollte der DAV nicht eine Plattform herstellen, womit wir dem Versand auch ein Paroli bieten können? Diese Diskussion war schon da insbesondere auch bei jüngeren Kollegen und ja das ist nur glaube ich sehr schwer durchgängig dieses Prinzip. Damit meine ich, wenn die Ideen von unten sind, die erfolgreich nach oben zu tragen, ist nicht gerade leicht bei den Apotheken. #00:25:58.0#

Norman Glaser: Wo müssten wir die hintragen? Wen muss ich in dem Podcast hier einladen? (lacht) #00:26:05.9#

Erik Modrack: Ja vielleicht den Herrn Becker. Dass man den Herrn Becker mal fragt, was der DAV, wie er Zukunftskonzepte zeitnah umsetzen könnte? Das wäre wahrscheinlich der entsprechende Ansprechpartner. #00:26:21.2#

Norman Glaser: Den werden wir fragen. (lachen beide) #00:26:23.4#

Erik Modrack: Ja. Ich finde es einfach wichtig jetzt gerade, vielleicht sind wir da auch eine gute Plattform, um einfach zu sagen: Ich habe schon viele Interviews jetzt auch immer mit anderen Apotheken geführt und Ideen sind genug da. Es braucht jetzt nur irgendwie diesen Moment und diese Institution, die sagt: Wir bündeln das und wir bringen das gemeinsam auf eine Plattform in den Markt. Weil das, was ich auch beobachte bei den Versandhandelsapotheken ist, dass die lediglich die Bequemlichkeit der Kunden, ohne das jetzt negativ zu meinen, aber die Bequemlichkeit bedienen. Ich meine, warum rennen wir alle mit einem Smartphone rum? Nicht, um zu telefonieren, sondern um bequem andere Dinge zu machen, um Dinge einzukaufen, um mich zu verabreden, um zu kommunizieren, weil es einfach schnell und bequem ist. Und #00:27:09.5#

Erik Modrack: Wobei man sagen muss, man sieht am Rx, also im verschreibungspflichtigen Versand, er wurde ja nicht angenommen. Wir haben, seit 13 Jahren ist der Versand erlaubt und bei gleichen Preisen hat er einen Marktanteil von 0,5 Prozent geschafft. Und das trotz erheblicher werblicher Anstrengungen. Das heißt, die Bevölkerung braucht ihn nicht und wollte ihn auch nicht. Und das war eigentlich auch dieses nach meiner Meinung paradoxe Urteil, dass man gesagt hat: Unter diesen Umständen sind die Versandapotheken nicht wettbewerbsfähig, also müssen wir ihnen einen Wettbewerb über den Preis erlauben, weil anders kommen sie nicht in den Markt. Und das ist nach meiner Meinung haarsträubend. #00:27:51.9#

Norman Glaser: Ja. Klar. Das merkt man auch an den ganzen Foren und sozialen Netzwerken und dass das ein heiß diskutiertes Thema ist. Völlig klar. Ich würde gerne mit dir nochmal eintauchen in das Thema Kommunikation Apotheke – Patient. Hast du da noch ein paar Ideen, wie man die Vernetzung weiter ausbauen kann? Weil ich einfach, vielleicht noch diesen Halbsatz, weil ich einfach sehe, also gerade Versandhandelsapotheken, die ja sehr stark online präsent sind, und wenn ich mir anschaue, wie die Kunden oder Patienten natürlich auch sehr stark im Web unterwegs sind, dann gibt’s natürlich viel mehr Touchpoints, viel mehr Berührungspunkte mit einer möglichen Versandhandelsapotheke oder einer Plattform wie Amazon, weil ich dort meinen Staubsauger halt auch kaufe. Was sind so deine Gedanken oder Ansätze, wie man als Apotheke dort eine engere Verbindung herstellt und das Vertrauensverhältnis, was da ist in die Apotheke, da brauchen wir gar nicht drüber reden, wie kann man das nutzen? #00:28:57.8#

