Interview mit Dr. rer. nat. Florian Hofmann

Norman Glaser im Gespräch mit Dr. Florian Hofmann über proaktives Handeln und ganzheitliche Konzepte für die Apotheke.

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Textversion des Interviews

Norman Glaser: Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass ihr wieder rein hört. Hier ist Norman Glaser von APOTHEKEN-FACHKREIS.FM und ich freue mich heute ganz besonders, denn mein Interviewgast heute ist Florian Hofman. Florian, schön, dass du da bist und dass du dir Zeit genommen hast. #00:00:32-3#

Florian Hofman: Ja schön, dass ich dabei sein darf. Halli Hallo. #00:00:34-6#

Norman Glaser: (lacht) Sehr gut. Super. Florian, bevor wir einsteigen, fände ich es total klasse, wenn du vielleicht ein bisschen mehr über dich als Privatperson erzählst. Wer ist der Florian privat und was genau dein Business ist? #00:00:48-8#

Florian Hofman: Gerne. Also der Florian privat ist Jungvater mit kleinem Sohn als Nachwuchs in den Fußstapfen. Ich bin privat doch relativ analog. Spiele Tennis, mache Sport, treffe mich mit Freunden. Ich mag es auch zu essen und zu trinken. Also man merkt schon, relativ analog. Wenn ich allerdings irgendwas, was Richtung Tablet oder Handy oder ähnliches in die Hand kriege, muss ich davon getrennt werden. Ich glaube, das sind noch die Schäden aus der Gameboy #00:01:21-0#

Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:01:21-4#

Florian Hofman: Generation. (lacht) Und ja das führt auch dann letzte damit hin, dass ich mich in meiner beruflichen Welt, die eigentlich die Apotheke ist, die ich seit 5 Jahren führe, viel mit digitalen Medien beschäftige und aus diesem ja Treiben heraus dann vor circa eineinhalb Jahren auch meine Firma, die ConTectivity entstanden ist, mit der wir ja uns eben dieser Digitalisierung im Gesundheitsmarkt annehmen. Und das ist dann ja von analog zu digital und das ist ja auch das, was wir in meinem Hauptbusiness, also in der Apotheke, auch wirklich mehr und mehr brauchen. #00:02:02-0#

Norman Glaser: Ja. Ist eigentlich ein Super Spagat, den du eigentlich gerade beschrieben hast, von der Offline Freizeitwelt, aber dem Interesse für digitale Medien oder Digitalisierung per se hin zur Apotheke. Das finde ich super spannend, auf dem wir vielleicht nachher noch ein bisschen sprechen können. #00:02:19-3#

Florian Hofman: Mhm (bejahend). #00:02:19-5#

Norman Glaser: Vielleicht vorn weg. Gibt es so in deinem Leben einen Glaubenssatz, ein Erfolgsmantra, was dich motiviert oder dein Team motiviert in der Apotheke? Was dich begleitet? #00:02:31-3#

Florian Hofman: Also das gibt’s auf jeden Fall. Also ich muss wirklich sagen, es ist jetzt kein Zitat mit einem bekannten Namen danach und einem Datum. Aber spätestens aus meiner Zeit, wo ich geforscht habe, also Grundlagenforschung in der Pharmakologie gemacht habe, weiß ich, dass ein nicht erwünschtes Ergebnis oder ein unvorhergesehenes Ergebnis auch ein Ergebnis ist. Ja. #00:02:57-4#

Norman Glaser: Ja ist. Ja schön. #00:02:58-2#

Florian Hofman: Das soll einfach nur heißen, man kann sich natürlich viel wünschen und denken, es geht in eine Richtung, aber, wenn man wirklich ein Zitat anbringen würde, würde man sagen, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. #00:03:09-5#

Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:03:10-4#

Florian Hofman: Und das ist für mich ein Glaubenssatz, weil dieses andere Ergebnis dann auch nicht zwangsweise heißt, dass das alles jetzt gescheitert ist oder es nicht funktioniert. Es ist einfach nur anders und das ist ja im privaten Bereich genauso wie im Geschäftlichen. Und das lerne ich auch im privaten Bereich als Jungvater. Man kann sich natürlich schon vieles vornehmen, wenn der Nachwuchs dann eine andere Meinung hat, ja dann muss man eben gucken, dass man es anders macht und das ist wirklich ein Mantra. Es verändert sich was, eine neue Situation, egal, ob im Projekt, ob auch im Gespräch mit dem Kunden und in der Handhabung einfach neue Situation, dann kommen wir halt mit der klar. #00:03:48-3#

Norman Glaser: Ja. Ich selbst bin ja auch Jungvater, ich verstehe genau was du meinst. (lachen beide) #00:03:54-2#

Florian Hofman: Gottseidank sieht man unsere Augenringe nicht beim unserem Interview. #00:03:57-9#

Norman Glaser: (lachen beide) Jetzt weißt du, warum ich Podcast mache und keine Videos (lachen beide).  #00:04:03-4#

Florian Hofman: Schön ja. #00:04:05-0#

Norman Glaser: Sehr schön. Wo wir gerade dabei sind. So als Jungväter lernen wir ja unglaublich viel. Gab es in deinem Leben einen Moment, an dem du es vielleicht ein bisschen schwer hattest und was waren so deine Erkenntnisse, deine Learnings daraus? #00:04:21-6#

