Norman Glaser im Gespräch mit Wolfgang Kempf von der Rhein-Neckar-Apotheke. Der Apotheker berichtet über den Einsatz und den Umgang mit digitalen Medien in der Kundenkommunikation. Warum die Apotheken einen Innovationsschub benötigen und welche Rolle die innere Einstellung der Apotheker dabei spielt hören Sie in diesem Podcast.

Shownotes:
Zitat:
  • “Geht nicht, gibts nicht.”
Apps:

Textversion des Interviews

Norman Glaser: Hallo schön, dass ihr wieder rein hört hier beim Podcast APOTHEKEN-FACHKREIS.FM. Mein Name ist Norman Glaser und ich freue mich sehr auf meinen heutigen Interviewgast. Bei mir ist Apotheker Wolfgang Kempf von der Rhein-Neckar Apotheke. Wolfgang, vielen Dank für deine Zeit. Schön, dass du da bist. Bist Du ready und wollen wir loslegen? #00:00:34-1#

Wolfgang Kempf: Ich bin ready. Wir können loslegen. Jawohl. #00:00:36-1#

Norman Glaser: Wolfgang, du und dein Team seht eure Apotheke als Kompetenzzentrum für Gesundheit und Wohlbefinden. Für euch steht die umfassende Versorgung mit Arzneimitteln sowie die professionelle Beratung im Vordergrund. Du bist unter anderem im Beirat der Alphega Apotheken. Als langjähriger und engagierter Teilnehmer im Apotheken Fachkreis hilfst du aktiv mit, Innovationen und neue Lösungen wie das Service-Terminal in der Kommunikation mit dem Kunden beziehungsweise Patienten weiterzuentwickeln. Du bist für mich ein Pionier der neuen Apotheken Generation, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellt und die Zukunft aktiv mitgestalten möchte. Wolfgang, das war jetzt ein kleiner Überblick über dich. Erzählt uns doch vielleicht noch ein bisschen mehr über dich. Wer ist Wolfgang Kempf privat und was genau du mit deiner Apotheke oder was dich so besonders macht? #00:01:25-8#

Wolfgang Kempf: Ja, wer ist Wolfgang Kempf privat? Privat ist er 62 Jahre alt, ist Vater von drei Söhnen, ist ein familiärer Mensch. Er liebt gutes Essen, guten Wein, Sport. Ich golfe sehr gerne und das bringt für mich auch den Ausgleich nach meiner Tätigkeit in der Apotheke so am Wochenende, am Abend, wenn ich mal Zeit habe. Ja das ist Wolfgang Kempf ganz kurz privat. #00:01:57-8#

Norman Glaser: Schön. Was zeichnet eure Apotheke aus? Kannst du das sagen? Seid ihr spezialisiert auf ein bestimmtes Thema? Erzähl mal ein bisschen so auch über euer Team? Wie groß seid ihr? #00:02:07-0#

Wolfgang Kempf: Wir sind ja eine Center-Apotheke und da ist das Team natürlich größer als in einer in Anführungszeichen normalen Apotheke, weil wir auch viele Aushilfskräfte haben, die ja an Samstagen, die wir an Samstagen brauchen, weil wir haben von 9 Uhr bis 20 Uhr durchgehend geöffnet. Und da brauchst du schon einen gewissen Personalstamm, um diese Zeiten abdecken zu können. Wir sind runde 20 Mitarbeiterinnen. Also ich bin der Hahn im Korb. (lachen beide) Es sind lauter Frauen hier, fühle mich sehr wohl. Die fühlen sich auch sehr wohl in dieser Apotheke. #00:02:45-7#

Norman Glaser: Das glaube ich. #00:02:45-6#

Wolfgang Kempf: Ja. Wir sind im Prinzip breit aufgestellt. Unser Hauptschwerpunkt ist natürlich die Arzneimittelversorgung, die Beratung. Wir sind auch sehr stark in Kosmetik, haben eine große Kosmetikabteilung und dafür sind wir auch bekannt hier in der Umgebung. Nicht nur hier in Viernheim, sondern auch bei Kunden, die von außerhalb dieses Center kommen und da haben wir uns auch schon eine große Kompetenz erarbeitet und da muss ich ganz besonders meine Damen loben, die sich immer wieder fortbilden, die immer wieder an der Front sind und das Erlernte dann ihren Kunden, unseren Kunden, ich muss besser sagen Kundinnen, vermitteln. #00:03:26-8#

Norman Glaser: Ja. Erzähl mal kurz. Kosmetik ist ja jetzt nicht das hab ich jetzt so noch nicht gesehen in einer Apotheke. Wieso genau diese Kompetenz? Wie entstand das? #00:03:34-4#

Wolfgang Kempf: Das ist, ich habe die Apotheke 1998 von meinem Vorgänger übernommen. Das war mein Ausbildungschef. Mit dem war ich sehr, sehr gut befreundet und der ist plötzlich verstorben und da habe ich mich entschlossen dann, da ich ja zuvor fast 20 Jahre in der Pfalz eine eigene Apotheke hatte, diese Apotheke hier zu übernehmen und das war quasi schon von der Wiege an, vom Anfang an war die Kosmetik in dieser Apotheke sehr stark. Es war ein breites Angebot da gewesen mit den traditionellen Marken, Apothekenmarken Vichy, La Roche, (unv.) #00:04:08-4# Caudalie, Avène und so weiter. Und das hat sich dann entwickelt und es hat sich auch schon von damals ein sehr großer Kundenstamm gerade in diesem Segment herausgebildet. #00:04:18-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Wow! Super. Bevor wir da tiefer einsteigen, würde ich gern noch einmal zurück zu dir als Person. Ich starte die Interviews immer ganz gerne mit einem Zitat. Gibt es irgendwie so ein Zitat oder Erfolgsmantra, was du so hast, was dich so in deinem Leben begleitet? #00:04:34-8#

Wolfgang Kempf: Ja. Das kann man schon sagen. Das ist ganz kurz: “Geht nicht, gibt’s nicht!”. #00:04:40-4#

