Michael Pieper im Gespräch mit Frau Prof. Dr. Lilia Waehlert über den Studiengang MIMS, die Digitalisierung im Gesundheitswesen und neue Chancen für die Apotheken.

 

Kurzprofil:
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre zu den Themen Absatz, Markt, Konsum
  • Promotion im Jahr 2004, anschließend Habilitation
  • Arbeit in diversen Forschungsprojekten im Zentrum für Gesundheitsökonomie an der Universität Trier
  • Seit 2012: Studentendekanin für Führung und Management im Gesundheits- und Sozialwesen an der Fresenius Hochschule, Verantwortung für drei Masterstudiengänge
Musik:
  • Beginner
Apps:
Bücher:
  • Stan Nadolny – Die Entdeckung der Langsamkeit
  • Thomas Mann – Buddenbrooks
  • Kate Tempest – Worauf du dich verlassen kannst

Textversion des Interviews

Michael Pieper: Herzlich willkommen zu APOTHEKEN-FACHKREIS.FM. Mein Name ist Michael Pieper und ich freue mich ganz besonders auf unseren heutigen Gast Frau Prof. Dr. Lilia Waehlert. Hallo Lilia! #00:00:31-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Hallo, grüß dich! #00:00:33-0#

Michael Pieper: Lilia, ja schön, dass es geklappt hat. Ich stelle dich einfach kurz vor und wenn du magst, kannst du hinterher noch ein paar Sachen ergänzen, wenn dir was fehlt. Okay? #00:00:43-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Okay. Mhm (bejahend). #00:00:43-9#

Michael Pieper: Lilia, du hast Betriebswirtschaftslehre studiert zu den Themen Absatz, Markt, Konsum. Im Jahr 2004 promoviert, anschließend habilitiert, in diversen Forschungsprojekten gearbeitet im Zentrum für Gesundheitsökonomie an der Universität Trier. #00:01:02-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Mhm (bejahend). #00:01:03-0#

Michael Pieper: Und bis seit 2012 an der Fresenius Hochschule als Studentendekanin für Führung und Management im Gesundheits- und Sozialwesen. Ist das soweit erstmal richtig? #00:01:15-5#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja ist soweit richtig vom Werdegang. Noch ein paar andere Masterstudiengänge noch dazugekommen. Also ich habe in der Zeit 3 Masterstudiengänge, die ich hier verantworte. Einen im Bereich internationale Pharmaökonomie, Einführung und Management und noch einen dritten, den wir gerade ganz neu akkreditiert haben, nämlich Nachhaltigkeit und Innovation im Gesundheitswesen. Also alles auch mit dem gesundheitsökonomischen Fokus sozusagen, obwohl ich von Haus aus eigentlich eher Ökonomin, also Betriebswirtin bin, mit einem stark soziologischen Einschlag. Aber vielleicht kommen wir da auch noch drauf zu sprechen? #00:01:50-6#

Michael Pieper: Ja. Sehr gerne. Also hört sich total spannend an. Ich finde auch diese Mischung total spannend und genau da kommen wir gleich auf jeden Fall noch zu. Was mich immer auch interessiert, ist. Wer ist der Mensch hinter der Funktion? Und vielleicht magst du einfach ein bisschen was von dir erzählen. Wer ist Lilia Waehlert? #00:02:11-3#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Mhm (bejahend). Ja es ist natürlich immer ein bisschen schwierig, weil das ist ja eigentlich eher immer so die Selbstsicht und die Sicht, die andere so von einem haben, ist ja nicht immer unbedingt dieselbe, weil man natürlich auch unterschiedliche Facetten hat. Natürlich auch in Abhängigkeit davon, in welcher Rolle man gerade ist. Aber #00:02:28-3#

Michael Pieper: Mir wird deine Sicht reichen. (lacht) #00:02:29-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja okay. Das ist schon mal gut. (lacht) Wenn ich vielleicht da eine Sache herausstellen würde, die mich sicherlich charakterisiert, dann ist es so ein Punkt, dass ich so ein Problem mit Stillstand habe im weitesten Sinne. Ich finde es einfach wichtig, dass man sich beruflich wie auch privat immer irgendwo weiterentwickelt. Dass man sich mit neuen Themen befasst, dass man auch neues mag und sich dafür interessiert, dass man eine Perspektive hat und wenn man so ist, dann ist man in der Wissenschaft natürlich auch ganz gut aufgehoben, weil das gehört natürlich irgendwie auch immer dazu. Diese Neugier, das Streben nach Verstehen von Dingen, von Sachverhalten, das ist etwas, was mich sicherlich schon auch auszeichnet und was mich auch sehr stark ausmacht. Ansonsten bin ich natürlich auch als Mutter von 2 Söhnen, ich sage mal im Teenager Alter (lacht) #00:03:21-2#

Michael Pieper: Aha. Okay. Super. #00:03:22-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Auch sehr organisiert und sehr diszipliniert einfach. Das geht nicht anders. Wenn man Vollzeit arbeitet und 2 Kinder hat zwischen 10 und 14, dann muss man da auch irgendwo seinen Tag und eigentlich sogar dann seine ganze Woche sehr stark planen. Das gehört einfach dazu, um diesen Spagat dann irgendwo auch ganz gut bewältigen zu können #00:03:40-7#

Michael Pieper: Ja. Wow! #00:03:41-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Mit alle Schwierigkeiten. #00:03:42-5#

Michael Pieper: Also da ziehe ich meinen Hut. Also wow! Klasse. (lachen beide) Alleine jetzt, was du gerade schon jetzt von dem Beruf erzählt hast, ist ja schon, reicht ja schon für 2 Leben. (lacht) #00:03:54-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja aber es ist tatsächlich so ein Thema. Also das ist wirklich so, was mich auch wirklich immer antreibt, weil ich glaube, wenn man in der Wissenschaft tätig ist oder auch an der Universität insgesamt arbeitet, dann muss man das auch ein Stück weit mitbringen. Denn das gehört zu unserem Job auch irgendwo dazu, dass man sich mit neuen aktuellen Dingen auseinandersetzt, dass man da auch Spaß dran hat und da auch irgendwas drin findet und das nicht irgendwie als eine Bedrohung sieht oder sonst irgendwas, sondern das ist eigentlich das, was mich auch gerade motiviert. Und das finde ich auch ganz wichtig für mich persönlich. Auch im Privaten im Übrigen. Also ist nicht nur im Beruflichen so. Ich finde da muss man auch immer weitergehen und man darf da nicht stehenbleiben. Also das hat natürlich immer auch die negative Seite, dann ist man auch nicht unbedingt ein zufriedener Mensch. (lacht) Sind da so 2 Aspekte. #00:04:43-4#

Michael Pieper: Aber ich, ja klar, ich kann das aber gut nachvollziehen. Ja, ja. #00:04:45-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja, ja genau. #00:04:46-0#

Michael Pieper: Weil Stillstand macht mich auch jetzt grundsätzlich unzufrieden und dann #00:04:49-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. #00:04:49-7#

Michael Pieper: Ist dann die Unzufriedenheit so groß, dass das dann wieder Veränderung auf jeden Fall stattfinden muss auf welche Art auch immer. #00:04:56-3#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja, ja und es hat ja auch immer eine große Chance finde ich. Das bedeutet zwar auch natürlich, dass man mal die ein oder andere Sache macht, wo man sich nachher fragt, oh mein Gott, warum hast du denn das getan? Aber auf der anderen Seite finde ich trotz allem, es ist nicht vertan. Man lernt was draus und weiß dann im Zweifelsfalle, okay das passt eben nicht zu mir. Das brauche ich nicht, das mache ich dann nicht mehr. Aber man hat es eben mal gemacht. #00:05:17-6#