Florian Hofman: Also schwer haben tut es sicherlich jeder an irgendwelchen Punkten. Wäre das sicherlich gelogen, wenn jemand sagt, hatte ich noch nie. Wir haben ja aber in Deutschland eigentlich eine Kultur, die mit Misserfolg nicht so umgeht wie in anderen Ländern, wo es auch diese ja Seminare sozusagen gibt, wo Startups sich hinstellen und sagen, passt auf, wir sind dreimal gescheitert, dreimal mit verschiedenen und geben diese Erkenntnisse dann weiter. #00:04:49-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:04:49-5#

Florian Hofman: Aber da draus kann man ja eigentlich auch am meisten lernen und ich muss sagen, bisher toi toi toi, es ist jetzt noch nichts Großes, was ich sagen würde, um Gottes Willen. Da hätte ich unbedingt alles anders machen müssen. Man lernt ja auch bei vielen Dingen erst noch nach und nach wie man mit umgeht und es war so nach Übernahme der Apotheke, wir sind hier so circa 15 Köpfe, #00:05:12-9#

Norman Glaser: Ich bin der einzige Mann und da muss man dann manchmal auch schon lernen, dass Dinge dann angesehen werden, aber das habe ich dann auch noch mit hingekriegt und ich habe jetzt circa denke ich mal bis zur Rente noch 35 Jahre vor mir, also noch genug Zeit, um dann Fehler zu machen (lachen beide) und toi toi toi. Also große noch nicht, aber ja es ist schon auch bei uns immer im Gesundheitswesen so, es kommen dann Einschnitte, Veränderungen, auf die wir dann reagieren müssen und da sind schon dann teilweise Fehlreaktionen entstanden, wo man dann sich gedacht hatte, oh Gott, hätte ich doch vielleicht anders oder selber gemacht, aber #00:05:50-0#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:05:50-2#

Florian Hofman: Ja toi toi toi noch nichts Dramatisches. #00:05:53-2#

Norman Glaser: Noch nichts Dramatisches. Also ich glaube, du sagst ja auch, du musst reagieren auf verschiedene Marktsituationen. Was ich aber auch sehr gut finde, ist so deine Einstellung, wir konnten uns ja im Vorgespräch schon kennenlernen, deine Einstellung proaktiv was wirklich zu machen im Hinblick auf die Zukunft, im Hinblick auf eine digitale Zukunft, ja, finde ich super. #00:06:17-6#

Florian Hofman: Auf jeden Fall. Ja. Und also das war auch das, was du angesprochen hast. Dieser Aha-Moment, #00:06:22-8#

Norman Glaser: Genau. #00:06:22-9#

Florian Hofman: Gamechanger, schon. Also ich habe nach dem Studium, habe ich noch promoviert in der Pharmakologie und war eigentlich noch nicht hundertprozentig sicher, dass ich die väterliche Apotheke übernehme. Habe dann während der Promotion noch so eine Zusatzqualifikation gemacht. Ich habe noch so ein Fernstudium BWL gemacht, um auch in dem Bereich fit zu sein und wir wollten eben zu der Zeit auch noch warten. Da war damals das Kettengesetz zur Diskussion in Deutschland, so dass also ein Apotheker darf ja in Deutschland eine Apotheke und drei Filialen, also vier Stück haben. Das sollte, ich sage mal, gekippt werden, so dass dann Ketten hätten kommen können. Das habe ich dann quasi über die Promotion abgewartet und wollte auch eigentlich vielleicht auch in die Industrie gehen, weil die Arbeit mir da auch wirklich Spaß gemacht hat. #00:07:11-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:07:12-0#

Florian Hofman: Und mein Aha-Moment war aber dann, dann habe ich die Apotheke übernommen und habe gesehen, dass man als Selbstständiger wirklich Dinge selbst kreieren kann. Man kann Dinge selbst schaffen und in ganz, ganz, ganz vielen Bereichen in der Apotheke, man kümmert sich ja auch selbst wirklich um Human Resources, um die buchhalterischen Geschichten und also man macht wirklich ganz, ganz vieles und kann da sehen überhaupt, was macht einem Spaß und das war so der Aha-Moment, wo ich jetzt nach den ersten zwei Jahren gesagt habe, okay aus meiner Selbstständigkeit bringt mich erstmal keiner mehr raus. #00:07:45-4#

Norman Glaser: Ja, ja. Absolut. Kannst du uns, du hast ja schon angefangen, kannst du uns so ein bisschen mehr über deine Apotheke erzählen? Vom Vater übernommen. #00:07:54-8#

Florian Hofman: Genau. Also das habe ich vor fünf Jahren, ist ja oft so, Papi hat Apotheke, Sohn studiert mal Pharmazie, das war bisher immer ein Weg über lange Jahre, der immer praktiziert wurde. Ich musste nicht Pharmazie studieren, ich wollte Pharmazie studieren. Ist auch ein interessantes Feld, hat mir auch wirklich sehr Spaß gemacht und ja dann als ich es dann übernommen habe, habe ich gesehen, was eigentlich auch dahintersteckt, eine Apotheke zu führen. Also nicht nur, man denkt immer, ja Apotheke, die geben halt Arzneimittel ab, ziehen Schublade auf und tschüß. Aber zu sehen, was hinter einer Unternehmung eigentlich steckt, also die Angestellten, also das Personal, das ist #00:08:36-6#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:08:36-5#