Erik Modrack: Natürlich, wenn man eine Plattform schafft oder schaffen würde oder hat, über die bestellt werden kann, Medikation gepflegt werden kann, könnte man über diese Plattform natürlich auch die Kommunikation mit der Apotheke gewährleisten. Wobei man sagen muss jetzt hier bei uns zumindest im kleinen Ort, wo wir hauptsächlich Stammkundschaft haben, es gibt keine Berührungsängste. Wenn die Leute Fragen haben, dann kommen sie vorbei, dann rufen sie an, dann schicken Sie E-Mail. Das funktioniert alles. Das sind keine Sachen, die wir neu erfinden müssen. Es ist gut, es funktioniert. Und wenn die Leute wollen, dann können die auch einen Video-Chat mit uns haben oder per Skype anrufen oder sonst was. Das funktioniert ja alles. Nur man muss sagen, es wird nicht genutzt, weil die Leute normalerweise, für die ist es bequemer vorbeizukommen oder anzurufen. Aber anbieten tun das viele Apotheken bereits. Und so eine tolle neue Erfindung ist ein Video-Chat auch nicht, dass man das als Versandapotheke herausstellen können muss: Toll, was ich hier kann. Das kann jede zweite Apotheke auch. (lachen beide) #00:30:07.3#

Norman Glaser: Wo ich einfach, wenn wir jetzt beim Video-Chat sind, eine Riesenchance sehe, ist: Ich finde in der Apotheke, ob jetzt der Apotheker oder die Apothekerin selbst oder die PTAs zum Beispiel, da ist eine unglaubliche Kompetenz und vielleicht auch hier und da eine Spezialisierung tatsächlich auf verschiedene Themen in der Apotheke. Ich stelle mir immer die Frage: Wie es gelingen könnte, dieses Wissen, diese wertvollen Inhalte, so über die regionalen Grenzen hinaus zu transportieren? Wie hätte jetzt ein Hamburger zum Beispiel Patient oder ein Hamburger interessierter Kunde vielleicht, was von dem Wissen, was du zum Beispiel hast? Gibt’s ja auch keine Lösung. #00:30:55.8#

Erik Modrack: Da gibt es keine Lösung. Da kann ich nur sagen: Das muss, sowas kann im Prinzip nur über technische Lösungen laufen. Das heißt, dass Wissen technisch hinterlegt wird digital und dass eben, wenn das Wissen benötigt wird, auch der Hamburger Apotheker auf Wissen zurückgreifen kann, um damit seinen Kunden zu beraten. Dass jetzt ganz Deutschland mit irgendeiner Apotheke irgendwelche Video-Chats macht, ist glaube ich nicht zielführend und funktioniert auch nicht, sondern man muss wie ich es vorhin schon mal sagte, versuchen das Wissen zum einen zu bündeln und dass derjenige, der berät, auf dieses Wissen zurückgreifen kann, technisch. Ich glaube das ist eher eine praktikable Lösung. #00:31:37.6#

Norman Glaser: Ja. Könntest du dir vorstellen, wenn das, ich meine man braucht nur mal im Internet schauen, viele Geschäftsmodelle sind dort digitale Geschäftsmodelle. Also jetzt nicht nur Produkte ab zu verkaufen, sondern zum Beispiel auch Informationsprodukte, ob das jetzt eBooks, PDFs oder Videos sind, Webinare oder dergleichen, könntest du dir vorstellen, dass das vielleicht in Zukunft, 3, 5, 10 Jahre, einen Teil des Geschäftsmodells einer Apotheke ist? Zum Beispiel ich habe jetzt mit der PTA des Jahres 2016, dem Sebastian Giemsch, gesprochen und der ist spezialisiert auf HIV und Hepatitis. Wenn der zum Beispiel sagt: Ich mache jetzt hier ein Video oder ich mache jetzt hier ein eBook und das biete ich im Internet an für 9 Euro, für einen Download, könntest du dir vorstellen, dass das ein Teil zumindest des Geschäftsmodells der Apotheke von morgen sein könnte? #00:32:29.3#

