Szenarien von morgen

Der Gesundheitsmarkt befindet sich mitten in einem umfassenden Wandel. Technologische Entwicklungen und ein allumfassender Netzzugang führen zu neuen Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden. Mit zunehmenden Möglichkeiten der Selbstoptimierung und einem enormen Zuwachs an Daten zum persönlichen Gesundheitszustand verschwimmen darüber hinaus die Grenzen zwischen Krankheit und Gesundheit. Immer mehr Unternehmen aus fremden Branchen drängen auf den Gesundheitsmarkt, um von dieser Entwicklung zu profitieren.

Unter diesen neuen, immer komplexer werdenden Rahmenbedingungen muss sich die Vor-Ort-Apotheke behaupten und für die Zukunft ausrichten. Der folgende Artikel bildet auf der Grundlage verschiedener Annahmen drei unterschiedliche Zukunftsmodelle für Apotheken ab. Hierbei geht es weniger darum, wie nah diese Modelle der Realität kommen werden, als darum, für die Notwendigkeit von Entwicklungsprozessen zu sensibilisieren und Anregungen für das eigene Apothekenkonzept zu bieten.

1. Die Vor-Ort-Apotheke als sozialer Knotenpunkt

Eine Herausforderung der Digitalisierung besteht in einer möglichen Zunahme von Anonymität und Vereinzelung. Der demographische Wandel bewirkt außerdem eine stärkere Alterung der Gesellschaft. Im Alter sind die Gefahr vor Isolation und das Fehlen von sozialen Kontakten häufig ebenso hoch wie der Bedarf an Medikamenten. So könnte eine Vor-Ort-Apotheke in naher Zukunft ein wichtiger sozialer Knotenpunkt im lokalen Umfeld werden. Hier steht der qualifizierte, aber eben auch der persönliche Kontakt im Vordergrund sowie das Bedürfnis nach Verständnis und Anteilnahme. In diesem Modell lebt die Apotheke von einer stabilen und treuen Stammkundschaft, die neben der Expertise auch den Wohlfühlfaktor sucht.

Diese Sehnsucht nach echten sozialen Kontakten wird sich in Zukunft nicht nur auf ältere Menschen beschränken. Bei einer Durchdringung der Technologien in alle Lebensbereiche wird der Wunsch nach Menschlichkeit und persönlicher Betreuung wachsen. Die Vor-Ort-Apotheke könnte von dieser Entwicklung profitieren. Bestimmte Voraussetzungen müssen natürlich erfüllt sein und generell wird die Zahl der „klassischen“ Apotheken wahrscheinlich weiter abnehmen. Dieses Modell hat insbesondere dann gute Chancen, wenn neben Faktoren wie einer guten Lage, barrierefreien Zugangsmöglichkeiten und komfortablen Öffnungszeiten hochwertige, auch digitale Serviceleistungen geboten werden, die den Beziehungs- und Wohlfühlfaktor zusätzlich erhöhen.

2. Die künstlich intelligente Apotheke

In der Zukunft werden die Bestellung und der Versand von Medizin und Gesundheitsprodukten innerhalb kürzester Zeit nichts Besonderes mehr sein. Die künstlich intelligente Apotheke zielt aber auf etwas anderes ab. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist der durchgängige digitale Kundendialog. Auf der Grundlage einer breiten und ständig wachsenden Datenbasis werden dem Kunden ganz individuelle Informationen und Beratungsangebote bequem und jederzeit zur Verfügung gestellt.

Die Basis dieses Modells bildet eine intelligente Datenbank. Die Qualität der Beratung steigt dabei, je länger und ausgiebiger der Kunde diese nutzt und auf diese Weise sein Patientenprofil verfeinert. Zusätzlich werden aktuelles pharmazeutisches Wissen und neuste Studien einbezogen. Außerdem wird der Kunde proaktiv über signifikante Veränderungen seiner Vitalwerte, über drohende Grippewellen oder Allergieauslöser informiert. Wechselwirkungen verschiedener Medikamente sowie eine optimierte Medikationsplanung gehören ohnehin zum Basispaket.