Norman Glaser: (lacht) Sehr schön. Stark. Absolut. Sehr gut. #00:04:44-4#

Wolfgang Kempf: Ich denke dafür sind wir Apothekerinnen und Apotheker auch bekannt. Gerade, wenn ich mir jetzt mal diese Geschichte mit dem EuGH-Urteil angucke. Wir sind doch diejenigen, die immer wieder für Lösungen sorgen und nach Lösungen suchen und das kann eine Versandapotheke nicht liefern. Das ist für mich ein schlagkräftiges Argument für die Präsenz der Apotheke vor Ort. #00:05:07-1#

Norman Glaser: Da sind wir eigentlich auch gleich beim Thema. Weil es geht ja uns unter anderem vom Apotheken Fachkreis darum den Apotheken zu helfen, die Standorte in Deutschland zu sichern. Ich denke eben auch, dass es eine besondere Kompetenz in den Händen der Apotheken sein muss, um die Gesundheitsversorgung sicherzustellen in Deutschland. Was ist so dein Statement dazu, dass der Apotheker als kompetente Beratung in Fragen der Gesundheit wahrgenommen wird? #00:05:35-7#

Wolfgang Kempf: Ich denke mal der Apothekerberuf ist schon immer ein interessanter Beruf. Und in letzter Zeit denke ich mal auch, dass der immer interessanter geworden ist, weil wir werden herausgefordert tagtäglich, jede Stunde, jede Minute. Wir sind Pharmazeuten, wir sind Kaufmänner. Übrigens das haben wir ja gar nicht richtig gelernt. Wir sind Kümmerer, wir sind Feuerwehr, Seelentröster, Pfarrer, Arzthelfer in der Not. Und das im wechselnden Takt den ganzen Tag über und das zeichnet auch den Apotheker aus. Wenn man mal so Umfragen hört, dann rangiert ja der Apothekerberuf sehr oben im Ranking, teilweise auch vor Ärzten, immer so auf Platz 2, Platz 3 und das sieht man auch, dass der Apotheker wahrgenommen wird, dass er einen Standing hat in der Gesellschaft. #00:06:32-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Und das, was du gerade aufgezählt hast, wird halt ein bisschen schwierig über einen Versandhändler abzubilden. #00:06:37-5#

Wolfgang Kempf: Das wird der Versandhändler nicht machen können und ich denk mal, es ist, man muss den Beruf nicht nur unter dem Blickwinkel des Monetären sehen, sondern wir sind Helfer, wir sind Kümmerer. Und das weiß auch der Kunde zu schätzen. Man muss ja auch mal schauen, dass der Arztberuf oder die Arztdichte in der Fläche auf dem Land zurückgeht. Weil da gibt es Probleme, die Praxen zu verkaufen, es will kein junger Arzt mehr auf das Land gehen. Und was ist da? Das sind die Apotheken. Die nehmen ja dann teilweise auch ja in gewissem Sinne die Funktionen auf, in dem Maße wie sie aus ihrer Kompetenz heraus dann die Bedürfnisse ihrer Kunden bedienen können. Also wir brauchen die Apotheken als Ansprechpartner für die Bevölkerung, gerade im ländlichen Bereich. #00:07:31-7#

Norman Glaser: Ja. Jetzt haben wir natürlich das Zeitalter der Digitalisierung und du beschäftigst dich ja auch mit uns gerade auch mit dem Einsatz innovativer Technologien. Wie kann das in der Apotheke dazu führen, um zum Beispiel den Kontakt mit der Zielgruppe, mit den Kunden auch nach dem Apothekenbesuch aufrecht zu erhalten. Was beobachtest du in der Branche? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung, einmal, was hat sich bei den Kunden verändert und was hat sich bei euch Apothekern verändert? #00:08:06-7#

Wolfgang Kempf: Es ist ja eine Entwicklung, die wir durchmachen und durchgemacht haben die letzten 20 Jahre. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass es ein Internet in dieser Art und Weise gibt wie wir das momentan erleben. Wer hätte sich vorstellen können vor 20 Jahren beispielsweise, dass man über Google interessante Sachverhalte und interessante Zusammenhänge einfach abrufen kann, ohne jetzt in eine Bibliothek zu gehen und dort Bücher wälzen zu müssen. Das ist natürlich auch oder hat natürlich auch bei den Apotheken Einzug gehalten, zwar etwas verlangsamt, muss ich ehrlich zugeben. Es gibt heute immer noch Kollegen, die arbeiten noch auf der Basis wie man das vielleicht vor 20, 30 Jahren gemacht hat. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sehen, dass unsere Bevölkerung, unsere Kunden, sprich die Menschen sehr, sehr fortgeschritten sind, was diese modernen Kommunikationstechniken anbelangt. Ich muss mich immer wieder wundern, wenn ich beispielsweise durch die Straßen laufe oder auch hier durch das Center. Es gibt fast keine Personen, die kein iPhone in der Hand hat und gebannt auf dieses iPhone schaut und dabei manchmal vergisst, dass es auch noch eine Welt um dieses iPhone herum gibt. Also wir haben eine Entwicklung erlebt, die ist rasant und ich wage mir gar nicht auszumalen, was wir die nächsten fünf oder zehn Jahre erleben auf diesem Gebiet. #00:09:36-4#

Norman Glaser: Ja. Die Frage, die man sich stellen muss, ist oder das beschreibt ja auch eigentlich ganz gut die Problematik. Wie schafft man es, dass die Apotheke in irgendeiner Form auch in dieser digitalen Welt eine Verbindung herstellen kann zu den Kunden und zu den Patienten? #00:09:57-9#