Erik Modrack: Es könnte sein, das ist richtig. Aber es muss, im Moment ist in der Apotheke alles kostenlos. Das heißt, der Patient kommt rein, er kriegt zu seinem Blutdruckmessgerät, was er beim Aldi gekauft hat und im Zweifelsfall auch die Batterien eingelegt, er bekommt zu dem Medikament beraten, was ihm der Arzt mitgegeben hat, was er noch in der Praxis hat liegenlassen und fragt, ob er noch ein Tempo haben kann, weil seine Nase läuft, kostenlos. Und geht wieder raus ohne was bezahlt zu haben dafür. Solange diese (Norman Glaser: Und kriegt noch eine Zeitung.) und nimmt noch die Zeitung mit, genau. Solange das so ist, ist der Patient wahrscheinlich auch nicht bereit 9 Euro für diesen Video-Cast zu bezahlen, aber wenn die Wertigkeit der Leistung erkannt wird und der Patient einen Nutzen davon hat, dann wird er auch bereit sein dafür was zu bezahlen. Wenn er das nicht anders bekommen kann. #00:33:27.3#

Norman Glaser: Ja vor allen Dingen die Unterscheidung. Wie viele Leute kommen zum Arzt oder auch in die Apotheke und sagen: Ich war vorher bei Doktor Google, hier ist mein Ausdruck. Werdet ihr wahrscheinlich auch bestätigen können. Aber wenn ich dann wirklich einen Kompetenzträger habe, also wirklich einen Apotheker oder eine PTA online, die mir etwas sagt zu einem Thema, wo ich auch als Patient einen Leidensdruck habe, (Erik Modrack: Genau.) könnte man schon mal drüber nachdenken, ob das nicht ein Thema wäre. (Erik Modrack: Auf jeden Fall.) Besonders spannend finde ich halt einfach die Skalierung über eure regionalen Grenzen hinaus, dass in ganz Deutschland oder meinetwegen im deutschsprachigen Raum in Europa, eure Information, euer Know-how zur Verfügung stünde für die Leute, die dafür bereit sind zu bezahlen. #00:34:10.3#

Erik Modrack: Genau. #00:34:10.5#

Norman Glaser: Ja. Interessant. Sehr spannend. #00:34:15.1#

Erik Modrack: Ist bestimmt ein Markt, der sich entwickeln könnte. #00:34:18.9#

Norman Glaser: Ich frage ja nicht ohne Grund. (lachen beide) Erik, da komme ich aber in einer gesonderten Sendung oder auch ohne Mikro nochmal auf dich zu. (lacht) Erik, ich habe noch so eine kleine Frage-Antwort-Runde, in der ich dir einfach so ganz schnell hintereinander ein paar Fragen stelle und du ganz spontan aus dem Bauch raus antwortest, was dir dazu einfällt. Hast du Lust? #00:34:40.8#

Erik Modrack: Alles klar. Machen wir. #00:34:42.5#

Norman Glaser: Okay. (lacht) Frage 1: Was hat dich anfangs davon abgehalten, wenn dich etwas abgehalten hat, dich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen? #00:34:50.9#

Erik Modrack: Also mich hat eigentlich gar nichts davon abgehalten. Hängt auch damit zusammen, ich musste damals, es war noch Pharmazie schwierig, ich musste noch 4 Jahre auf meinen Studienplatz warten und habe während dieser Zeit damals bei Nixdorf Computer gearbeitet, was mittlerweile es gar nicht mehr gibt. Und bin da genau mit diesem ganzen PC-Zeugs großgeworden 4 Jahre lang. Das heißt, ich war schon immer relativ fit bezüglich EDV, Digitalisierung und habe das auch versucht irgendwo beizubehalten. Sofern habe ich da nie Berührungsängste gehabt oder habe versucht mich da zu sperren, sondern war da immer offen für. #00:35:27.1#

Norman Glaser: Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben und auf dein Business? #00:35:34.5#

Erik Modrack: Ich denke jetzt bezogen auf die Apotheke muss man immer den Kundenfokus haben. Es interessiert nicht, was ich als gut finde. Das Problem ist, dem Patienten muss es einen Nutzen bringen, der Patient muss es gut finden, dann wird es auch funktionieren. Alles andere eher nicht. #00:35:55.6#

Norman Glaser: Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, welches du selbst einsetzt? #00:36:01.7#

Erik Modrack: Tool. (Norman Glaser: Wenn es eins gibt?) Eigentlich nein. Gibt’s nicht. #00:36:08.7#