Michael Pieper: Ja okay. Super. Spannend. Vielleicht nochmal ganz kurz, weil also so einen Job, sowas Anspruchsvolles, 2 Kids, kannst du kurz so einen typischen Tagesablauf skizzieren? Wie kann man sich das vorstellen? #00:05:33-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja es fängt früh an. Ja meistens so gegen 6. Also für mich ist das früh. Ich bin jetzt auch eigentlich kein Morgenmensch. Also insofern musste ich mich dazu schon mal sehr umstellen und da wird das vorbereitet für die Kinder, Frühstück, diese ganzen Dinge, dass das alles dann loslaufen kann mit den Kindern und ja dann gehe ich selbst los und wenn sagen wir mal der Tag, der endet dann für mich mit summa summarum so um 9 Uhr abends und dann ist so für mich die Zeit mit Abendessen, weil, wenn ich nach Hause komme, dann möchte ich auch mit meinen Kindern was zusammen machen. Die Zeit, die ich hier bin, ist auch wirklich zu 100 Prozent für den Job da und ich bin natürlich auch viel unterwegs, weil ich natürlich auch viel auf Kongressen und solche und so bin. #00:06:13-1#

Michael Pieper: Ja. Klar. #00:06:13-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und dann musst du auch immer sehr viel vorausplanen. Aber ich habe da eben auch super Unterstützung, das geht auch wirklich nur, wenn die ganze Familie mitmacht. Das fängt bei den Kindern an, die müssen das tun, als auch der Mann, also das dann Support braucht. Das heißt, wenn ich dann hier bin, ist auch das sehr durchgetaktet natürlich. Wir haben natürlich immer eine gewisse Vorgabe durch die Vorlesung, die wir halten und da sehe ich mich schon auch sehr, sehr stark. Mir macht die Lehre auch viel Freude und die Arbeit mit den Studierenden und gerade im Masterbereich ist das sowieso nochmal anders, weil die Leute natürlich hier noch sehr viel stärker das wählen, was sie auch studieren wollen, was ihnen sehr viel Spaß macht, wo andere Dinge, die sie vielleicht in einem Studium machen müssen, weil sie dazu gehören, die sie nicht so interessiert, die fallen dann ja immer mehr weg. #00:06:57-3#

Michael Pieper: Klar. #00:06:57-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und insofern ist das nochmal eine ganz andere Geschichte und das macht mir einfach auch sehr viel Freude und hier mit den Studierenden dann einfach zusammenzuarbeiten. #00:07:04-5#

Michael Pieper: Super. #00:07:04-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja plus der anderen Dinge, die dann eben auch noch da reinkommen. Ja und dann ist der Tag ist irgendwie immer unglaublich schnell vorbei. #00:07:11-8#

Michael Pieper: Das glaube ich. Das glaube ich. Hört sich bunt an. #00:07:13-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und man (unv.) #00:07:15-0# eigentlich gilt das sowieso für die ganze Woche. Also das ist immer ja, also es muss so eine typische Struktur von 6 Uhr bis (unv.) #00:07:22-5# durchorganisiert mit beruflichen wie privaten Dingen. #00:07:27-2#

Michael Pieper: Ja, also kann man auch glaube ich so wie du auch meintest auch nur machen, wenn man dann für die Sachen brennt. Wenn man dann #00:07:34-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja, ja das stimmt. #00:07:34-7#

Michael Pieper: Das jetzt auch, wenn es jetzt nicht nur anstrengend ist und Energie kostet, sondern auch, wenn da auch wieder was zurückkommt. Toll! #00:07:41-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Auf jeden Fall. Mhm (bejahend). #00:07:43-0#

Michael Pieper: Wow! Jetzt sind wir eigentlich schon mehr oder weniger mittendrin. Vielleicht nochmal ganz kurz. Was fasziniert dich besonders daran an dem Beruf? Also ich habe jetzt auch ein bisschen rausgehört, jetzt auch gerade so mit den Studenten da auch was zu vermitteln. Ist es das oder gibt es oder das Neue entwickeln und das Forschen? #00:08:04-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Mhm (bejahend). #00:08:04-6#

Michael Pieper: Kann man das so sagen? #00:08:05-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Also es ist ja also das auf jeden Fall. Das gehört auf jeden Fall dazu. Wobei ich dazu sagen muss. Ich bin wie das immer so ist im Leben eigentlich eher zufällig in diese ganze Schiene der Wissenschaft hineingeraten. Also, als ich klein war, wollte ich eigentlich Tierärztin immer werden. Also das ist glaube ich, was das Mädchen, ich glaube jedes zweite Mädchen, wenn es klein ist, werden will. Als ich dann ein bisschen älter war, wo ich fünfzehn, sechzehn, war es dann der Journalismus. Und dann irgendwann im Studium fragte mich einfach mein damaliger Prof an der Uni Trier, ob ich nicht mir vorstellen könnte bei ihm als (WisMa?) zu arbeiten. Weil er eben sagte, ich hätte irgendwie ein analytisches Talent und es hat mir einfach auch super viel Spaß gemacht mich mit komplexeren Dingen auseinandersetzen, mit Theorien, die liegen mir sowieso. Das mache ich sehr gerne und Dinge einfach zu hinterfragen und da habe ich gedacht. Pff! Warum nicht? Ich probiere das einfach mal. Und das war dann der Punkt, wo ich dann so hängengeblieben bin und das versuche ich meinen Studierenden auch ein Stück weit zu vermitteln. Man kann, viele Dinge kennt man an sich gar nicht unbedingt, sondern man muss auch wirklich immer viel probieren und entdeckt dann erst bestimmte Stärken, die man irgendwie hat und so war das eben auch bei mir, dass ich da erst bestimmte Stärken überhaupt erkannt habe und andere natürlich auch in dir sehen müssen. Und das ist schon das, was mich auch heute noch irgendwo dann auch antreibt und auch fasziniert jetzt an dem Beruf der, des Professors oder des Wissenschaftlers. Wir beschäftigen uns ja im weitesten Sinne mit Erkenntnis. Und was mich daran wirklich fasziniert, ist wie unplanbar das ist und wie unplanbar auch dieser Prozess der Erkenntnisgewinnung ist. Und ich habe immer wieder so Momente, wo ich selbst überrascht bin. Manchmal wie zäh das ist, wie lange man braucht, um irgendwas wirklich zu durchdringen und zu begreifen und manchmal wie leicht es geht. Und das ist absolut nicht planbar und insofern auch für mich ein sehr kreatives Geschehen und das fasziniert mich an diesem Beruf. Und das finde ich einfach was Tolles und wir haben als Professoren genau diesen Freiraum #00:10:08-9#

Michael Pieper: Klasse. #00:10:09-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und das ist einfach auch ein Privileg. Das sehe ich auch so. #00:10:13-3#