Florian Hofman: A und O. Und auch die Verhältnisse zu den Lieferanten, strukturelle Geschichten und Buchhaltung, die stimmen muss. Also wirklich all diese Felder, die in großen Firmen von extra ja Abteilungen besetzt sind, muss man hier erstmal selbst erlernen und selbst machen und da bereitet einen erstmal auch kein theoretisches Pharmazie oder BWL Studium vor und ja da bin ich dann mit reingewachsen und habe von Anfang an natürlich schon auch immer noch Möglichkeit gehabt nach Rat zu fragen durch meinen Senior. Habe aber auch von Anfang an gleich Dinge anders machen wollen. Ich habe gleich einen Shop mit eröffnet, habe diverse Dinge ausprobiert auch schon Richtung digital zu werden, #00:09:23-0#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:09:23-7#

Florian Hofman: Habe da auch, sage ich mal, hier und da einen Rohrkrepierer dabeigehabt, aber man lernt daraus. #00:09:29-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Gibt es so einen Tipp, den du mitgeben kannst, was gut funktioniert hat. So zu digitalen Themen? #00:09:37-4#

Florian Hofman: Also die Kommunikation. Für mich ist Digitalisierung also hat letztlich zwei Punkte, die für mich ganz wichtig sind. Durch eine Digitalisierung soll irgendwas intuitiv werden und ein Handeln, wirklich es ist einfach. Wenn wir bei den Kindern waren und man sieht es ja selber, Ein-, Zwei-, Der-Jährige, die könnten mit einem Tablet umgehen, ja also #00:09:59-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:09:59-1#

Florian Hofman: Manchmal sogar besser als ein 65-Jähriger. Man sieht wie einfach das ist. Das ist die Digitalisierung auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es dadurch dann auch einfach zu kommunizieren. Und wir müssen viele Kanäle bearbeiten, die mit Kommunikation zu tun haben, um in der Apotheke an unseren Kunden zu kommen. Klassiker natürlich Telefon. Früher kam dann irgendwann mal nach dem Brief das Fax dazu, dann irgendwann die E-Mail. Da haben die ersten dann natürlich schon geschluckt und gesagt, ich kriege jetzt am Tag 20 E-Mails und ich habe früher nur drei Briefe gekriegt. Wie soll ich damit umgehen? #00:10:31-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:10:32-1#

Florian Hofman: Und dieses Verändern des Kommunizierens, das ist für mich eigentlich so eine Digitalisierung. Das Blatt Papier unpraktisch, funktionslos möchte ich nicht sagen, aber kann ersetzt werden und dann die ganzen neuen Workflows, die sich dadurch ergeben im Back-Office, in der Kommunikation mit der Steuerkanzlei, mit den Krankenkassen, mit der Rezeptabrechnungsstation, aber auch ins Front-Office sage ich, ja mit interessanten Inhalten an die Kunden per Mail zu verschicken, Newsletter oder ähnliches. Also für mich ist das Kommunikation. #00:11:06-5#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Und gab es jetzt irgendwas, was du in der Apotheke verändert hast aufgrund dieser Erkenntnis, #00:11:13-9#

Florian Hofman: Ja. #00:11:14-2#

Norman Glaser: Was wirklich gut funktioniert hat, was eine andere Apotheke vielleicht auch machen könnte? #00:11:19-9#

Florian Hofman: Also es ist ja so, an uns wird immer viel ran getragen und was die meisten aber auch wirklich schon machen, das war einfach eine ansehnliche Homepage zu haben. Das ist natürlich, muss jeder haben. Gibt es aber leider ganz, ganz viele bei uns in unserem Business, die das noch nicht haben. Für mich ist es auch ganz, ganz wichtig einen Shop zu haben, so dass die Leute online vorbestellen können und sich es bei uns abholen können. Wenn jetzt aufgrund unseres Interviews jemand sagen wird, das probiere ich doch bei dem Hofman mal aus, der wird gerade feststellen, es funktioniert nicht. Da bin ich nämlich auch gerade am Basteln, weil diese ganzen Lösungen einfach nur anzubieten, keinen Sinn macht. Ich möchte es in einem Gesamtkonzept verstricken. Deswegen ist der Shop gerade auch wieder zu. #00:12:02-0#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:12:02-5#

Florian Hofman: Und ich möchte auch noch ein bisschen dran feilen und ich habe noch nicht hundertprozentig die Lösung gefunden, die mir am besten gefällt. Weil es muss viel aktualisiert werden. Es muss wirklich gewartet werden #00:12:12-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:12:15-0#
Florian Hofman: Und da fehlt mir momentan noch ein bisschen so ja sage ich mal, der Partner, der das dann aus einer unabhängigen Hand kann. Aber Homepage, Shop, dann auch natürlich per E-Mail kommunizieren, muss sowieso jeder und was mir auch gefällt in der Kundenansprache, was ich toll finde, ist natürlich Filmchen, Digital Signage, aber da auch interagieren. Nicht nur zeigen, hier guck, kannst du was billig kaufen, so wie beim Obi, Entschuldigung oder irgendwo anders, wo ich durchlaufe und in Dauerschleife der neue Scheibenwischer, der neue Scheibenwischer da, sondern so, dass der Kunde da wirklich hingeht, am besten auch dann eine Frage zu hat und ich mit ihm da was erläutern kann. Also diese Kommunikation, diese Ansprache mit Informationen, das ist eigentlich das, was ich jedem nur ans Herz legen kann zu machen. #00:13:02-4#

Norman Glaser: Ja. Was ich großartig finde und das lernen wir ja im Grunde von den Amerikanern im Silicon Valley, einfach auch mal zu machen, auszuprobieren, Shop wieder aus dem Internet rausnehmen, optimieren, wieder online stellen, oftmals brauchen wir einfach irgendwie zu lange mit unserer deutschen Ingenieurdenke irgendwas zu entwickeln, #00:13:25-6#