Wolfgang Kempf: Ich denke mal wir kommen an dieser Geschichte nicht mehr vorbei, weil Kunden wünschen das und wir müssen uns darauf einstellen. Schau, es geht schon los mit der Geschichte Vorbestellung von Arzneimitteln. Das wird heute größtenteils über eine App gelöst. Der Kunde schickt eine Nachricht an die Apotheke. Die Apotheke gibt eine Rückkopplung an den Kunden zurück und das Medikament oder der Artikel, den der Kunde wünscht, liegt zum Abholen bereit. Also die Apotheken müssen sich auf die Bedürfnisse einstellen der Kunden und das bedeutet natürlich auch Kundenbindung letztendlich. Und da komme ich jetzt auf eben den Apotheken Fachkreis zurück, auf das Info-Terminal, das auch wir schon sehr lange nutzen hier in unserer Apotheke und das ist im Prinzip eine, ja eine Bindungsstelle, ein Bindungsinstrument zwischen Apotheke und zwischen dem Kunden. Ein sehr charmantes, weil es interaktiv ist auf der einen Seite und weil ich mit diesem Instrument, mit diesem Kommunikations-Terminal auch nach dem Apothekenbesuch im Prinzip mit dem Kunden Kontakt aufnehmen kann und der Kunde mit mir interagieren kann. Ich kann beispielsweise E-Mails schicken, ich kann ihm Informationstexte schicken, was ich nicht mehr ausdrucken muss, was mir natürlich auch Zeit erspart. Es ist sehr charmant und wird auch von den Kunden als sehr innovativ angenommen. #00:11:29-7#

Norman Glaser: Ja. Wer den Podcast kennt, APOTHEKEN-FACHKREIS.FM, der weiß, dass es natürlich auch Apotheken gibt, die ja gewisse Ängste haben, dass solche Technologien vielleicht zum Beispiel eine PTA ersetzen soll oder ersetzen könnte. Wie ist das bei dir in der Apotheke aufgenommen worden? Es soll ein unterstützendes Instrument sein in der Beratung, im Service. Gab es solche Ängste oder anfänglichen Gefühle auch bei euch? #00:12:02-3#

Wolfgang Kempf: Nein das gab‘s bei uns nicht und wird es auch nicht geben, weil mein Credo ist, dass ein elektronisches Gerät, ein Kommunikationsmedium, wird niemals den Menschen ersetzen können am POS. Wir brauchen Face to Face. Das ist unterstützende Beratung. Das wird gerne angenommen. Das kann eine Beratung schneller machen, effizienter machen, weil ich dadurch auch bildhaft etwas erklären kann. Ich denke jetzt mal beispielsweise an ein Inhalationsgerät, an ein Antiasthmatikum beispielsweise, wo ich ein Gerät erklären muss. Das kann man mit solch einem, mit solch einem Medium viel besser als, wenn man jetzt die Packung auspackt und fängt da an rumzuhantieren. Also es ist schön. Es ist unterstützend. Wird aber niemals einen Menschen ersetzen können. #00:12:54-2#

Norman Glaser: Ja. Genau so sehe ich das auch. Wie viel Zeitaufwand entsteht tatsächlich? Also es ist ja schon so, dass, wenn ich mir so ein Gerät oder welche Lösung ich auch immer für meine Beratung einsetze, muss ich mich schon eine Zeit lang damit auseinandersetzen. Wie lange hat das bei euch gedauert bis das so in euren Beratungsprozessen tatsächlich etabliert war? #00:13:13-9#

Wolfgang Kempf: Ja das war schon ein Prozess, da muss man ganz ehrlich sein. Das war schon ein viertel, halbes Jahr bis mal jeder sich auch mit der Technik, mit dem Handling vertraut gemacht hat. Und da muss man immer wieder mal üben, üben und üben. Und das haben wir auch mal an einem Team-Abend gemacht, wo wir spezielle Dinge durchgegangen sind, mal die Systematik uns angeschaut haben. Aber, wenn man das intus hat, dann läuft es ganz gut. #00:13:38-6#

Norman Glaser: Ja. Sehr schön. Also es zeigt ja auch, dass das Mindset eine gewisse Rolle spielt. Die innere Einstellung, wie bin ich diesen Themen aufgeschlossen, um letztendlich auch auf Augenhöhe mit dem Patienten oder mit dem Kunden in der Apotheke sprechen zu können. Weil der kommt im Zweifel perfekt von Dr. Google ausgebildet und das meine ich in Anführungsstrichen, in die Apotheke und weiß eigentlich schon ganz genau, was er nicht braucht und was er braucht. #00:14:05-5#

Wolfgang Kempf: Das ist natürlich eine Herausforderung, die ist immer da, die ist in jeder Apotheke da. Ob die jetzt einen Info-Terminal haben oder nicht. Da muss man teilweise schon schnell reagieren und auch seine Gedanken ordnen, um da eine adäquate und optimale Antwort geben zu können und da greift eben auch so ein Kommunikationsmedium wie das Info Terminal, wo man dann sehr schnell und bildhaft und wirklich fundiert die Auskunft geben kann, die der Kunde wünscht und die er mit Sicherheit in ja in einer Basisversion über Dr. Google sich angeeignet hat. #00:14:50-5#

Norman Glaser: (lacht) Genau. Jetzt sind wir gerade dabei den Apotheken Fachkreis aufzubauen als Plattform. Du hast das Service-Terminal schon angesprochen, was so die erste digitale Lösung war, um die Beratungs- und Service-Prozesse der Apotheke zu unterstützen. Jetzt soll es ja weitergehen, dass man untereinander in Form einer Community voneinander lernen kann oder auch Experten, externe Experten das ein oder andere Thema mitbringen. E-Mail Marketing zum Beispiel oder wie betreibe ich erfolgreich meine eigene Website. All diese Dinge. Worauf ich hinaus will ist, wenn wir das mal beobachten, was in der Gesundheitsbranche, im Gesundheitsmarkt gerade passiert, dann gibt es tatsächlich Produkte mit dem Thema Telemedizin, wo man versucht Online-Beratung anzubieten, zum Beispiel via Live-Chat in Kombination mit anschließendem Produktabverkauf. Zum Beispiel OTCs. Wie beobachtet ihr die Entwicklung dahingehend und wie wichtig ist es aus deiner Sicht, dass man diesen Schulterschluss der Apotheken fokussiert? #00:15:58-0#