Michael Pieper: Also da muss ich jetzt einfach doch auch nochmal nachfragen, weil mich das auch so interessiert auch, wenn wir jetzt ein bisschen vielleicht abkommen mögen. Aber das hieße ja auch, dass man auch gar nicht immer so planhaft, wirtschaftsorientiert studieren und lehren kann, sondern das ja auch, weil das ist ja immer so ein Thema Grundlagenforschung und wofür das alles. Dass das doch durchaus dann seine Berechtigung hat, weil man ja hinterher noch gar, also man ja noch gar nicht weiß, was hinterher bei rumkommen kann oder? Würdest du das so sehen? #00:10:43-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Das sehe ich, ich persönlich sehe das absolut so und ich finde, dass auch heute teilweise wirklich schade, dass wir den Studierenden da immer weniger diese Chance bieten. Also, wenn ich das noch vergleiche wie ich noch studieren konnte. Jetzt hatte ich allerdings auch an der Universität Trier das Glück, das war ein sogenanntes integriertes Studienkonzept, wo wir als Ökonomen VWL, BWL und Soziologie zu gleichen Teilen hören mussten und ich sage mussten, so haben das viele gesehen. Ich persönlich habe das als eine unglaubliche Bereicherung empfunden und genau damit hat sich für mich auch erst, haben sich für mich auch erst unterschiedliche Welten eröffnet. Und heute durch diesen permanenten Druck, dass die Studierenden einen Leistungsnachweis nach dem anderen erzeugen müssen, ist eigentlich gar keine Zeit mehr dafür und gar keine Chance mehr mal über den Tellerrand links und rechts zu blicken und einfach auch nochmal andere Themen wahrzunehmen und zu hinterfragen und auch überhaupt die Zeit Dinge zu hinterfragen und wirklich mal in der Tiefe sich damit auseinanderzusetzen, die wird immer, immer weniger und das finde ich auch sehr, sehr schade und insofern gerade vor dem Hintergrund, weil man, wer weiß denn, also ich weiß nicht wie es bei dir war, aber ich glaube es gibt ganz wenige, die einfach so Mega-Talent haben, dass sie sowieso wissen, ich werde Musiker oder ich werde Künstler oder sonst irgendwas. #00:12:04-3#

Michael Pieper: Also ich habe die absolute Patchwork-Biografie. (lacht) #00:12:07-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Ja eben. Und das Gros der Menschen ist doch so nicht. Also die meisten, die sind doch mit 17, 18, wenn die sich heute entscheiden müssen, was sie machen wollen, die wissen doch noch gar nicht, was auch sowohl die Berufswelt bietet als auch das, wo sie wirklich ihre Stärken haben. Ja und #00:12:23-0#

Michael Pieper: Und was ja interessant ist, dass das auch, also aus meiner Weltsicht auch nicht aufhört. Also ich sehe mich selber nie als abgeschlossen ab, also ich könnte auch nicht sagen, dass ich jetzt in 10 Jahren immer noch dasselbe machen werde. (lacht) #00:12:35-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Also ich glaube schon, dass so ein Kern bleibt. Also bei mir würde es zum Beispiel immer irgendwie sowas sein, wo ich tatsächlich irgendwie so Dinge hinterfragen muss und weiter entwickeln muss, das so im theoretischen, das ist einfach mein Ding, aber ob es jetzt als Professor ist oder irgendwie anders, das wüsste ich auch nicht. Deswegen, #00:12:52-6#

Michael Pieper: Toll. #00:12:53-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Also das sehe ich genauso und da gibt es für jeden so vielfältige Möglichkeiten und ich finde das müssen wir eigentlich den jungen Leuten heute unbedingt bieten und das ist schade, wenn wir das durch einen ja da einfach auch kaputtmachen. #00:13:06-4#

Michael Pieper: Bin ich total bei dir. Klasse. Okay, kommen wir einfach mal jetzt zu dem interessanten Studiengang, wo du Studiendekanin bist. Ich sage jetzt einfach mal nur kurz Mims. (lachen beide) Vielleicht kannst du ein bisschen erzählen, worum geht’s dabei im Mims Studiengang? #00:13:22-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja genau. Also #00:13:22-6#

Michael Pieper: Was heißt, was verbirgt sich dahinter? #00:13:24-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Der Mims, also wie gesagt, wir haben ja immer so sehr schöne Abkürzungen bei uns an der Hochschule für unsere Studienprogramme. Ist ein Masterstudiengang, der heißt ausformuliert International Pharma Economic Health Economics and Markets Strategies for Heathcare Products. #00:13:39-6#

Michael Pieper: Wow! #00:13:40-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Also ein schön langer Name, deswegen brauchen wir dafür eine Abkürzung. Das ist ein Masterstudiengang, der auf die pharmazeutische und Medizintechnikbranche fokussiert ist und den haben wir speziell für solche Personengruppen entwickelt, die einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben, also klassisch der Pharmazeut zum Beispiel oder die aus anderen gesundheitswissenschaftlichen Fächern kommen. Ja und der ist englischsprachig und deswegen, weil wir sowohl internationale Gesundheitssysteme und Märkte, also nicht nur den deutschen, sondern internationale Gesundheitsmärkte und Systeme betrachten und auch unsere Studierenden kommen tatsächlich von überall her. Also wir haben sehr viele aus Afrika, aus Asien, seltener aus den USA und Südamerika, ja Arabien ist also ein arabischer Sprachraum ist auch noch sehr stark vertreten. Also das ist wirklich extrem international aufgestellt, was super viel Spaß macht, #00:14:37-0#

Michael Pieper: Hört sich spannend an. #00:14:38-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Weil sie natürlich alle vor ihrem Hintergrund, sie haben ganz unterschiedliche Gesundheitssysteme, wo wir vollkommen unterschiedliche Regularien haben, wie überhaupt die Gesundheitsversorgung organisiert ist und das macht wirklich super viel Spaß, da auch zu arbeiten und darum geht es auch in dem Masterstudiengang. Also, was gibt es denn hier eigentlich an Gesundheitssystemen, was haben die für Regularien und welche Auswirkungen haben die denn eigentlich dann tatsächlich für die pharmazeutische und die Medizintechnik Industrie, also beispielsweise im Hinblick auf Preisgestaltung, auf Reimbursement, auf Marktzugangsbedingungen und so weiter. #00:15:14-7#

Michael Pieper: Also, was könnte man jetzt ganz praktisch, was würdest du sagen, wenn ich jetzt das studiere, was kann ich hinterher damit machen so? Was sind so klassische Berufsfelder, wo ich dann? #00:15:25-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja da kann ich jetzt zum Glück, den Studiengang gibt es schon seit ich glaube 8 Jahren. Also wir haben, den habe wir jetzt neu akkreditiert in der neuen Fassung, aber eigentlich gibt es den schon relativ lange. Insofern haben wir schon einige Alumni sozusagen. #00:15:37-1#

Michael Pieper: Ja. #00:15:37-2#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und die arbeiten wirklich in super spannenden Bereichen, also zum Beispiel als Pricing Expert bei Pharmaunternehmen oder als Health Economist in Gesundheitsministerien oder so etwas. #00:15:49-6#

Michael Pieper: Ah spannend ja. #00:15:50-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Also da gibt es eine ganze Bandbreite. Beratungsunternehmen sind einige von uns untergekommen, wo wir auch immer Leute brauchen, die dieses spezifische pharmaökonomische Wissen einfach haben und hier auch das System mitgestalten können, aber eben auch für die Unternehmen selbst Strategien entwickeln können wie sie in solchen globalen Märkten dann regional bezogen aktiv sein können und erfolgreich sein können. Also wirklich tolle Berufe, die wir da ein ganz breites Spektrum, was wir da haben. #00:16:22-5#

Michael Pieper: Super und so die, ich habe jetzt gerade mal überlegt jetzt auch neben den Apothekern werden auch einige PTAs denke ich zuhören. #00:16:30-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. #00:16:31-7#

Michael Pieper: Was sind jetzt so die Zugangsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium jetzt in einem #00:16:37-5#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Man braucht ein abgeschlossenes Bachelor Studium. Genau. Und man muss vor allen Dingen auch im Bereich der Englischkenntnisse bestimmte Level erfüllen. Also ein (unv.) #00:16:47-9# mit 6, also das muss man einfach mitbringen, weil es eben englischsprachig ist und man hier einfach auch sowohl den Dozenten zuhören können muss auf Englisch als auch wiederum alles, die Klausuren, die Crossworks, die wir machen, sind eben alle auf Englisch. Aber ansonsten braucht man einfach wirklich nur ein Bachelorstudium, was man haben muss. Wobei wir auch, ich muss dazu sagen, wir haben auch einige, die haben tatsächlich schon einen Masterabschluss #00:17:13-2#