Norman Glaser: Facebook könnte eines sein. (lacht) #00:36:11.7#

Erik Modrack: Ja gut, also Facebook, Twitter, ob das als Tool zu bezeichnen ist oder ja, weil ich das natürlich, im Prinzip muss man diese gesamte Breite nutzen. Anders geht es gar nicht. Sei es Facebook sei es irgendwelche Foren oder auch Twitter ist denke ich sehr wichtig im Bereich zu Politik, weil da wohl die Politik sehr stark zugreift. #00:36:35.2#

Norman Glaser: Ja. Welche 3 Mobile Apps benutzt du am liebsten? Was ist auf deinem Startscreen auf deinem Smartphone? #00:36:42.6#

Erik Modrack: Muss ich mal gucken. #00:36:44.8#

Norman Glaser: (lacht) Guck mal nach. #00:36:46.7#

Erik Modrack: Also, so. Homescreen haben wir Twitter, Facebook, Messenger und der Rest wird alles (Chrome?) #00:37:02.7# und dann wird alles unterteilt. #00:37:05.7#

Norman Glaser: Ja interessant. Das sind so kommunikative Tools ne? Also im Austausch. #00:37:08.9#

Erik Modrack: Whatsapp ist auch noch drauf. Ja. Auf dem Start. #00:37:10.6#

Norman Glaser: Natürlich. (lachen beide) #00:37:13.8#

Erik Modrack: Auf dem Start gemacht. Ja. #00:37:14.8#

Norman Glaser: Kannst du uns ein Buch empfehlen, was für dich einen großen Mehrwert hatte? Kann auch ein Fachbuch sein oder ein Roman. (lacht) #00:37:23.8#

Erik Modrack: Ui, ui, ui. Nein eigentlich nicht. Fällt mir jetzt spontan nichts ein. #00:37:31.0#

Norman Glaser: Kannst du uns zum Schluss im Hinblick auf das digitale Zeitalter noch so deinen Tipp mit auf den Weg geben und wie wir dich am besten erreichen können? #00:37:41.0#

Erik Modrack: Erreichen, am einfachsten, am liebsten per E-Mail oder auch über Facebook, per Nachricht oder sowas. Ich denke der große Vorteil von dieser Kommunikation ist, dass es nicht gleichzeitig sein muss. Das heißt, eine Nachricht kann man lesen, wenn man Zeit hat oder einen Messenger-Eintrag wie auch immer. Im Gegensatz zum Telefon oder vor Ort, wo wirklich immer beide Partien Zeit haben müssen, denke ich ist der große Vorteil von dieser desynchronen Kommunikation, dass jeder das machen kann, wie es ihm passt. Und der erste Teil der Frage, den habe ich jetzt vergessen? #00:38:19.6#

Norman Glaser: Dein Tipp zum Thema digitales Zeitalter. #00:38:22.8#

Erik Modrack: Der große Tipp: Man darf nicht sehen, warum etwas nicht geht, sondern muss schauen, wie kriege ich es zum Laufen. #00:38:31.7#

Norman Glaser: Ja. Schön. Schön. Das lassen wir genauso stehen. Ist ein schöner Schlusssatz. Erik, ich bedanke mich nochmal. Vielen Dank für deine Zeit, ich weiß, auch du bist schwer beschäftigt im Sinne des Patienten unterwegs. Deswegen freue ich mich riesig, dass es heute geklappt hat und auch vielen Dank vor allen Dingen für den Austausch, den wir beide hatten, einfach auch mal nach Lösungen zu suchen, Dinge abzuwägen. #00:38:57.4#

Erik Modrack: Ja. Ich bedanke mich auch. Hat mir Spaß gemacht. War mein erster Podcast und war gar nicht so schlimm. War schön. Vielen Dank, Norman. #00:39:05.4#

Norman Glaser: Super. Vielen Dank, Erik. Bis bald! #00:39:07.3#

Erik Modrack: Jo. Mach’s gut! #00:39:09.0#

Norman Glaser: Ciao! #00:39:10.3#

Erik Modrack: Tschüss! #00:39:10.6#