Florian Hofman: (lacht) Ja. #00:13:25-4#

Norman Glaser: Um dann am Ende festzustellen, jetzt habe ich ein halbes Jahr entwickelt und es funktioniert nicht anstatt wirklich mal mit einem Prototypen in den Markt zu gehen und die Kunden, Patienten in der Apotheke zu fragen, was haltet ihr davon, was wünscht ihr euch vielleicht an Services oder an Funktionen? #00:13:41-5#

Florian Hofman: So ist es. Und das lernt man oftmals nur, während man es macht. #00:13:44-0#

Norman Glaser: Ja. #00:13:44-4#

Florian Hofman: Unser Shop war irgendwann dann so, dass wir dann 30, 40, 50 Pakete am Tag hatten. Das hat mich natürlich gefreut. #00:13:52-8#

Norman Glaser: Wow. #00:13:52-9#

Florian Hofman: Aber dann ist irgendwann hier und da die sage ich mal das Personal weggebrochen, das es bearbeitet hat und dann habe ich es auch eine Zeit lang so gemacht. Dann stand ich halt kurz vor Weihnachten selbst nachts bis um 1 Uhr hier und habe Pakete gepackt. #00:14:05-4#

Norman Glaser: Ach Gott. #00:14:06-1#

Florian Hofman: Ja, hatte ich kein Problem damit, weil das ist gewachsen das Business und irgendwann ist man aber an einem Punkt, wo man dann sagt, jetzt pass auf, also so hausbacken quasi kann man das Ganze nicht mehr angehen. Entweder wir professionalisieren das jetzt alles, das hätte dann auch eine räumliche Veränderung zur Folge gehabt, die wir hätten machen müssen und eigentlich auch eine große Investition und dann bin ich in Kontakt getreten zu Freunden, Bekannten, die schon sage ich mal auch größer verschicken und durfte da ein bisschen schnuppern und habe gesehen, was da alles dahintersteht und habe gesehen, dass als Einzelkämpfer so ein Weg kaum machbar ist. Und deswegen habe ich dann erstmal gesagt, okay wir drehen mal Saft ab, ich möchte mich in einem Gesamtkonzept da drum kümmern, dass wir sage ich mal, a la regionaler Versender die Leute mit einem guten Shop und mit guten Inhalten erreichen können und die können bei uns kaufen und nicht nur so wie es die meisten leider machen uns über den Preis zu differenzieren. Weil da hören die Spannen dann irgendwann auf und dann kommt es drauf an, wer kann mehr. #00:15:09-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:10-0#

Florian Hofman: Und deswegen muss ich ganz offen sagen, hat es so wie ich es ursprünglich geplant hatte, keinen Sinn gemacht, das regionale Vor-Ort-Geschäft komplett zu trennen vom Versand, da drüber auch verschiedene Preise auch zu rechtfertigen sozusagen und habe gemerkt, wir müssen da ein neues Konzept wirklich aufziehen und da sind wir gerade drüber und ich freue mich, da wird es sicherlich bald was geben. #00:15:29-6#

Norman Glaser: Super. Wie hast du es geschafft, ich meine, wenn ich jetzt einfach als Apotheker einen Shop aufziehe, dann kommen ja nicht die Kunden und bestellen in Mengen. Wie hast du es geschafft, dass die Leute online tatsächlich bestellen? #00:15:41-6#

Florian Hofman: Also das eine, ich habe mir natürlich Rat geholt und habe mit einem guten Freund, der SEM, SEO und SEA macht, also Online Marketing Manager. Den hatten wir bei uns im Betrieb und von dem konnte ich viel, viel lernen wie Google tickt. Soweit man selber überhaupt weiß wie Google tickt ja. #00:16:02-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). (lacht) #00:16:03-7#

Florian Hofman: Auf was kann man Wert legen? Das ist also mal sage ich mal die technische Seite, auf der anderen Seite natürlich noch auch der Preis, da ist auch ein gewisses Potenzial da Frequenz herzukriegen. Und der dritte Punkt und den konnten wir nicht schaffen alleine, ist natürlich eine Marke zu generieren und über diese Marke dann Verkäufe, die unabhängig von dem niedrigen Preis sind, zu punkten. #00:16:26-4#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:16:29-2#

Florian Hofman: Gegebenenfalls auch ja über gute Leistungen, das heißt einen Service, jemand, der am Telefon ist und jemand der schnell reagiert und dieses Zusammenspiel. Und ja da habe ich vieles bei Kollegen abgeguckt und mich einfach in langen Nächten hingeguckt und geguckt, wie machen es denn die Großen und was haben die? Und die haben natürlich Teams von 10 Leuten, die sich da um die Optimierungen kümmern auf technischer Seite und da habe ich dann gesehen, okay der Weg so wie eingeschlagen, macht zwar ja sage ich mal dem Finanzamt Spaß, weil Umsatzsteuer abzuführen ist, aber uns am Schluss nicht und ja da habe ich es dann beendet und wir werden sehen wie wir es dann lokal aufziehen.  #00:17:09-0#

Norman Glaser: Ja. Das heißt aber, in der Schlussfolgerung, dass der digitale Kanal tatsächlich einen zusätzlichen Umsatz bringen kann #00:17:21-8#