Michael Pieper: Wow! #00:17:13-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und wollen aber jetzt stärker das ökonomische Knowhow, das methodische Knowhow, Evaluation von Arzneimitteln, wie geht sowas eigentlich, das einfach nochmal für sich haben und das ist vielleicht noch ein Punkt, der ganz interessant ist, vielleicht auch für den Apothekermarkt, dass, wir haben auch durchaus Leute dabei, die schon im Beruf waren, also die Klientel ist auch nicht unbedingt, das sind jetzt keine 22-Jährigen, sondern wir haben viele, die schon Ende 20, Anfang 30, Mitte 30 sogar sind. Weil die sagen, ich möchte einfach nur, also man muss nicht den ganzen Studiengang buchen, sondern man könnte zum Beispiel auch sagen. Ich möchte beispielsweise im Bereich HTA Prozesse oder so etwas, da fehlt mir Knowhow und da möchte ich gerne was aufbauen. Und dann kann man dieses Modul einfach sozusagen separat buchen. Das ist auch eine Möglichkeit. #00:18:00-6#

Michael Pieper: Interessant. #00:18:00-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Und wir gehen immer mehr auch in diesen Bereich rein für Leute, die im Beruf sind. #00:18:03-8#

Michael Pieper: Klasse. Das ist ja nochmal ein guter Hinweis. Also man wirklich dann, wird man dann, also Modul bedeutet ein #00:18:12-5#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. #00:18:13-0#

Michael Pieper: Fach oder also über 1 Semester oder? #00:18:14-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Das ist im Prinzip eine Vorlesungseinheit zu einem bestimmten Themenkomplex und da gibt es verschiedene Veranstaltungen zu und man kann sich genau diese eben anhören. Man würde diese Veranstaltung sozusagen buchen und dann kann man dieses Wissen abgreifen. Man kann, wenn man dann will auch noch einen Leistungsnachweis dazu erwerben. Wenn man sich vielleicht mal später überlegen sollte vielleicht doch einen ganzen Master zu studieren, dann kann man den anerkennen lassen und dann wird das verrechnet. #00:18:42-3#

Michael Pieper: Super. Hört sich interessant an. Okay. Du weißt, wir haben ja im Vorfeld schon ein bisschen so drüber gesprochen. Wir beschäftigen uns auch gerade mit Digitalisierung und dem Zusammenhang zwischen Gesundheitsbereich, Digitalisierung. Vielleicht mal einfach zur Einstimmung in diesem Bereich. Wie definierst du für dich den Begriff Digitalisierung? Was bedeutet das? Also jetzt mal einfach ganz für sich genommen. Was heißt das für dich heute in einem digitalen Zeitalter zu leben? #00:19:14-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Mhm (bejahend). Also ich sehe das relativ pragmatisch. Für mich ist Digitalisierung, das umgibt uns. Und ich sehe es auch so, dass da kein Weg mehr dran vorbeigeht. Also egal über welche Branche wir reden. Also wo ich hinkomme geht es um Digital Change im Moment. Ja also digitale Transformation, das ist einfach das Thema unserer Zeit. Was ist das? Für mich ist es all das, was im weitesten Sinne unser Leben in irgendeiner Weise mit Hilfe von Technologien unterstützt. Also beispielsweise im Bereich Information und Kommunikation. Also Google, Whatsapp und so weiter. Und ich persönlich gehöre auch nicht zu den Kritikern, sondern sehe in der Digitalisierung tatsächlich eher Vor- als Nachteile. Allerdings muss ich dazu sagen, wenn man bewusst damit umgeht. Man muss sich auch natürlich die Frage stellen, zu Recht, auch gerade, wenn wir über das Gesundheitssystem sprechen. Wie nützt es uns? Welche Risiken sind damit verbunden und wie positioniere ich mich dann auch dazu als Privatperson oder eben als Unternehmer, als Apotheker, als Arzt, als was auch immer? Ich sehe es nur auf der anderen Seite so. Die Arbeitswelt verändert sich einfach auch durch Digitalisierung und das wir werden automatisierte Prozesse haben. Was natürlich auch immer bedeutet, dass vielleicht bestimmte Berufsbilder sich verändern werden. Aber ich denke immer, es ist nur eine Frage, was man daraus macht und wie man damit umgeht. Und wenn wir diese gesellschaftliche Diskussion darüber führen, was wollen wir eigentlich und wie soll unsere Arbeitswelt in Zukunft mit Hilfe der Technologien, die wir entwickeln, eigentlich aussehen? Dann sehe ich das eigentlich nicht als eine Gefahr, sondern als eine Chance. #00:20:55-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Toll. Also kann ich, würde ich so unterschreiben. (lacht) Ich sehe es ähnlich, weil und ich fand jetzt nochmal spannend, weil aufhalten lässt sich es halt ehe nicht. Also du kannst jetzt #00:21:08-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Nein. #00:21:08-6#

Michael Pieper: Auch nicht das Rad zurückdrehen und ich denke jede neue technologische Entwicklung bringt dann wieder Chancen, Risiken, guten Gebrauch, Mißbrauch, natürlich mit sich, #00:21:19-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. #00:21:19-6#

Michael Pieper: Aber auch eine Menge Chancen. Und ja finde ich schön, finde ich einen Super Einstieg und du hast jetzt schon die Brücke ein bisschen geschlagen. Wie positioniere ich mich? Aber vielleicht nochmal allgemeiner. Digitalisierung im Gesundheitswesen, welchen Einfluss siehst du da jetzt schon? Also da ist ja schon einiges im Wandel. #00:21:40-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Wobei ich dazu sagen muss. Ich finde, was das anbelangt, sind wir im Hinblick gerade auf Deutschland noch am Beginn der (Entwicklung?) #00:21:50-2# Ja also, wenn wir überlegen, wie lange das, ich komme jetzt an der Universität war ich am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik. Wir haben also dort das Zentrum wir Gesundheitsökonomie verankert und wir haben das also schon vor und das ist ja schon lange her bei mir, ich bin ja schon ein bisschen älter ja, das ist ja schon vor 20 Jahren haben wir uns schon unglaublich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und manchmal habe ich das Gefühl. Also, wenn ich auch so über Forschungsprojekte nachdenke, die wir damals aufgesetzt haben und sehe heute Forschungsanträge, die sehen nicht viel anders aus. Und das erschreckt mich #00:22:19-7#

Michael Pieper: Interessant. #00:22:19-5#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Manchmal ein Stück weit auch. #00:22:20-5#

Michael Pieper: Also würdest du sagen, wir haben die Digitalisierung auch ein bisschen verschlafen? #00:22:23-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja ich sage mal so. Ich finde schon, wir tun uns damit zumindest schwer und andere Länder sind da vielleicht ein Tick weiter an der ein oder anderen Stelle. Aber ich denke auf der anderen Seite, jetzt ist die Zeit gekommen, wo es ins Bewusstsein gerückt ist und wo wir, wo ich auch sicher bin, dass die Digitalisierung auch gerade im Gesundheitswesen weiter zunehmen wird. Also ich glaube auch wie gesagt da geht auch der Weg nicht daran vorbei und es gibt ja so die Aussage von manchen Experten, was vielleicht sogar stimmt, dass wir im Moment im Hinblick auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen sagen können, dass die eher so bottom up kommt. Also von den Konsumenten her. #00:23:04-1#

Michael Pieper: Das ist spannend, ich habe gerade dran gedacht, weil ich, wenn, ich habe jetzt so an Fitness Apps und an so ganz #00:23:10-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. #00:23:10-6#