Wolfgang Kempf: Gut es ist natürlich ein Spagat, was da teilweise gemacht wird. DocMorris hat es ja glaube ich oder ist gerade dabei in Füssen, bei Karlsruhe sowas aufzubauen. Das hat natürlich rechtliche Probleme. Die Problematik besteht darin, dass solche Terminals, solche Fernbedienung, Fernberatung über einen Terminal durch die aktuelle Apothekengesetzgebung nicht gedeckt ist. Ich bin da auch etwas skeptisch gegenüber. Das kann natürlich sein, dass das irgendwann mal kommt. Wenn die Entwicklung sich dahingehend zeigt, dass das Apothekensterben weitergeht. Wenn, da bin ich mal gespannt, inwieweit der Gesetzgeber die richtigen Schlüsse aus dem EuGH-Urteil zieht und dafür Sorge trägt, dass die Apotheke in Deutschland insgesamt in der Fläche auch erhalten bleiben kann. Ich glaube die haben es erkannt, um was es da geht. Nur fehlt ihnen der Mut. Zumindest in manchen der politischen Parteien. Ich möchte sie jetzt nicht beim Namen nennen, aber das weiß ja jeder, dort auch mal Rückgrat zu zeigen. Das wird man in Zukunft sehen, aber wir werden insgesamt an dieser Technik, an dieser Digitalisierung nicht vorbeikommen. Gerade was Information, was die eigene Information anbelangt, die Information des Kunden, was Werbung anbelangt, was den Verkauf anbelangt, daran kommen wir nicht vorbei und da brauchen wir das und da müssen wir uns darauf einstellen. Und da müssen wir uns dieses Mediums bedienen, ganz klar. Aber ich bin da vielleicht etwas konservativ. Ich denke das muss sich alles im Rahmen des Rechtlichen bewegen. #00:17:59-7#

Norman Glaser: Ja. Könntest du dir vorstellen, wenn wir im Apotheken Fachkreis gemeinsam mit den Apotheken eine Lösung entwickeln, in der es möglich wäre, dass zum Beispiel deine Kunden und Patienten dich per Live Video-Chat konsultieren? #00:18:14-6#

Wolfgang Kempf: Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Ich bin ja auch in einem internationalen Gremium tätig, in dem European Pharmacists Forum. Da sitzen 28 Apothekerinnen, Apotheker aus 10 europäischen Ländern zusammen. Wir sind im Prinzip so ein Thinktank, um etwas vorauszuschauen, was könnte man machen, wenn gewisse Umstände in dem jeweiligen Land eintreten? Es gibt viele, es gibt einige Beispiele, gerade aus UK, aus Spanien, aus Portugal, die in dem Sinne, was wir eben besprechen, schon einige Schritte voraus sind. #00:18:56-2#

Norman Glaser: Sind wir in Deutschland wieder hinten dran? #00:18:58-8#

Wolfgang Kempf: Wir sind in Deutschland in dem Sinne schon noch hinten dran. Denk mal an die elektronische Gesundheitskarte. #00:19:05-3#

Norman Glaser: Oh ja. #00:19:05-7#

Wolfgang Kempf: Denk an andere Dinge. Es geht uns zwar relativ gut im Vergleich, wirtschaftlich gut im Vergleich zu den anderen Ländern, aber ich vermisse bei uns die Innovationskraft, muss ich ganz ehrlich sagen. Das hängt natürlich vielleicht auch mit unserer berufsständischen Vertretung zusammen. Da fehlt mir auch etwas dieses Vorausbrechen, dieser Innovationsschub. #00:19:32-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Wo kann der Innovationsschub aus deiner Sicht herkommen? #00:19:36-9#

Wolfgang Kempf: Da kann nur von unten kommen, von unten nach oben. Das heißt, der muss von der Basis kommen. Die Basis muss das fordern, die muss präsent sein und muss das nach oben tragen. Da gehört natürlich auch dazu, dass die da oben dann auch die Ohren aufmachen. #00:19:52-2#

Norman Glaser: Ja. Kann der Apotheken Fachkreis so eine Plattform sein, wo wir bewusst in Form von Mastermind-Gruppen zum Beispiel dafür sorgen, dass sich Apotheker mit einer ähnlichen Denke wie du sie hast, irgendwie zusammentun, um mal wirklich in der Gemeinschaft eine Stärke zu beweisen, um solche Innovation zu treiben? #00:20:12-4#

Wolfgang Kempf: Auf jeden Fall. Das begrüße ich. Es hat mich auch sehr gefreut als ich die Informationen darüber bekommen habe, dass hier eine Plattform geschaffen wurde. Ich halte das für sehr, sehr notwendig das zu tun und wir sollten das in diesem Kreis vorantreiben. Wir sollten das auch ausbauen und vor allen Dingen in die Tat umsetzen und anderen quasi Leuchtturm sein, dass man es auch so machen kann. Das man so sein Geschäft in die Zukunft führen kann, seine Apotheke und das ist dann eine Einladung an die anderen sich anzuschließen oder es sein zu lassen. #00:20:49-5#

Norman Glaser: Ja. Spannend. Was ich sehr gerne noch ansprechen wollen würde, wäre noch eine Idee. Also wir haben gerade darüber gesprochen, was wäre, wenn der Apotheken Fachkreis so in Sachen Telemedizin eine Mobile App auf den Markt bringen würde. Wo du quasi per Live-Chat mit deinen Patienten und Kunden Kontakt aufnehmen könntest und könntest du dir auch vorstellen, dass gerade im Zuge der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entstehen müssen für Apotheker, wie zum Beispiel das Expertenwissen zu einem besonderen Thema zu monetarisieren. Also, dass ich zum Beispiel sage, ich biete im Internet sage ich mal allgemein, ob das jetzt Facebook ist, ob das auf der eigenen Webseite ist, ob das über eine mobile App ist, mein Wissen an, was dann Patienten kaufen können, wofür die dann bezahlen? Zum Thema, weiß ich nicht, Stressbewältigung oder wie gehe ich oder wie ernähre ich mich gesund? Solche Themen, könnten das neue Geschäftsmodelle sein? #00:21:49-0#