Florian Hofman: Bringt er ja. #00:17:22-7#

Norman Glaser: Zum Geschäft und der auch eine Relevanz hat. Also wir reden jetzt nicht nur über Peanuts, sondern der natürlich auch für dich eine Relevanz hat, aber es muss integrativ gedacht werden. #00:17:33-4#

Florian Hofman: Genau. #00:17:35-9#

Norman Glaser: Also nicht als Insellösung, sondern natürlich in einer kompletten Wertschöpfungskette eigentlich. #00:17:41-3#

Florian Hofman: So ist es und es ist ja so, als die ersten Shops dann eröffnet hatten, die Versanderlaubnis erteilt wurde, das ist ja noch nicht zu lange her, es werden circa 10 Jahre, da wurde schon immer das Internet und die Versandshops als Gegner der Vor-Ort Apotheke angesehen, weil die eigentlich nur über den Preis gegangen sind. #00:18:00-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:18:01-4#

Florian Hofman: Die Kunden, die auch (unv.) #00:18:01-9#, die hatten günstigere Strukturen. Mittlerweile wachsen dort auch noch die OTC, also die Over-The Counter Produkte, frei verkäufliche Ware, Aspirin, Nasenspray et cetera und natürlich das Randsortiment, wachsen dort jährlich in ja großen Schritten. Was denen aber noch fehlt, ist die Rezepte. Die bräuchten sie auch noch, deswegen damit kommt dann erst Musik wirklich in so ins Spiel und wenn wir es aber jetzt schon schaffen auch hiermit Abverkäufe zu generieren, #00:18:36-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:18:36-7#

Florian Hofman: Die mittlerweile klassische Versandware geschimpft wird, die wir dann vor Ort haben, dann können wir da auch Umsätze aus dem Netz wieder zurückholen, weil es zeigen ja diverse Studien diesen Ropo Effekt, Research Online Purchase Offline. Sie informieren sich zuhause auf dem Sofa, wollen dann aber, weil es ja alles oder vieles bei uns einen Gesundheitsbezug halt noch eine Bedeutung, die ist höher als jetzt bei Kleidung oder ähnlichem, ich kann mir wirklich damit bleibende Schäden zufügen. Deshalb frage ich lieber doch nochmal nach und dann kommen die ins Geschäft, haben so einen Preis im Kopf und so circa sagen wir mal zehn, fünfzehn Prozent würden die im Schnitt auch mehr zahlen #00:19:15-1#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:19:12-9#

Florian Hofman: Und wenn ich sie dann gut berate, kann ich diese Artikel auch vor Ort noch natürlich abgreifen und wenn nicht, kann er es auch bei mir im Shop bestellen. Wir müssen es also nutzen, diese Effekte, die das Netz hat, auf die analoge Welt, also Leute, die sich informieren und dann zu uns kommen und bei uns aber den Kauf tätigen wollen, die müssen wir auch wirklich realisieren, uns nicht nur als getrennten Kanal sehen. Wenn der dann natürlich zu uns kommt und hat dann online recherchiert, fühlt sich bei uns nicht gut behandelt, nicht gut im Preis bedient, nicht gut was auch immer, dann geht der weg, dann ist der natürlich verloren, dann ist der im Netz sozusagen. Und da wurde am Anfang viel kaputtgemacht, bin ich der Meinung und jetzt müssen wir über die diversen Kanäle wieder schauen, dass wir den Kunden zuhause mit Inhalten bespaßen, dass er bei uns diese Inhalte auch im Laden findet und auch, dass er sagt, ja es ist nicht so viel Unterschied, ich kaufe vor Ort ein. Da müssen wir auch an den Preis ran. #00:20:09-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Vielleicht gerade im Hinblick auf große Plattformen, allen voran Amazon, die ja auch drauf und dran sind Arzneimittel zu verkaufen. Glaubst du, dass sagen wir mal die Positionierung des Apothekers durch die Beratung und ein besonderes Service-Erlebnis eine Abgrenzung schaffen kann, dass ich vielleicht doch in die Apotheke gehe, weil ich mich dort wirklich kompetent beraten fühle? Ist das die Positionierung des Apothekers? #00:20:40-6#

Florian Hofman: Ich glaube schon. Also ich habe vor Amazon, muss ich ehrlich sagen, wenig Angst. Sage ich jetzt noch (lachen beide). Weil wir haben ja einige Besonderheiten, die es Firmen wie Amazon schwierig machen hier bei uns Fuß zu fassen. Aber man muss sehen, was macht Amazon? Amazon versucht jetzt als ursprünglicher Internet Pure Player auch wieder vor Ort ja Läden zu eröffnen, beispielsweise in ehemaligen Buchhandlungen, um dort dann wieder in den Kontakt mit den Kunden Rücknahme-Center beispielsweise oder Informations-Center et cetera, das planen die ja wirklich. #00:21:13-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:21:14-7#

Florian Hofman: Das heißt die satteln das Pferd wieder von der anderen Seite wieder auf. Die sind rein online vorhanden und wollen aber auch wieder offline werden. Wir sind komplett offline und müssen gucken, dass wir jetzt online werden. Dann sind wir auch dort, wo die hinwollen. Wir haben ein großes Netz von Pharmagroßhandlungen, wir haben hier bei uns in Neukirchen, das ist jetzt gerade nicht eine Weltstadt, aber hat immerhin 10.000, 12.000 Einwohner, #00:21:35-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:21:36-1#