Michael Pieper: Einfache kleine Tools so gedacht. Da geht‘s dann los. Mhm (bejahend). #00:23:14-3#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Und das ist das tatsächlich, ja also diese ganzen Wearables, so nennt man die ja, mit diesen Fitnessarmbändern und Fitness Tools und so weiter. Da glaube ich, das nehmen die Menschen auch an und das nutzen sie auch tatsächlich. Auf der anderen Seite glaube ich im Hinblick auf andere Fragestellungen, auf die Leistungserbringerseite also, wenn wir davon jetzt ausgehen, also wie gehen jetzt tatsächlich Kassen, Ärzte, Apotheker, Kliniken damit um? Da denke ich haben wir sicherlich noch Potential oder Luft nach oben. Also da glaube ich, da hinken wir vielleicht ein Stück weit auch hinterher und es gibt hier durchaus, auch auf Patientenseite im Übrigen auch, große Akzeptanzschwierigkeiten. Und kann man auch verstehen, weil es ist ja ein Datenschutzthema, auch weil die Sorge gläserner Patient, der hier im Hintergrund steht und das muss man auch ernstnehmen. Und deswegen sage ich, also ich glaube, wir müssen hier einfach Lösungen entwickeln, wo wir auf diese Dinge eingehen, aber sie dann auch entsprechend regeln. Das kann man ja tun. Und das denke ich wird der Weg der Zukunft sein müssen. Wir waren, ich hatte jetzt gerade eine Tagung, da war ich am Montag, da ging es tatsächlich um digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen und wir hatten einige Startup-Gründer. In dem Fall waren es nur Frauen, es war ein Frauennetzwerk. (lacht) (unv.) #00:24:36-5# Healthcare. Ja ist auch ganz spannend, was sich da so tut in dem Bereich. Also Gründerinnen waren da. Die haben nochmal sehr deutlich gemacht gegen wie viele Mauern sich solche Startups, die wirklich super für den Patienten auch sind, durchsetzen müssen und wie schwer das ist und welchen langen Atem man dann haben muss. #00:24:55-3#

Michael Pieper: Wo liegen da die Gründe? Ist das so der Apparat, Gesetzeslagen oder sind das Lobby-Gruppen oder wo, wie kann man das, diese Mauern, die du beschreibst, wie würdest du die identifizieren? #00:25:06-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ich glaube das größte Hemmnis, was die Damen dort jetzt sagten, war wirklich tatsächlich die Finanzierung. Im Sinne von, solange es sich jetzt nicht lohnt, ich sage mal sowas wie Telemedizin zu betreiben, im gesetzlichen Rahmen. Wir haben ja das Fernbehandlungsverbot oder solange es nicht bezahlt wird. Zum Beispiel hatten wir ein Beispiel, die haben ja so eine Sprachsoftware entwickelt für Menschen, die eine neurologische Störung haben, eine Hirnschädigung haben und hier einfach die Sprachfähigkeit sehr viel individueller verbessern zu können für das, was sie tatsächlich im Alltag brauchen. Und solange sowas nicht bezahlt wird, sondern immer nur ein Add-On ist, das dann der eine Arzt vielleicht macht oder die eine Kasse vielleicht dann tut oder macht oder so, dann solange wird sich sowas dann auch nicht durchsetzen können. Weil das ist natürlich, wir haben ja auch im Bereich, da sind ja mit einer hohen Arbeitsbelastung bei den Ärzten, bei den Apotheken, es ist ja nicht so, als würde man da einen ganzen Tag Zeit haben nochmal eben das und das und das machen zu können. Das heißt, da muss dann auch wirklich ein Anreiz dahinterstehen, dass man sagt, okay ich nutze sowas, weil es auch was bringt, #00:26:08-8#

Michael Pieper: Klar. #00:26:09-2#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Sowohl für den Patienten als auch für mich finanziell. Und das war hier wurde jedoch sehr stark angebracht, dass das tatsächlich ein Thema ist, wo man einfach hofft, dass sich auch diese finanziellen Aspekte da in Zukunft noch ändern können. #00:26:26-5#

Michael Pieper: Und wie ist das, gibt es denn da eigentlich also es interessiert mich jetzt einfach auch zum einen Möglichkeit Forschungsgelder zu akquirieren oder andere Möglichkeiten, um jetzt so also Fördermittel zu akquirieren? #00:26:39-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Das war auch für viele tatsächlich oder ich glaube, das ist für viele, gerade im Startup Bereich, der Grund, warum sie überhaupt so lange überleben. Das haben auch sehr viele gesagt. Wenn wir diese staatlichen Förderungen nicht gehabt hätten, hätten sie das gar nicht realisieren können. Dennoch ist es so, man geht natürlich sehr stark in Vorleistung. Das muss man einfach sehen und auf der anderen Seite glaube ich einfach. Wir haben hier so viele spannende Entwicklungen und so viele tolle ich sage mal Produkte im weitesten Sinne, die wir hier nutzen könnten im Gesundheitswesen, dass ich denke, also das wird auf alle Fälle ein Markt in der Zukunft sein. Da bin ich sehr, sehr sicher. #00:27:18-8#

Michael Pieper: Hast du zufällig irgendwas vor Augen? Also jetzt vielleicht auch aus der Veranstaltung, von der du berichtest oder auch so aus deinen Erfahrungen, gibt es irgendwie was, wo du sagst, wow! das ist jetzt so ein Best Practice oder so? #00:27:29-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja also Best Practice ist vielleicht immer schwierig. Also ich, was ich immer so grundsätzlich glaube, also, wo ich eine unglaubliche Chance im Hinblick auf den Markt der Zukunft mit Blick auf das digitale Zeitalter sehe, ist der ganze Bereich Big Data und Analytics. Also, wenn wir alleine uns das anschauen, das stellt wirklich ein Riesen Potential aus meiner Sicht. Also, wenn wir uns die Frage stellen. Was bringt eigentlich eine Therapie oder was nutzt ein Arzneimittel, dann können aufgrund der Datenlage, die wir da haben, dass wir eine ganz andere Masse an Daten zur Verfügung hätten über Big Date, natürlich zu vollkommen anderen Erkenntnissen kommen. Also ein Beispiel ist, wir gehen ja heute damit vor, dass wir den Nutzen von Therapien und Arzneimittel in der Regel über randomisiert kontrollierte Studien ermitteln. Was auch vollkommen gut ist. Also da will ich gar nicht das jetzt kritisch sehen, aber das ist natürlich nur eine bestimmte Fragestellung geeignet. Und wir müssen, um da Aussagen treffen zu können, die tatsächlich auch valide sind, also wasserdicht sind, müssen wir viele Patientengruppen von vornherein ausschließen, weil sonst könnten wir gar keine Aussage treffen. Wenn wir uns aber die Frage beispielsweise stellen. Wie wirken denn jetzt eigentlich oder wie oft oder wie wirken eigentlich sehr Arzneimittel oder Nebenwirkungen sehr langfristig oder wenn sie sehr selten auftreten? #00:28:57-4#

Michael Pieper: Verstehe. Mhm (bejahend). #00:28:57-3#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Wenn wir, wenn wir wissen wollen wie wirkt denn eine Therapie, ein Arzneimittel den normalen – in Anführungsstrichen – Patienten gut hinweg. Dann habe ich hier über so große Datensätze eine ganz andere Möglichkeit hier zu Erkenntnissen zu kommen und die können wir dann wieder gezielt einsetzen, um die Patientenversorgung zu verbessern. Das halte ich schon für eine große Chance. Natürlich auch mit einer großen Gefahr, denn wir müssen uns natürlich überlegen. Wer ist derjenige, der diese Daten sammelt? Ja ich habe Google und Facebook, wir kennen die Kritik und auch zu Recht. Das heißt auch hier muss man sicherlich global denken. Und das ist glaube ich eines der größten Hindernisse und der größten Herausforderungen, die wir haben. Wir kommen hier mit glatten nationalen Lösungen glaube ich gar nicht weiter, sondern wir müssen hier international denken und die Weichen stellen. Das kann natürlich letztlich auch nur auf politischer und Ebene passieren. #00:29:48-1#