Wolfgang Kempf: Auf jeden Fall. Ein Service, den wir liefern. Wir stehen auch im Wettbewerb. Wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Apotheken laufen, dass wir das nötige Geld hereinfahren. Es gibt, ein Service, der nichts kostet, ist nichts wert. Es gibt gewisse Services, okay, die sind kostenlos, aber das ist eine Leistung, die wir erbringen und die Leistung muss entgolten werden. Ich bin hundertprozentig dafür, dass man solche Angebote dann auch bezahlt. In anderen Wirtschaftsbereichen ist das Gang und Gäbe, nur bei den Apotheken nicht. Und da muss auch meiner Ansicht nach der Gesetzgeber die nötige Grundlage schaffen, dass die Leistungen, insbesondere jetzt im Arzneimittelbereich, dass die auch in Gold, Geldwert, entgolten werden dann auf jeden Fall. #00:22:43-1#

Norman Glaser: Ja. Weil noch dazu kommt, dass, wenn Amazon auf den Markt kommt und sich dem Thema Arzneimittelversand (annimmt?), dann werden auch Märkte wegbrechen. Ich glaube man müsste einfach rechtzeitig über neue Modelle nachdenken. #00:22:55-4#

Wolfgang Kempf: Da müssen neue Standbeine geschaffen werden, möglichst frühzeitig und deshalb finde ich es äußerst gut, dass eben dieser Apotheken Fachkreis, dieses Kompetenz Forum, dass die vorausschauend sich mal den Markt angucken, Schlüsse ziehen und neue Geschäftsideen, Modelle entwickeln. #00:23:13-8#

Norman Glaser: Schön. Okay. #00:23:15-0#

Wolfgang Kempf: Denn es gibt einen Grundsatz in meinen Augen, ganz kurz ist der, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das hat schon mal einer gesagt vor 25 Jahren glaube ich. Er hat Recht behalten und der gleiche Satz, die gleiche Aussage gilt auch für die Zukunft der Apotheken. #00:23:32-5#

Norman Glaser: Ja. Ich beobachte den amerikanischen Markt sehr genau und da ist eigentlich schon zu erkennen, dass wir nicht mehr ganz so früh sind, um es mal gelinde auszudrücken. Es ist, also wir sind eigentlich schon so ein bisschen spät dran, aber ich denke eben auch, dass mit einer Gemeinschaft eine höhere Geschwindigkeit erzielt werden kann als, wenn jede Apotheke für sich tüftelt und mit kaum vorhandenen Mitteln eigentlich nur Schwierigkeiten haben kann irgendwas zu entwickeln, was in die Richtung Digitalisierung geht. #00:24:01-9#

Wolfgang Kempf: Genau. Ich kenne den amerikanischen Markt auch relativ gut, weil ich sitze in diesem Gremium drin, wo die Vorsitzende von Walgreens Boots Alliance dabei ist, die Frau Ornella Barra. Die ist selbst Apothekerin und steht für die inhabergeführte Apotheke. Natürlich gibt es in Amerika drüben, in den Vereinigten Staaten Ketten. Ich bin kein Freund von Ketten. Ich will die auch nicht. Aber, wenn ich mir mal angucke, was da an Innovationskraft gerade, was diese elektronischen Medien im Bereich der Beratung und so weiter anbelangt, da sind die meilenweit voraus und da kann man nur lernen. Man kann natürlich auch dieses Geschäftsmodell, gerade was diese Beratungs- Tools und so weiter anbelangt, auch auf die inhabergeführte Apotheke übertragen. Das ist ganz klar. #00:24:52-2#

Norman Glaser: Ja. Absolut. Toll. Um auch noch selber was zu lernen, was können wir für die PTAs tun in der Apotheke? Siehst du einen konkreten Bedarf? Gibt es vielleicht irgendeinen Service, vielleicht auch intern, Thema Weiterbildung et cetera, was man anbieten könnte, was deinen PTAs helfen könnte? #00:25:15-4#

Wolfgang Kempf: Ich könnte mir das durchaus vorstellen und zwar gibt es einige Modelle auf dem Markt, wo man PTAs ein iPad zur Verfügung stellt, wo quasi so Webinare drauf laufen, Weiterbildungs-Tools. Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht eine Lösung finden könnte, wo man PTAs mit entsprechenden elektronischen Medien helfen kann, damit sie dann auch in ihrer Freizeit möglichst kurz, möglichst kompakt, optimales Wissen vermittelt bekommen. Das wäre vielleicht mal ein Ansatz, inwieweit man mal in diese Richtung nachdenken könnte. #00:26:00-6#

Norman Glaser: Ja. Und inhaltlich neben Fachwissen, ist auch das Thema vielleicht Online Marketing ein Thema? #00:26:08-4#

Wolfgang Kempf: Ja. Das ist mit Sicherheit auch ein Thema, weil es kann nicht nur der Apothekenleiter oder die Leiterin alleine diese Marketing-Geschichten machen, da der Tag hat nun mal nur mal 24 Stunden und man braucht dann auch eine Assistentin und da die PTA ist auch eine Assistentin. Und ich denke, man kann sie in diese Richtung auch weiterentwickeln. #00:26:31-6#

Norman Glaser: Ja. Wie macht ihr das bei euch? Wer kümmert sich um Website? Du bist auch mit eurer Apotheke bei Facebook, habe ich gesehen. Wer macht das alles? #00:26:39-8#

Wolfgang Kempf: Ja. Das mache momentan ich. Aber es ist halt viel Arbeit, will man up to date sein und ich habe gerade gestern von eurem Außendienstmitarbeiter Besuch gehabt und der hat mir die neuen Tools vorgestellt und meine Anregung war auch die Facebook-Seite mit euch verknüpfen zu können, weil da sind sehr schöne Ansätze drinnen, das wäre super, wenn man da einzelne Sparten herausholen könnte und quasi in die eigene Facebook-Seite integrieren kann. Das heißt, Dinge, die ihr entwickelt, dann auch abrufen kann. #00:27:13-0#