Florian Hofman: Haben wir innerhalb von zwei Stunden das Gesamtsortiment, was es in dieser Lauer Taxe gelistet ist, also Pi mal Daumen, 200.000, 240.000 Artikel vor Ort. Also schneller kann ein Amazon mit Same Day Delivery auch nicht sein und das heißt, wir haben so viele Tools schon in der Hand, die müssen wir nur zielgerichtet einsetzen und deswegen wird sich Amazon in unserem Bereich schwertun, weil auch, man muss sagen, die Margen, die an den OTC Artikeln, die verkauft werden dürfen, so gering geworden sind im Internet, dass man kaum noch was gelinde gesagt an Amazon abdrücken kann. #00:22:13-3#

Norman Glaser: Ja. Aber dann sprichst du mir aus der Seele, weil du hast im Grunde perfekt die Idee des Apotheken Fachkreises beschrieben, dass man quasi gemeinsam mehr erreicht, wie du selber auch gesagt hast. Man wird als One Man, One Woman Show wahrscheinlich nur schwer eigene ganzheitliche Konzepte entwickeln, aber, wenn man sich zusammentut, wenn man sich als Apotheken in einem unabhängigen Verbund zusammenschließt, dann denke ich auch, dass es großartige Konzepte und perfekte Learnings gibt. Ich meine, du bist das beste Beispiel dafür. Du kennst dich super aus. Das Thema Digitalisierung hast du von Anfang an integriert. Großartig. #00:22:52-7#

Florian Hofman: Ja also ich bin voll deiner Meinung. Vor allem dieses Wissen, es muss nicht jeder Apotheker dieses Wissen haben, wie gehe ich es an. Und wenn man einen Partner aber beiseite hat und andere haben es schon gemacht und andere stehen da schon weiter, kann man sich orientieren und kann dann wirklich auch gut diesen Schritt mitmachen, sich rückversichern, was denkst du denn, in den Dialog treten. Ja der größte Feind des Apothekers ist ja bekanntlich der Apotheker und das verhindert leider oftmals sage ich mal, eine gemeinsame Kommunikation und das ist eigentlich sehr, sehr schade. Die müsste stattfinden, man beackert nämlich gemeinsam sage ich mal, einen Umsatz und wenn man das gerichtet dahinkriegen würde, #00:23:38-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:23:38-9#

Florian Hofman: Könnte man gemeinsam wirklich mehr schaffen. Also dieses “Chacka wir schaffen es” hört sich immer platt an, ist aber wirklich so. #00:23:44-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Ja vor allem, wenn man es zusammen ausruft und nicht nur einer, absolut. #00:23:48-7#

Florian Hofman: Wenn man sich eine Deutschlandkarte vorstellt, eine Landkarte und ich sehe, ich habe X Kunden auf verschiedenen Punkten, die eine aus Berlin, der andere aus Hamburg und der nächste aus München. Die bestellen beispielsweise jetzt alle bei einem Versender, lasst uns mal den nach Holland setzen. Dann gehen alle Bestellungen dorthin und der verschickt dann über längere Transportwege das alles zu den Leuten nach Hause. #00:24:14-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:24:15-2#

Florian Hofman: Jetzt haben wir aber in Deutschland noch gottseidank um die 19.500, 20.000 Apotheken. Die sind ja an diesen Leuten schon deutlich näher dran. Würden die jetzt über eine Plattform oder ähnliches die Möglichkeit auch haben, online mit den gewissen Vorteilen, die online dann haben muss, zu bestellen und die Lieferung kommt entweder vom Botendienst der Apotheke oder es wird auch per Post dem hingeschickt oder er kann es abholen, dann sehe ich #00:24:39-6#

Norman Glaser: Yes. #00:24:39-9#

Florian Hofman: Wenig Vorteil mehr von dem Versenden außerhalb der Grenze, ja. Und deswegen, diese Karte, das hatte ich mir mal aufgezeichnet in einem Vortrag, den ich gehalten habe. Das hat mir so gut gefallen und dann zusagen, passt auf, wir brauchen aber eine gewisse kritische Menge, die das gemeinsam dann umsetzt und dann hört sich zwar ein bisschen schwierig an, aber brauchen wir keine Versandapotheken mehr. #00:25:03-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Was du gerad ansprichst, also ich bin begeistert (lachen beide) und mir ist ganz spontan eines eingefallen, wir können und dürfen uns im Leben ja immer entscheiden. Wir dürfen uns für das Glücklichsein entscheiden, wir können uns für Kinder entscheiden oder für ein tolles Hobby und am Ende kann ja auch jeder Apotheker, Apothekerin für sich entscheiden, wo geht die Reise hin, inwieweit handelt es sich um den Glauben an die Digitalisierung oder inwieweit leben wir schon in diesem Zeitalter der Digitalisierung. Ich glaube, die Frage beantwortet sich von alleine. Wie triffst du Entscheidungen? Also was hilft dir dabei? Hast du vielleicht einen Workflow, einen Workaround, wo du sagst, ich gehe jetzt erstmal eine Runde Tennis spielen oder wie machst du das? #00:25:59-6#

Florian Hofman: Also ich muss sagen, ich lese viel, ich gucke viel im Internet rum, ich bin da unterwegs und greife dann viele neue Dinge auf. Ich kontaktiere dann die Firmen, die das dann postulieren, ich spreche mit denen. Ich sammle dann meine Eindrücke. Und dann ist es für mich eine Möglichkeit, ich gehe mit Ratio und mit Bauch ran. Mit Bauch deswegen, ich möchte gucken, wie ist das Modell aufgebaut? Ist das Modell fair aufgebaut? Wenn ich schon merke, manche Modelle sind da in irgendeiner Art und Weise zwielichtig mit Provisionsmodellen wie es momentan Amazon noch macht, so dass quasi keiner außer Amazon was dran verdienen kann, dann ist es irgendwo ein falscher Weg. Also auf Bauch höre ich dann ein bisschen, ich gucke mir Zahlen durch, ich gucke mir auch durch, was hat es in der Vergangenheit in diese Richtung schon gegeben und hauptsächlich mache ich es ganz viel mit Gesprächen, mit Familienmitgliedern, Freunde, Geschäftspartner, weil #00:26:56-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:26:56-4#