Michael Pieper: Gibt‘s da eigentlich, also ich weiß es ehrlich gar nicht. Gibt‘s irgendwelche Gremien, die sowas verhandeln jetzt im Gesundheitsbereich auf internationaler Ebene? Gibt‘s da irgendwas? (lacht) #00:30:00-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Das ist eine gute Frage. Das weiß ich ehrlichgesagt auch nicht. #00:30:03-4#

Michael Pieper: Ist ja Wahnsinn eigentlich, so ein wichtiges Thema. #00:30:05-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja absolut. Also ich habe das Gefühl, ich meine sicherlich, es wird immer so eine höher verlagert, die EU sicherlich da beschäftigt sich damit, aber da hört es ja nicht auf. Also es muss ja weitergehen. Denn wir wissen ja nun, Google ist ja nun kein EU Phänomen oder so etwas. Also und da bin ich ehrlichgesagt schon, das kann ich gar nicht beantworten, weiß ich gar nicht, was es da gibt. #00:30:27-4#

Michael Pieper: Okay (unv.) #00:30:29-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Aber ein anderes Beispiel, um das vielleicht nochmal konkreter zu machen, wo das vielleicht auch noch hingehen könnte, wenn wir jetzt an Arzt oder Apotheker denken. Apotheker ist ja auch das Thema. Wenn ich mal so, man könnte auch zum Beispiel hier sehr viel stärker neue Technologien im Hinblick auf die Patientenkommunikation nutzen. Also, wenn wir auch an strukturschwache Gebiete denken, in denen wir beispielsweise Unterversorgung haben und da sehe ich einfach eine sehr gute Möglichkeit über Ziele, Konsultationen wie Versorgungsengpässe auch in irgendeiner Weise zu überbrücken. Oder der ganze Bereich Homecare. Wir wissen, wir haben immer mehr, in Zukunft werden wir immer mehr Pflegebedürftige haben. Und natürlich will jeder Mensch, das ist glaube ich ganz normal, so lange wie möglich in seinem eigenen Umfeld leben und nicht einem Pflegeheim untergebracht sein und all das, was in den Bereich Ambient Assisting Living kommt, wo wir unterstützt durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, Patienten, die in irgendeiner Weise zuhause versorgt werden müssen, zum Beispiel bei Notfällen, wo automatisch der Arzt informiert wird oder wo man sich auch überlegen kann, kann man den Apotheker hier nicht irgendwie einbinden im Hinblick auf Medikamentenplan und so. Also das wären so für mich so ganz spannende Möglichkeiten, wo ich denke da können wir einfach noch unheimlich viel machen. Aber dahinter steht wieder die Frage, warum sollten die Player im Markt das tun und das tun sie nur, wenn sie für sich auch einen Nutzen da haben. Und insofern ist das immer auch gekoppelt an Finanzierungsstrukturen. Ich könnte mir sowas vorstellen im Sinne von einer Qualitätsoffensive, dass man sagt, wenn das jemand macht, dann ist das was Gutes, wenn er also die Patenversorgung, dann bezahle ich dafür eben auch. #00:32:05-0#

Michael Pieper: Einfach vielleicht nochmal so diese Anwendungsmöglichkeiten beziehungsweise, wann es Sinn machen würde oder aus deiner Sicht Sinn macht sowas überhaupt für die Apotheken jetzt umzusetzen. Ich glaube, wenn ich dich richtig verstanden habe, sagtest du, dass dann auch erst, wenn jetzt Strukturen geschaffen sind oder vielleicht so eine Qualitätsoffensive stattfindet, dass dann entweder eine Finanzierung da ist oder ich hatte auch gerade gedacht, vielleicht auch eine Zertifizierung oder so könnte ja eine Lösung sein, dass man sagt, die sind so und so digital zertifiziert oder so. Ich weiß nicht. #00:32:43-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Also das vielleicht ist das die Frage wie wir auch mit der Apotheke vor Ort in Zukunft wie die sich entwickeln wird aus meiner Sicht oder ob da irgendwelche Gefahren darin stecken in der Digitalisierung. Also hier denke ich, da wird es auf jeden Fall eine Veränderung geben durch die Digitalisierung. Da bin ich ganz sicher, daran wird sich die Apotheke auch orientieren müssen und darauf einstellen müssen. Ich bin auf der anderen Seite aber auch der festen Überzeugung, dass wir die Apotheke vor Ort auch in Zukunft haben werden. Wichtig ist aus meiner Sicht nur, wie gehe ich als Apotheker damit um? Also, was ich auf jeden Fall glaube ist, dass der Wettbewerb, auch im Apothekerbereich, zunehmen wird. Wir sehen das ja schon. Denn jetzt durch das aktuelle EU-Urteil, was wir zur Preisbindung RX Arzneimittel bei europäischen Versandapotheken haben. Da haben wir ja schon gesehen, es ist einfach eine Tendenz sowieso im Gesundheitswesen da, dass wir mehr Wettbewerb bekommen werden und ich halte es für einen ganz wichtigen Punkt, dass man sich als Apotheke überlegt, wie gehe ich damit um und zwar vorher, nicht reaktiv, sondern proaktiv und für mich ist ein ganz wichtiger Punkt beispielsweise der Aspekt der Kundenbindung. Und ich glaube, das muss man sich immer fragen. Warum kommt denn eigentlich der Kunde in meine Apotheke? Was ist denn eigentlich sein Grund? Warum kommt er denn gerade zu mir? Und wenn ich das beantworten kann und schlüssig beantworten kann und hier auch interessante, intelligente Lösungen entwickle, dann braucht man auch da glaube ich keine Sorge im Hinblick auf die Digitalisierung zu haben. Ja also beispielsweise war mein Gedanke, dass man tatsächlich auch in Richtung Patientenkommunikation, Einbindung in beispielsweise in Ambient Health Living Projekte, in Telekonsultationen oder in strukturierten Behandlungsprogrammen, dass man hier als Apotheke dann auch eingebunden ist und dann natürlich auch, das sich in irgendeiner Weise finanziell niederschlagen könnte. Also wie der Gesetzgeber das ja beispielsweise auch jetzt im Moment daran ist, wenn wir im Hinblick auf Qualität beispielsweise sagen können, wenn der Apotheker jetzt den Kunden besonders gut in seiner Serviceleistung unterstützt oder etwas Besonderes tut, eine besondere Serviceleistung anbietet, dann kann ich das ja belohnen. Also bei der Qualität von Kliniken sind wir auch gerade dran hier Kriterien zu entwickeln, wo man sagt. Okay was ist denn jetzt eigentlich der Faktor zu sagen, das ist für die Klinik XY besonders gut und gemacht, von ihr besonders gut gemacht und besonders gut für den Patienten im Hinblick auf bestimmte Kriterien und wenn das so ist, dann muss sich das auch in irgendeiner Weise niederschlagen und so könnte man sich das hier genauso vorstellen. #00:35:30-5#

Michael Pieper: Da sprichst du uns natürlich aus dem Herzen, weil das ja genau das, was wir auch als Apotheken Fachkreis so rüberbringen wollen und wir so Impulse liefern. Also schön, dass auch jetzt nochmal von akademischer Seite bestätigt zu bekommen. (lacht) Nein also ich sage das so flapsig, aber ich meine es ganz ernst, also das finde ich nochmal spannend, denn genau das sehen wir auch so, dass da einfach die Positionierung und die Angebote dann wichtig sind der Apotheken. #00:36:01-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Genau. Und das ist glaube ich ein ganz, ganz wichtiger Aspekt und da finde ich liegt es dann wirklich an den Apothekern, an den Apothekern selbst, dass ich hier auch aktiv werde und dann auch sagen. Und das kann ich mir für mich auch vorstellen und hier das ist meine Kernkompetenz. Ja ich sage mal in anderen Branchen, wenn wir aus der BWL, wir nennen das Unique Selling Proposition. Das ist immer das, #00:36:24-1#