Norman Glaser: Ja. Vielleicht, um das für die Zuhörer noch ein bisschen zu erklären. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, also gerade was das Thema Web Präsenz, also Internetauftritt, E-Mail Marketing, angeht, so viel wie möglich auch an kostenlosem Wissen, wie man neudeutsch so schön sagt, rauszuhauen. Dass man jetzt nicht unbedingt im Fachkreis Mitglied sein muss, um das zu erfahren, wie funktioniert E-Mail Marketing in der Apotheke? Was bedeutet Online Marketing? Welche Möglichkeiten gibt es da? Unsere Teilnehmer im Apotheken Fachkreis kriegen da natürlich nochmal Fundierteres an Informationen und vor allem die Möglichkeit, dass alle Inhalte vom Service-Terminal, die sowieso digital zur Verfügung stehen, eben auch auf der Website und auch auf Facebook geteilt werden können. Also man hat damit einen voll automatisierten Content Lieferanten durch den Fachkreis und kann den eigenen Kunden und Patienten dann ohne größeren Zeitaufwand diese Information bereitstellen. #00:28:12-3#

Wolfgang Kempf: Das ist das Schöne, dass man quasi aus einer immerwährend sprudelnden Quelle Sachen herausnehmen kann, abschöpfen kann, die quasi für sich selbst und die eigenen Kunden nutzen kann ohne jetzt lang recherchieren zu müssen, wo bekomme ich die Informationen her, wo bekomme ich die anderen Informationen her? Das ist sehr schön. Es ist alles kompakt aus einer Hand. Ist super aufgemacht und ansprechend. Was auch, das gefällt auch dem Kunden und ich finde das toll, muss ich ganz ehrlich sagen, großes Kompliment an euch. #00:28:46-1#

Norman Glaser: Danke, danke, danke. Ich gebe das gerne weiter. #00:28:48-1#

Wolfgang Kempf: Bitte. Das gehört auch mal dazu, dass man das sagt. #00:28:51-5#

Norman Glaser: Ja schön. Also wir freuen uns, wenn wir vor allem wahrgenommen werden. Ich nenne das immer so schön. Ich möchte immer die Fahne hissen für die Apotheken in Deutschland, um einfach klarzumachen. Nur, wenn wir alle zusammenhalten, dann können wir auch was bewegen. Und Digitalisierung ist per se nicht unser Feind, sondern es sind in erster Linie neben den ganzen Risiken, die man natürlich nicht verschweigen darf, aber es bietet halt auch unglaubliche Chancen und wenn wir es nicht anfassen, wenn wir es nicht nehmen, dann werden es große Konzerne wie Google, Amazon übernehmen und dann war’s das. #00:29:22-3#

Wolfgang Kempf: Genau. Ich denke mal, man kann es vielleicht dahingehend formulieren. Bei Risiken und Ängsten fragen Sie Ihren Fachkreis. #00:29:30-8#

Norman Glaser: (lacht) Ja. Sehr schön. Ich gebe das gleich mal ins Marketingteam nachher. (lacht) #00:29:35-3#

Wolfgang Kempf: Okay. (lacht) #00:29:37-1#

Norman Glaser: Vielleicht noch eine Geschichte, die mich super interessiert. Ich habe einen befreundeten Apotheker, den kann man ja auch nennen. Jan Reuter, der auf Facebook immer mal wieder in #00:29:46-5#

Wolfgang Kempf: Mit dem bin ich auch befreundet. #00:29:47-8#

Norman Glaser: Ach schau. Den kennst du (lacht) #00:29:50-0#

Wolfgang Kempf: Der Jan aus Walldürn. #00:29:50-8#

Norman Glaser: Genau, aus Walldürn. Der wohnt hier gerade mit seiner Apotheke ums Eck. Ich sitze auch im Odenwald und was er wirklich super macht, ist den Facebook-Kanal für Live Videos oder überhaupt Videos zu benutzen, um darüber zu erzählen. So Backstage Infos. Was machen wir gerade? Wie bilden wir uns weiter? Wo ist er gerade? Oder zu verschiedenen Themen, um sich wirklich, er selber ist auch Speaker, also sich selber als Experte zu positionieren. Wie machst du das, dass ihr wirklich als Apotheke wahrgenommen werdet. Ich habe euch vorgestellt. Professionelle Beratung steht im Vordergrund, dass ihr wirklich die Experten seid und nicht nur die Abverkäufer von Arzneimitteln? #00:30:32-8#

Wolfgang Kempf: Ja. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich Jan höre und wenn ich ihn sehe und wenn wir zusammen sind. Wir sitzen auch in ein, zwei Gremien zusammen und es ist immer wieder eine Freude den Jan zu sehen und seine sprühenden Ideen. Wir sind, ich muss ganz ehrlich sagen, wir fangen jetzt so richtig an mit diesen Medien zu spielen, haben bisher oder setzen immer noch darauf auf die klassischen Werbeinstrumente, beispielsweise Coupon-Handzettel, beispielsweise Werbung in unserer Center-Zeitung. Das schreibe ich jeden Monat einen Gesundheitstitel. Man darf nicht vergessen, dass auch sowas in der Breite gelesen wird. Wir haben immerhin eine Auflage von 100.000 Exemplaren und es wird dieses Blatt wird in der ganzen Rhein-Neckar Region in den großen Städten und auch kleineren Gemeinden ausgetragen. Ich bekomme da immer wieder sehr, sehr viel Feedback und ich bin jetzt dabei eben dieses ganze Marketing auch in den Bereich Facebook und so weiter auszurollen. #00:31:40-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Also ich glaube Facebook ist nicht nur ein Kanal, wirklich um breite Masse anzusprechen. #00:31:45-5#