Die Beratungsprozesse laufen in diesem Modell rein digital ab und werden über eine App abgewickelt. Der Apotheker ist in erster Linie für die Pflege der Datenbank und die Qualität der Prozesse zuständig. Gemeinsam mit Programmierern und Designern werden die Inhalte und Leistungen immer weiter ausgebaut. Zusätzlich wird eine kleine öffentliche Apotheke betrieben, wo ein Ansprechpartner zur Verfügung steht und die in Abstimmung mit den Kunden weiter an der Optimierung der digitalen Kommunikation arbeitet.

3. Der Apotheker als persönlicher Gesundheitscoach

In Zukunft werden verstärkt neue Anbieter den Markt besetzen und dem Kunden unterschiedlichste Angebote zur Optimierung der Gesundheit und des Wohlbefindens machen. Dadurch wird die Situation für den Kunden unübersichtlicher und es kann bei allen technischen Optionen zu einer Überforderung kommen. Für einen Apotheker als Gesundheitscoach bestünde die Aufgabe dann darin, die Patienten individuell zu beraten und maßgeschneiderte Gesundheitskonzepte zu entwickeln.

Neben einem fachlichen Überblick ist es hierzu wichtig, dass der Apotheker die verschiedenen Partner und Mitspieler im Gesundheitsbereich bewerten kann. Wie in allen Coaching-Bereichen spielt dabei das Vertrauen der Kunden in sein Wissen und seine Urteilskraft eine wesentliche Rolle. Die Nutzung intelligenter digitaler Datensysteme ist auch für den Gesundheitscoach unerlässlich. Auf der Basis von Daten, die der Kunde zur Verfügung stellt, erhält er umfassende Informationen. Diese Daten bezüglich Krankengeschichte, Ernährung, Alltagsgewohnheiten und genetischer Dispositionen werden dann in das Coaching mit einbezogen.

Neben den medizinischen und technischen Kompetenzen ist in diesem Modell für den Apotheker die Vernetzung mit vielen Akteuren im medizinischen Bereich wesentlich. Er hilft bei der Vermittlung zu Fachärzten, kennt neuste Trends des Gesundheitsmarktes und weiß, welche Angebote für seine Klienten im unübersichtlichen Markt zu meiden sind. Besonders für Apotheker, die unabhängig und freischaffend agieren wollen, könnte dies ein interessanter und auch lukrativer Ansatz sein.

Nichts ist so beständig wie der Wandel

Wie sich die Zukunft tatsächlich entwickeln wird und welche Faktoren sich auf diese Entwicklung noch auswirken, ist ungewiss. In jedem Fall ist es von Vorteil, hinsichtlich der rasanten Dynamik des digitalen Wandels aufmerksam zu bleiben und die eigene Positionierung und Spezialisierung zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Bereits jetzt und in allen Zukunftsszenarien werden das Agieren in Netzwerken sowie die digitale Sichtbarkeit der Apotheke eine große Rolle spielen. Schon heute gibt es wirksame Wege, für Sichtbarkeit zu sorgen, angefangen bei einer gepflegten Website mit Google-MyBusiness-Eintrag über Social Media bis hin zu Google-Adwords-Kampagnen. Denn nur wer sichtbar ist, kann gesehen werden.

Werden Sie Teil dieser starken Gemeinschaft

Gemeinsam mit den teilnehmenden Apotheken im APOTHEKEN FACHKREIS und professionellen Kooperationspartnern entwickeln wir Lösungen, mit denen sich Vor-Ort-Apotheken zeitgemäß und modern positionieren können.

Mit unserer Expertenplattform www.apotheken-fachkreis.de und unseren interaktiven Servicelösungen wie SERVICE-TERMINAL und SERVICE-APP sichern wir Apothekenstandorte, indem wir die Kundenbeziehung und den Dialog zwischen Apotheke und Patient stärken.

[fontawesome_icon icon=”fa fa-phone”] 0800.7238433

[fontawesome_icon icon=”fa fa-envelope-o”] service@apotheken-fachkreis.de

[fontawesome_icon icon=”fa fa-shopping-cart”] Teilnehmer im Fachkreis werden

[fontawesome_icon icon=”fa fa-newspaper-o”] Anmeldung zum Newsletter