Der technologische Fortschritt wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf das Gesundheitswesen, den Gesundheitsmarkt und auch auf die Apotheken aus. Viele Behandlungsmethoden, Produkte und computergestützte Verfahren hätte man vor 20 Jahren wohl noch für Science-Fiction gehalten. Einige Entwicklungen reichen selbst aus heutiger Sicht über die Vorstellungskraft hinaus und ständig kommen neue Technologien und Ansätze hinzu. Der folgende Artikel stellt Dir einige dieser interessanten Entwicklungen vor und macht deutlich, dass die Zukunft auch für die Apotheke schon lange begonnen hat.

IBM Watson

Das Intelligente Computersystem Watson ist in der Lage, menschliche Sprache zu verstehen, diese zu analysieren, schnell zu verarbeiten und daraufhin präzise Antworten in Sprache auszugeben. Es kann selbstständig Informationen aus Daten gewinnen und daraus Schlüsse ziehen. Als lernendes System kommt es somit in die Nähe kognitiver menschlicher Fähigkeiten und symbolisiert damit ein neues Stadium im Bereich der künstlichen Intelligenz. Zudem verspricht es vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaft und Gesellschaft.

Im Bereich der Medizin kann Watson auf der Basis einer ständig wachsenden Datenbasis bei der Diagnose helfen. Hierzu stellt man dem System eine Frage, beschreibt die Symptome sowie weitere relevante Faktoren. Daraufhin werden die Patientendaten hinsichtlich Familiengeschichte, Medikation und Krankengeschichte analysiert und mit allen verfügbaren relevanten Datenquellen kombiniert. Zu diesem Zweck werden unter anderem Studien, Artikel aus Fachzeitschriften, Forschungsergebnisse, Behandlungsrichtlinien und vieles mehr mit einbezogen. In kürzester Zeit erstellt Watson dann Diagnosen und einen Wert, der angibt, wie sicher seine Hypothesen sind.

Für die Apotheke wird die Nutzung solcher “deep learning“-Systeme in Zukunft in Bezug auf die Beratung und die Kundenbeziehung interessant. Die Kunden können direkt über das System auf Informationen und Serviceleistungen zugreifen, um personalisierte Antworten auf Fragen zu ihren Vitalwerten, ihrer Medikation oder zu weiteren gesundheitlichen Empfehlungen zu erhalten. Aber auch in der Kommunikation mit dem Apothekenteam könnte Watson die wachsenden Bedürfnisse der Kunden in einer rasanten digitalen Welt unterstützen. So könnten bei der Beratung wichtige Hintergrundinformationen des Kunden mit einfließen und ein hohes Maß an personalisierter Betreuung gewährleisten. Dadurch würde sich wahrscheinlich nicht nur die Genauigkeit der fachlichen Beratung verbessern, sondern es würden auch neue Wege entstehen, eine persönliche und nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen.

Personal Health

Der Trend der Zukunft weist in eine individualisierte und personalisierte Medizin. Vor dem Hintergrund der technischen Möglichkeiten und wachsender Gesundheitsausgaben verspricht man sich von neuen Innovationen mehr Effizienz und weniger Kosten. Neben softwaregestützten Diagnosen zielen insbesondere Smart-Healthcare-Lösungen auf eine personalisierte und individualisierte Anwendung.

Im Lifestyle-Bereich wächst neben dem Fitnessmarkt derzeit rasant die Bewegung der Self-Tracker, die sich mit Wearables und anderen Messgeräten umfangreich selbst messen. Blutdruck, Schlafrhythmus, Blutzuckerspiegel und Herzfrequenz werden täglich gemessen und die erhobenen Daten mit Gleichgesinnten geteilt. Dieses Prinzip ist auch für chronisch kranke Menschen interessant und kann als begleitendes Kontrollsystem sowie als intelligentes Notrufsystem eingesetzt werden. Bei kritischen Blutwerten oder bei einem Sturz wird gleich ein Alarm ausgelöst. Ein weiterer positiver Effekt, der sich aus diesen Arten der Datenerhebung ergibt, ist die Verwendung für medizinische Studien. Kritisch zu hinterfragen bleibt allerdings der Aspekt des Datenschutzes.

Für die Apotheken bieten Wearables und andere Smart-Lösungen bereits jetzt verschiedene Einsatzpotenziale. Neben dem Medikationsmanagement können beispielsweise Serviceleistungen zu den Themen Gewichtsreduktion, Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Training von der Apotheke angeboten werden. Aber auch der gesamte Bereich der Kundenkommunikation, inklusive Beratung und Zusatzempfehlungen, bietet vor dem Hintergrund von Personal Health viel Potenzial für die Apotheke.

Verily

Das Forschungslabor X von Google unterhält neben einer breiten Palette an Projekten auch ein großes Medizinforschungszentrum unter dem Namen Verily. Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Medizinsoftware, klinische Forschung und Hardware. Hier ist zum Beispiel die Smart Lens für Diabetiker entwickelt worden. Sie ist in der Lage, den Blutzuckerspiegel der Tränenflüssigkeit zu messen. Zwischen den weichen Linsen befindet sich ein winziger Sensor, der sofort Alarm schlägt, wenn der Zuckerspiegel zu hoch ist. Auch arbeitet Google derzeit an autofokussierenden Kontaktlinsen für Altersweitsichtige.

Viele der Entwicklungen klingen nach Science-Fiction, wie zum Beispiel die Nutzung von Implantaten, die über elektrische Impulse Selbstheilungsprozesse des Körpers ermöglichen. Oder die Roboter-Technologie, die bei chirurgischen Eingriffen zum Einsatz kommen soll. Wie erfolgreich derartige Unternehmungen sind, bleibt fraglich. Allerdings sind Pharmaunternehmen wie Sanofi oder Abbvie sowie der Global Player Johnson und Johnson unlängst als Kooperationspartner mit an Bord. Umgeben von vielen Spekulationen und einer recht spärlichen Informationspolitik bleibt auch die Frage, woran genau Verily derzeit vorrangig arbeitet und wie fortgeschritten diese Entwicklungen sind.

Die Ambivalenz des Fortschritts

Durch die technischen Möglichkeiten, die sich heute bieten, entstehen viele interessante Aspekte und Nutzungsmöglichkeiten im Bereich der Gesundheit. Natürlich wird längst nicht alles, was möglich ist, angewandt und ein gesellschaftlicher Diskurs darüber, was nötig und sinnvoll ist, scheint unumgänglich auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis zwischen ethischer Verantwortung und ökonomischer Realität. Besonders das Thema Datenschutz erregt verständlicherweise die Gemüter. Wenn hochsensible persönliche Daten auf Servern irgendwo auf der Welt gespeichert werden und der Erzeuger dieser Daten größtenteils selbst keinen Zugriff darauf hat, ist das keine Kleinigkeit. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, wie nah Nutzen und Missbrauch solcher technischen Neuerungen beisammenliegen. Allerdings hat sie auch gezeigt, dass sich der Fortschritt nicht aufhalten lässt. Die Frage, ob die Probleme und Gefahren von solchen Neuerungen durch den Nutzen für die Menschen aufgewogen werden, muss wohl jeder für sich selbst beantworten.

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