Wolfgang Kempf: Nein, das ist Interaktions-Kanal. #00:31:47-2#

Norman Glaser: Es ist, genau, genau. Interaktionen und Beziehungen aufbauen und vor allen Dingen Spezialist zu sein bedeutet auch Vertrauen herzustellen. #00:31:55-5#

Wolfgang Kempf: Ja. Ja. #00:31:56-9#

Norman Glaser: Und das schaffe ich nur, indem ich sichtbar bin. #00:31:57-7#

Wolfgang Kempf: Genau. Und da sind wir jetzt dabei uns da wirklich mit Power reinzugehen und diesen Infokanal und interagierenden Kanal optimal für unsere Apotheken zu nutzen. #00:32:10-9#

Norman Glaser: Ja. Wolfgang, gibt es derzeit ein Projekt, für das du gerade brennst oder was Du leidenschaftlich gern voranbringen möchtest? #00:32:20-2#

Wolfgang Kempf: Da muss ich jetzt überlegen. Aber ich sag‘s mal jetzt ganz so frei Schnauze. Das Projekt, das ihr macht, diese Verbindung und Verlinkung von Homepage, von Facebook, von Apotheken-Terminal, Info-Terminal, von Email Akquisition und so weiter, dem Endkunden gegenüber, das ist eine Geschichte, die mich fasziniert und da klinke ich mich gerne ein, mache mit und da möchte ich auch noch gerne viel lernen, um das optimal für meine Apotheke nutzen zu können. #00:32:59-2#

Norman Glaser: Schön. Und ich glaube, du bist ganz wichtig auch in diesem gesamten Team einfach, um mit deiner Expertise, also gerade diese Lösung voranzutreiben, um sie schnell in die Umsetzung zu bringen, weil genau das, was du gerade gesagt hast. Wir können über so vieles reden, in der Theorie ist das alles toll, aber es muss in die Umsetzung kommen und da muss man an dieser Stelle auch wirklich mal ein Dank aussprechen an die Ingrid Blumenthal, Geschäftsführerin von Aliud Pharma, die mit dieser Initiative wirklich aus meiner Sicht einen sehr wegweisendes Signal auch gegeben hat in der Branche, jetzt etwas zu tun. #00:33:36-2#

Wolfgang Kempf: Dem kann ich mich nur anschließen. Es war vielleicht damals, als das so aus der Taufe gehoben wurde, ich will es mal so ausdrücken, etwas flapsig eine spinnerte Idee. #00:33:47-8#

Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:33:48-7#

Wolfgang Kempf: Aber es hat sich wirklich zu einer runden Sache entwickelt und zu einer wegweisenden Geschichte entwickelt, die mit Sicherheit großen Nachhall finden wird. Wenn immer mehr Kolleginnen und Kollegen sich anschließen und diese ganzen Möglichkeiten für ihre Apotheken nutzen. Ich hätte noch eine Bitte. Vielleicht wäre ist das mal machbar, dass man sich dem mal annimmt. Ich würde gerne mal persönlich auch die anderen Kolleginnen und Kollegen kennenlernen. Kann man mal ein Meeting mit den allen zusammen machen, um sich dann mal auch Face to Face auszutauschen. #00:34:28-0#

Norman Glaser: Also unbedingt. Ich gebe das sofort weiter. Also das, das finde ich sogar extrem wichtig, dass nicht nur so anonymisiert und digital stattfindet. Wir haben tatsächlich jetzt auch, ich sag mal echte Mastermind Gruppen in Planung, die sich wirklich dann auch regional oder auch zentral treffen können. Also für die wirklichen Fachkreise, die sich noch aktiver einbringen als sie das ohne also mit der Teilnahme ja per se schon machen. Also jeder Teilnehmer im Fachkreise bedeutet auch, dass wir genug Volumen zusammen zusammenkriegen, um solche Sachen gemeinsam zu entwickeln. Aber Pioniere wie du einer bist, das wäre natürlich toll, wenn wir die alle mal an einen Tisch bringen. Ich transportiere das auf jeden Fall. #00:35:10-1#

Wolfgang Kempf: Das fände ich super, nämlich da gilt auch Face to Face. Es ersetzt nicht das elektronische Wort. Ich denke da kann man sich dann auch etwas besser und auch etwas länger mal austauschen. Das ist genauso wie das, was ich vorhin gesagt habe. Der Kunde muss am POS beraten werden. Das kann auch mal über Facebook, über andere, über Internet passieren. Aber es muss der Schwerpunkt in der Apotheke sein und so ist es auch mal wichtig, dass man die Kolleginnen und Kollegen kennenlernt, wie sie sind, fühlen, wie sie leben. #00:35:44-2#

Norman Glaser: Ja. Vielleicht noch zwei Hinweise an dieser Stelle auch für die Zuhörer. Wir haben eine Facebook Mastermind Gruppe Apotheken Fachkreis. Da kann man sich auf jeden Fall auch vernetzen mit den Teilnehmern im Apotheken Fachkreis und was auch noch interessant ist, weil du auch sagst, offline treffen, nicht immer nur digital. Jedes Jahr findet zur Messe die Perspectiva statt. Das ist auf jeden Fall auch ein Forum, um die Teilnehmer am Apotheken Fachkreise zu treffen. #00:36:14-6#

Wolfgang Kempf: Ja, da hatte ich leider dieses Jahr nicht die Möglichkeit zu kommen, da ich während dieser Zeit mal eine Auszeit genommen hatte und mit meinem Sohn im Urlaub war. #00:36:24-0#

Norman Glaser: Ja. Ist sowieso wichtig, Familie, ne, an erster Stelle. #00:36:28-4#

Wolfgang Kempf: Ja ist sehr wichtig. Ja. #00:36:29-7#

Norman Glaser: Und ich kann jetzt schon sagen. Die Referenten, die zur Perspectiva dieses Jahr waren, waren spitze, großartig und die Videos werden natürlich auch entsprechend in unseren Gruppen veröffentlicht. Also einfach mal eintragen. #00:36:44-8#