Florian Hofman: Wir sehen oder ich sehe vieles aus Apothekersicht und ich kenne meinen Markt in etwa und ich möchte aber wissen wie macht es denn der Nicht-Apotheker? Was wäre für den praktisch? Und da sitzen wir dann oft zusammen, auch abends, trinken ein Bierchen und debattieren über, was meinst du denn, was ist deine Sicht? Oder auch andere, die sind in anderen Firmen, die ganz andere Dinge herstellen, aber da dann zu gucken, was macht ihr denn und vergleichen. Also wirklich viel, viel Gespräche. #00:27:27-0#

Norman Glaser: Ja. Ist ein super schöner Impuls einfach auch mal über den Tellerrand hinausschauen. Wie machen es andere Branchen? #00:27:32-8#

Florian Hofman: Genau. Und auch sich dann wirklich drauf einlassen. #00:27:34-8#

Norman Glaser: Ja genau. Ja. Was meinst du, wenn wir zwei Mal so die Glaskugel rausholen, um mal so in die Zukunft schauen. Wo wird sich das Ganze hinbewegen? Wo siehst du die Apotheken so in sage mal in fünf oder zehn Jahren? #00:27:49-6#

Florian Hofman: Ja. Ich muss, also Apotheken, bin ich der Meinung, wird es immer weitergeben. Uns gibt es theoretisch, das erste Mal erwähnt, ich habe es extra neulich mal nachgeguckt für einen Vortrag. 1231 und dann nochmal 1241, das ist so ein bekanntes Edikt von Salerno. Da wurde dann damals festgelegt, der Arzt und der Apotheker darf nicht eine Person sein. Und das ist schon eine relativ lange Zeit und es gab immer Tiefschläge und ja mein Vater hat das Ganze 40 Jahre oder 35 gemacht. Da habe ich einige Tiefschläge auch mitgekriegt. Aber irgendwie sitze ich jetzt doch da, habe die Apotheke auch schon 5 Jahre und weine nicht, sondern weine (lacht) maximal manchmal nur mit einem Auge und denke, es geht weiter. Also dass es auf jeden Fall weitergeht schon und wir sind auch meiner Meinung nach auf einem guten Weg. Wir sind schon digitalisiert. Wir haben alle gute Warenwirtschaftssysteme, wir haben zum Teil Kommissionierautomaten, wir haben Partner, sei es Industrie, die Großhandlungen, die auch da Tools an die Hand geben, wir haben da wirklich einiges in petto das, wenn wir einsetzen, uns den Fortbestand sage ich mal sichert. Wo wir aber aktiv werden müssen selbst, um das zu schaffen. Und konkret sehe ich es so, die Apothekendichte nimmt ab, wir haben bei uns hier im Raum Mittel- und Unter-, Oberfranken letztes Jahr eine Schließungsrate von 10 bis 12 Prozent gehabt. Das ist natürlich wirklich exorbitant. #00:29:19-6#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:29:19-9#

Florian Hofman: Bei uns auch immer ganz wichtig sind politische Rahmenbedingungen. Je nachdem wie diese zukünftig auch mit der EU und den EU-Richtlinien vereinbart werden oder nicht, wird sich für uns einiges verändern. Aber es gibt immer noch Modelle, die die Apotheke dann brauchen. Die Leute werden krank, es ist einfach so, es war schon immer so, sie wollen gesund bleiben, dafür geben sie Geld aus. #00:29:45-4#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:29:45-6#

Florian Hofman: Dafür müssen wir aber auch eine Leistung bieten und nicht nur Ware und müssen dann den Kanälen, die jetzt gefordert werden mittlerweile auch wirklich genüge tun und deswegen sehe ich die Apotheken immer noch da entgegen aller Angst. Eine Konsolidierung wird es weiterhin geben, auch das Feld wird sich verändern, aber wir werden drauf reagieren können und deswegen denke ich, in 5 bis 10 Jahren weniger Apotheken, leistungsfähigere Apotheken. So könnte man es zusammenfassen. #00:30:14-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:30:14-6#

Florian Hofman: Und digital müssen sie sein (lacht). #00:30:16-7#

Norman Glaser: Ja es ist interessant. Vielleicht an dieser Stelle auch nochmal für die Zuhörer eine kleine Buchempfehlung. “Silicon Valley” beschreibt eigentlich wunderbar wie die Leute dort denken. Der magische Begriff ist Disruption, also, dass ein Startup einfach mal hochgezogen wird in Null Komma Nix und stark finanziert natürlich durch Venture Capital zum Beispiel dann in einen Markt eindringt, um zum Beispiel, nur mal als Beispiel, die Banken abzulösen, #00:30:53-0#