Michael Pieper: USP. Ja. #00:36:24-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Was ich (unv.) #00:36:24-7# Genau. Das ist wichtig immer festzustellen, was ist eigentlich der Vorteil. Warum kauft der Kunde denn jetzt bitteschön bei mir. Und wenn ich mir das nicht schlüssig beantworten kann, dann sollte ich auf jeden Fall mir darüber Gedanken machen. Und ich glaube durch den zunehmenden Wettbewerb, den wir haben werden in diesem Bereich, muss ich mir diese Frage wirklich stellen, muss ich mich mit dieser Frage einfach auseinandersetzen und kann nicht sagen. Oh Gott, wir lassen alles wie es ist. Denn so wird es nicht bleiben. Das ist einfach, ist wie bei sage ich mal als damals Amazon kam, alle dachten oh Gott oh Gott, jetzt gibt es keine Buchgeschäfte mehr und das ist ja auch nicht der Fall. Sondern, man muss irgendwo sich damit weiterbewegen und eigene Lösungen finden und sagen. Okay wie positioniere ich mich jetzt dann im Markt und was ist der Vorteil für den Patienten? Und da sehe ich in dem Falle, da sehe ich eine ganze Reihe von wirklich tollen Möglichkeiten. #00:37:19-9#

Michael Pieper: Klasse. Also ganz spannendes Ding und auch nochmal interessant jetzt so nochmal zu hören. Okay. Wow! Ich merke ich könnte glaube ich so Stunden mit dir quatschen. (lachen beide) #00:37:35-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Schön. #00:37:36-6#

Michael Pieper: Das ist so also mir fallen jetzt wieder 10 Sachen gleichzeitig ein. Aber ich versuche mich da ein bisschen jetzt nochmal weiter zu hangeln. Was mich jetzt nochmal interessieren würde. Gibt es irgendwas, wo du jetzt gerade besonders noch für brennst? Ein Thema, Projekt, einfach jetzt so aus deiner Perspektive losgelöst von allem, jetzt wo du sagst. Da, das muss oder möchte ich nach vorne bringen? #00:38:01-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Jetzt ehrlichgesagt unabhängig jetzt von in der Gesundheitswirtschaft sind so einige Themen. Also da fällt es mir immer schwer zu sagen, was ich da jetzt gerade wichtiger finde. Weil wir haben so viel Veränderung gerade im Markt, also da könnte ich so viele Sachen sagen. Nehmen wir die Notfallversorgung, also das finde ich ein ganz spannendes Thema. Also so viele andere Dinge. Es ist für mich vielleicht jetzt eher nochmal aus Sicht des Hochschulprofessors, was sich da wirklich bewegt. Wir hatten am Anfang schon drüber gesprochen, dass es mich wirklich auch, dass ich meinen Studierenden auch irgendwo eine Welt jenseits dieser Leistungsnachweis-Hetze eröffnen will. Weil ich irgendwo mal finde, Bildung ist nicht Anhäufung von Wissen, wo nach diesem Nürnberger Trichter, man stopft da alles Mögliche rein in der Hoffnung da kommt dann schon ein gut gebildeter Mensch raus, sondern Bildung ist irgendwo was, das hat was mit Nachdenken zu tun und draus eine vernünftige Sicht der Dinge entwickeln und auch eine vernünftige Argumentation raus zu entwickeln und das schließt für mich immer Vielfalt mit ein und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt und das versuche ich wirklich immer dann auch in meinem Umfeld mit den Studierenden zusammen zu machen. Das bewegt mich wirklich, weil ich da eine gewisse Gegentendenz sehe, dass die Studierenden heute doch wirklich extrem dieses Gestreamlined haben müssen im Sinne, bringt mir das was? Ja, nein. Und weil die gar keine andere Zeit mehr haben sich mal mit anderen Themen zu beschäftigen, die aber für das, was sie nachher eigentlich wollen, nämlich man setzt sich als Mensch, man ist ja ein Mosaik und man setzt, sein Wissen ist ein Mosaik und man setzt es, wenn man immer nur in dieselbe Richtung denkt, wird man nicht dazu plötzlich neue Dinge entwickeln können und ich glaube, das ist sowieso so ein Zeichen der Zeit und wir hatten das Thema Digitalisierung gerade. Man muss heute diese Fähigkeit ganz entscheidend mitbringen, dass man dazu in der Lage ist sich auf neue Dinge einzustellen und die auch wirklich kreativ voranzutreiben und nicht da zu stehen und zu sagen. Nein das muss jetzt alles so bleiben wie es ist, früher war es viel besser. Das bringt ja keinem was, sondern wirklich positiv nach vorne blicken und das kann man aus meiner Sicht immer nur dann, wenn man auch viele Dinge aufgenommen hat und auch dann abwägen kann. #00:40:17-4#

Michael Pieper: Und abwägen kann, heißt ja auch, Entscheidungen selber treffen können #00:40:20-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Absolut. #00:40:21-5#

Michael Pieper: Und auch eine gewisse Eigenverantwortung und Autonomie mit, also leben zu können. Das finde ich, also so verstehe ich dich auch, dass neben der Vielfalt ja auch wichtig ist. Also ich sage mal so aus meiner Laufbahn heraus war gerade das die Bücher, die du dann liest letzten Endes also was ich mir dann oder was ich an Informationen oder an Wissen mir beschaffe, ist ja dann die eine Sache, aber überhaupt mir einen Plan zu machen, mir eine Vorgehensweise zu überlegen, eine Art und Weise wie komme ich an meine Informationen, das ist ja auch spannend. #00:40:56-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Absolut. Und das ist natürlich heute, wir haben ganz andere Möglichkeiten und das ist natürlich auch was Schönes. Also, wenn ich nutze das auch intensiv muss ich sagen. Also das, klar wir haben ja halt die ganzen Online-Datenbanken, die wir da zur Verfügung haben, aber natürlich Google, ich finde auch Netflix, Skype, was wir jetzt gerade machen, das ist doch wunderbar. Also ich meine, also ich finde sowas eigentlich eher positiv, wenn man es denn dann für sich begrenzen kann. Also das ist doch eigentlich eine ganz gute Geschichte. Also das sind sicherlich auch da, wo die Digitalisierung uns in einem positiven Sinne unterstützt. #00:41:34-8#

Michael Pieper: Super. Da kommen wir jetzt schon quasi in unsere letztes (unv.) #00:41:39-7# Da frage ich immer gerne mal so nach ein paar Tools, Internetressourcen. Gibt es da irgendwas, was du nennen kannst? Also jetzt erstmal so im Internet allgemein, wo du sagst. Da kann man gut Wissen abgreifen oder irgendwas Spannendes machen? Gibt es da irgendwas? #00:41:54-7#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Na ja also gut. Ich meine, man geht natürlich immer zuerst über Google rein. Das ist zumindest mal zumindest die Ressource, die man als erstes wählt. Jetzt speziell, da gibt es natürlich also da je nachdem, wo du dich da bewegst und was du für Themen abfragen willst, da haben wir natürlich sehr spezialisierte Datenbanken inzwischen. Also da ist es glaube ich schwer zu sagen, das ist jetzt besonders toll oder nicht. Also da nutze ich wahrscheinlich auch nichts Anderes, also jetzt im allgemeinen Sinne wie alle anderen auch. #00:42:24-8#

Michael Pieper: Okay und so im mobile App Bereich? Was sind so deine oder wenn du jetzt auf deinem Smartphone, was ist da in den Favourites? #00:42:33-9#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: (lacht) Ich gucke da gerade. Also, was ich tatsächlich oft nutze, ist Google Map. Ich finde das sowas von genial. Bin immer wieder fasziniert davon wie gut dieses Ding auch im Ausland ist. Dass es einen durch die kleinsten Gässlein in Italien lotst als wäre man irgendwie #00:42:47-9#