Wolfgang Kempf: Okay. #00:36:45-3#

Norman Glaser: In die Facebook-Gruppe. #00:36:46-7#

Wolfgang Kempf: Ist eine Super Idee. #00:36:48-1#

Norman Glaser: Genau. Vielleicht noch eine Frage. Welchen Rat würdest du Apothekern oder generell dem Apothekenteam mitgeben, dem Thema Digitalisierung zu begegnen? #00:37:02-6#

Wolfgang Kempf: Macht euch offen für diese neuen Techniken. Denn ohne das werdet ihr den Anschluss an die Zukunft verpassen. Und ihr wollt alle, dass eure Apotheken up to date sind, dass die modern sind, dass die Kunden gerne zu euch in die Apotheken kommen. Vergesst bitte nicht, dass eure Kunden, insbesondere diejenigen, die der jungen und jüngeren Generation angehören, einfach abgefahren sind auf diese Kommunikationsmedien und wer da nicht mitmacht, ja, der bleibt auf der Strecke. #00:37:40-8#

Norman Glaser: Sehr gut. Das lassen wir genauso stehen. Ich habe jetzt noch eine kleine Quick Q&A Session vorbereitet. Das heißt, ich stelle dir ein paar Fragen und du antwortet aus dem Bauch raus ganz spontan. #00:37:50-2#

Wolfgang Kempf: Ja. #00:37:52-1#

Norman Glaser: Okay. Was hat dich anfangs davon abgehalten dich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen? #00:37:58-7#

Wolfgang Kempf: Trägheit, vielleicht auch etwas die Angst sich mit dem intensiv auseinanderzusetzen. #00:38:07-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Welcher Moment oder Rat hat einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? #00:38:14-4#

Wolfgang Kempf: Das liegt schon sehr lange zurück. Das war mein Großvater, der damals schon ein Unternehmen hatte und ich in jungen Jahren schon für meinen Großvater im Büro tätig war im Bereich Rechnungen schreiben. Damals noch mit der Schreibmaschine. Und da habe ich im Prinzip die Grundlagen von Wirtschaft, von Geschäft und Unternehmen kennengelernt. Und das ist im Prinzip nachhaltig in mir dringeblieben. #00:38:52-4#

Norman Glaser: Ja. Sehr gut. Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, welches du selbst einsetzt? #00:38:59-1#

Wolfgang Kempf: Google. #00:39:01-4#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Welche 3 Mobile Apps benutzt du am liebsten? Was ist so auf deinem Start-Screen auf dem Handy? #00:39:07-8#

Wolfgang Kempf: Was wird da schon drauf sein? Das ist natürlich WhatsApp. Das nutzen wir natürlich auch hier im Rahmen der internen Kommunikation innerhalb der Mitarbeiter, um beispielsweise Dienstpläne weiterzugeben. Ich habe natürlich das Wetter drauf, ist klar. Man sitzt nicht den ganzen Tag in der Apotheke. Man geht auch mal raus. Und “heute” ist drauf, die Nachrichtensendung. Ja, die ist bei mir auch drauf, weil das ist für mich ein Überblick, was passiert in der Welt. #00:39:37-5#

Norman Glaser: Ja. Wetter ist wichtig zum Golfspielen, man muss ja wissen, was da los ist. #00:39:40-7#

Wolfgang Kempf: Genau. Genau. So ist es. Ich habe es nicht weit von hier zum Golfplatz. Das sind 300 Meter und da kann man schon da mal kurz rüber springen, wenn es die Zeit erlaubt. Ja. #00:39:49-0#

Norman Glaser: Da gibt’s auch eine coole Regen App. Ich weiß nicht, ob du die kennst? Die nennt sich Rain Today. Die kenne ich nicht, die werde ich mir gleich mal runterladen. #00:39:57-4#

Norman Glaser: Rain Today, also die ist echt zuverlässig und zeigt dir, was du in der nächsten Stunde erwarten kannst, wie viel Regenschauer. #00:40:04-3#

Wolfgang Kempf: Okay. Ein Super Tipp. Vielen Dank. #00:40:06-6#

Norman Glaser: Gerne. Kannst du uns zum Schluss im Hinblick auf das digitale Zeitalter noch einen Tipp mit auf den Weg geben und wie wir dich am besten erreichen können? #00:40:14-6#

Wolfgang Kempf: Wir müssen diesen Mainstream mitmachen. Wir brauchen das. Ansonsten sind wir abgeschnitten, nicht nur, was unser Business anbelangt, sondern rein auch als Mensch, als Privatperson. Erreichen kannst du mich über mein iPhone, über Facebook, über WhatsApp, ja drahtlos. #00:40:38-4#

Norman Glaser: Und eure Website ist? #00:40:40-3#

Wolfgang Kempf: Unsere Webseite bin ich natürlich auch erreichbar. #00:40:42-8#

Norman Glaser: Nenne die doch nochmal kurz. #00:40:44-6#

Wolfgang Kempf: Das ist www.rnz-apo.de #00:40:49-9#

Norman Glaser: Super. Wir verlinken natürlich alles, was du gesagt hast. Deine Tipps und deine Kontaktdaten in den Shownotes zu dieser Podcast-Episode. Wolfgang, es war mir ein wirkliches Vergnügen, eine Ehre dich hier in dem Podcast zu haben und freue mich auf unser nächstes Treffen, was wir jetzt mal anschieben werden hier auch mit den anderen Kollegen im Fachkreis und wünsche dir noch eine schöne Zeit, vor allen Dingen auf dem Golfplatz. #00:41:13-4#

Wolfgang Kempf: Dankeschön. Ich darf dieses Kompliment zurückgeben. Es war für mich auch eine sehr interessante Erfahrung dieses Podcast zu machen und mit dir zu sprechen hat auch mir wieder neue Erkenntnisse gegeben und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit auch mit den anderen Kolleginnen und Kollegen. Vielen Dank. #00:41:30-8#

Norman Glaser: Danke dir Wolfgang. Bis bald! Danke. #00:41:32-7#

Wolfgang Kempf: Bis bald! #00:41:33-4#