Michael Pieper: Toll. #00:42:48-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Als wäre, also das finde ich wirklich faszinierend. Also ist extrem gut. Das, wenn wir im Ausland sind, ist das SayHi! finde ich auch ziemlich klasse. Also, wenn man da also gerade, wenn man eine Sprache gar nicht beherrscht. Weil da kann man das dann auf Deutsch sagen und dann wirft einem das in der Sprache, die man dann gerade braucht, raus und zwar so. Also das wird vorgesprochen, dass man es tatsächlich dann nachsprechen kann. Es wird aber auch verschriftlicht, #00:43:11-0#

Michael Pieper: Super. #00:43:11-2#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Wenn man das ganz schlecht ausgesprochen hat, den Leuten auch zeigen kann. Also ich finde das sehr klasse. Fitness Apps habe ich natürlich auch drauf. Ja das ist klar. Ich bin ja nun als Gesundheitsmensch muss man ja auch eine Fitness App nutzen. Ja und das tue ich tatsächlich. #00:43:24-6#

Michael Pieper: Klasse. Spannend. Und bist du Musikliebhaberin? Gibt es irgendwie Musik, die du hörst, um jetzt zum Beispiel dich zu inspirieren und neue Ideen, neuen Input zu generieren? Gibt es da was, was du gerne hörst? #00:43:38-6#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja. Ja Musik ist ehrlichgesagt, also da bin ich ziemlich geprägt von meinen Söhnen und meinem Mann. Die sind da irgendwie ziemlich up to date immer und ich bin da immer eher so das Anhängsel. Aber ich finde das auch ganz bequem, weil da kann ich mich das, die selektieren das vor und dann höre ich mir das immer an. Dadurch ist das natürlich auch sehr modern. Also ich finde das immer tatsächlich, gerade was so in diesem ganzen deutschsprachigen, ja ich weiß nicht, ob man das Hiphop nennen #00:44:03-0#

Michael Pieper: Ah! #00:44:02-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Sollte, da in dem Bereich. Also ich finde die Beginner, das ist jetzt so aktuell. Das sind Delay und (unv.) #00:44:09-1# das finde ich ganz cool. Muss ich wirklich sagen. Weil da gefällt mir einfach wie sie diese Sprache, das ist ja immer sehr witzig und ich finde es auch ganz wirklich schön gemacht. Also die haben auch ganz witzige Texte. Also das gefällt mir eigentlich extrem. Also das höre ich tatsächlich ganz gerne, aber ich muss sagen. Das bin ich immer so ein Anhängsel meiner Jungs im Haushalt. (lacht) #00:44:28-7#

Michael Pieper: Aber da wirst du ja wahrscheinlich bestens versorgt sozusagen. #00:44:31-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja das glaube ich auch. (lachen beide) #00:44:33-8#

Michael Pieper: Toll. Kannst du unseren Hörern, Hörerinnen ein Buch empfehlen, welches für dich einen besonderen Mehrwert hatte. Also jetzt nicht nur unbedingt aktuell, vielleicht auch jetzt im Rückblick auf dein Leben? #00:44:46-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja also das ist, also Lesen ist für mich sehr, sehr wichtig und da könnte ich also sehr, sehr viele nennen. Stan Nadolny, Entdeckung der Langsamkeit, das hat mich #00:44:56-8#

Michael Pieper: Toll. #00:44:56-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Das hat mich früher selbst mal geprägt muss ich sagen. Natürlich Thomas Mann tatsächlich auch. Also ich war ein begeisterter Buddenbrooks Leser. Ich habe das glaube ich 10 oder 12 Mal gelesen das Buch. Wo sich viele fragen, oh Gott wie schrecklich. Aber ich fand es toll. Aber jetzt aktuell fand ich eines wirklich toll, das ich aber echt empfehlen kann, das ist von der Kate Tempest, die ja auch Musikerin eigentlich ist und die hat jetzt ihren ersten Roman geschrieben, “Worauf du dich verlassen kannst” heißt das. Das habe ich deswegen noch so ganz zentral im Kopf und das hat mich, also ich finde das immer toll, wenn Bücher so eine eigene Rhythmik haben und Themen, die uns eigentlich alle beschäftigen. Also, was ist das Leben? Wir suchen alle nach dem Sinn im Leben, wir suchen alle nach der Liebe, wir alle wollen geliebt werden irgendwie. #00:45:34-5#

Michael Pieper: Absolut. #00:45:35-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Wie sie das hier so einfängt und in so eine ganz eigene Bildsprache bringt, das finde ich wirklich großartig. Also das kann ich echt empfehlen. #00:45:42-4#

Michael Pieper: Klasse. Kate Tempet? #00:45:43-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Kate Tempest heißt die. “Worauf du dich verlassen kannst” heißt das Buch. #00:45:48-9#

Michael Pieper: Alles klar. Klasse. Gucke ich auch mal nach. (lacht) #00:45:51-1#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Also ist wirklich (unv.) #00:45:51-0#

Michael Pieper: Das sagt mir jetzt gar nichts. (lachen beide) Ich lese auch gerne. Auch immer noch muss ich sagen, auch immer noch haptisch in Old School Format. (lacht) #00:46:01-0#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ich mache beides. #00:46:01-5#

Michael Pieper: Ah ja. #00:46:01-8#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ich mache beides inzwischen. Also ich sage immer. Ich habe immer so, ich lese auch viel Trash, das muss ich auch dazu sagen. Das (unv.) #00:46:07-9# auch immer sehr entspannend. Also ich lese sehr viele Krimis auch gerne, weil das ist wunderbar. Das kann man abends mal schön machen, das ist dann entspannend, dann kommt man runter. Und die guten Bücher, die kaufe ich mir immer noch als Print. #00:46:17-8#

Michael Pieper: Das ist schön. Klasse. #00:46:19-4#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Also das will ich auch in der Hand haben. Das will ich dann auch in meinem Regal stehen haben und ja also das finde auch. Da muss man auch genau wie wir vorhin gesagt haben, also insofern ja da hat man auch da muss man sich auch selbst immer zu positionieren. Wie gehe ich mit Dingen um und ich finde es immer dann eher was Positives. Es ist eine Chance mehr, eine Möglichkeit mehr. Wenn ich sie nicht nutzen will, nutze ich sie nicht. Aber dann ist es meine Entscheidung. #00:46:43-3#

Michael Pieper: Klang jetzt schon fast nach einem perfekten Schlusswort. (lachen beide) Also man könnte sagen, eher sowohl als auch als an Stelle von entweder oder. #00:46:55-2#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Ja genau. Genauso würde ich es zusammenfassen. Genau. Mhm (bejahend). #00:46:59-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). Toll. Klasse. Lilia, wow! also ich fand es total spannend. Ich könnte wie gesagt wie vorhin schon gesagt gerne noch weiter mit dir sprechen. Vielleicht machen wir ja auch nochmal eine Fortsetzung irgendwann. Ich glaube das Potential ist da. (lachen beide) #00:47:17-5#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Sehr gerne ja. #00:47:19-1#

Michael Pieper: Ich bedanke mich ganz recht herzlich bei dir, dass du dir Zeit genommen hast und so vielen interessanten Input geliefert hast und ja verabschiede mich jetzt an der Stelle von unseren Zuhörern, Zuhörerinnen. Das war‘s für heute und bleib noch einen Moment dran und ich sage schon mal bis zum nächsten Mal bei APOTHEKEN-FACHKREIS.FM. Tschüss! #00:47:42-2#

Prof. Dr. Lilia Waehlert: Vielen Dank auch. #00:47:43-5#