Florian Hofman: Mhm (bejahend). #00:30:53-2#

Norman Glaser: Also nicht, um einen Überweisungsprozess zu vereinfachen, sondern einfach in Frage zu stellen, brauchen wir die Banken morgen eigentlich? Und ich glaube, das ist egal welche Branche auch eine gewisse Gefahr sage ich mal, dass Marktanteile wegbrechen oder Branchen komplett ja wie soll ich sagen, revolutioniert werden. Air Bnb zum Beispiel, die ja Zimmer vermieten, die haben nicht ein einziges Hotel, aber sind glaube ich, wenn nicht sogar der größte Vermieter von Wohnraum für Ferien- oder Kurztrips beispielsweise. #00:31:31-1#

Florian Hofman: Ja. Also man sieht es. Wir haben halt möchte ich sagen, noch eine relativ spezielle Branche. Wir haben niedrigste Quoten weltweit an Anweisungen ins Krankenhaus aufgrund von Arzneimittelfehl- oder missbrauch. Wir sind auch dahinter und das ist ja eigentlich das Berufsbild des Apothekers, sich da drum zu kümmern, dass die Patienten gesundwerden, bleiben oder auch Schaden abgewendet wird und wir haben eine gute Ausbildung, die da dahintersteht. Das Studium, die mindestens 4 Jahre und wir handeln nicht mit Brötchen, das einmal nicht gut schmeckt und dann sagen wir, okay das ist nicht so ein gutes Brötchen, sondern wir handeln mit Gesundheit und die ist teilweise auch, wenn sie weg ist, irreversibel geschädigt und deswegen haben wir immer noch eine Spezialität, die wir handeln und damit muss man sich auch wirklich gut auskennen. #00:32:25-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:32:25-3#

Florian Hofman: Jetzt kann ich natürlich irgendwelche Tweets lesen, ich kann Doktor Google fragen, ich kann natürlich auch noch im Internet in diversen Foren alles finden, aber also du wirst zu jeder Information im Internet eine Aussage finden und wenn du die gegenteilige Aussage suchst, auch diese. Und es ist natürlich auch eine Flut von Informationen und die dann wissenschaftlich profund gefiltert, auf meine Person zugeschnitten, Beratung auf dieses Produkt zu kriegen, das schafft die Apotheke und natürlich kann man diskutieren, muss der Apotheker dafür vor mir stehen oder kann der nicht auch zugeschaltet werden über einen Digital Shelf oder Virtual Shelf oder ja per Telefon, wir unterhalten uns ja jetzt auch gut per Telefon. Das geht schon auch alles. Nichtsdestotrotz ist ein persönliches Gespräch und da schreien auch alle Ärzte auf, wo versucht wird Arztberatung zu digitalisieren #00:33:24-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:33:24-9#

Florian Hofman: Machen Sie doch mal den Mund auf, sagt der Arzt immer als erstes, dann streckt man die Zunge raus und dann weiß der vielleicht schon wo die Richtung hingeht. Wir brauchen auch diesen Kontakt. Viele Leute wollen sich auch unterhalten, die wollen wissen, nicht nur quatschen, sondern über die Gesundheit mit einem Fachmann sprechen #00:33:42-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:33:42-4#

Florian Hofman: Und das ist der Unterschied von uns zu Bekleidung beispielsweise, weil du ja mit diesen teilweise defizitären Startups angefangen hattest, beispielsweise Zalando, riesig, und leider gehen auch viele Kleidungsläden vor Ort dadurch kaputt. Bei uns geht es nicht so einfach, weil die Ware einfach heikler ist und es dann Leute sind, die sich auskennen. Also man muss vorsichtig sein, wir sind noch ein Stück weit muss man auch offen sagen, ja protegiert ist falsch, aber die Hürden, diesen Markt anzugehen, sind hoch, auch für uns in der Bürokratie und deswegen bin ich da eigentlich ganz guter Dinge. #00:34:19-2#

Norman Glaser: Super. Und du hast einen gemeinsamen Nenner gebracht für die Offline-Welt als auch für die digitale Welt. Es geht im Grunde darum Beziehungen herzustellen. #00:34:29-5#

Florian Hofman: Genau. #00:34:29-7#

Norman Glaser: Also da kann die digitale Welt super helfen, einfach als Verlängerung von der Apotheke zu mir nach Hause auf die Couch, dass ich dann immer noch den Kontakt zu meiner Zielgruppe habe als Apotheker. #00:34:43-9#

Florian Hofman: Und das ist das, was ich meinte mit, Digitalisierung ist für mich intuitiv und kommunizieren. Ich habe die Möglichkeit nicht nur während der Ladensöffnungszeiten und nur vor Ort zu diskutieren und Fragen zu stellen, sondern ich kann es auch vom Sofa aus machen. Funktioniert. Also es ist Digitalisierung, Kommunikation, die verändert sich, da drauf müssen wir eingehen. #00:35:06-2#

Norman Glaser: Ja. #00:35:06-6#

Florian Hofman: Wir müssen auch wissen, was die Leute wollen. Ja also klar wollen sie günstige Packung Aspirin, das ist vordergründlich immer erstmal das oder oftmals das Gleiche, aber dahinter hören, was gäbe es denn noch für Möglichkeiten und zwar nicht unbedingt, nur um den Verkaufsdruck aufzubauen, sondern wirklich beratend zur Seite zu stehen mit guter Qualität. #00:35:26-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:35:26-9#

Florian Hofman: Da müssen wir uns auch unser Modell in der Politik etwas ändern und durchboxen. #00:35:31-6#

Norman Glaser: Ja. Lass uns doch mal ganz kurz in deine Apotheke gehen. Da arbeiten wie du gesagt hast 15 Köpfe, wenn ich das richtig verstanden habe? #00:35:39-3#

Florian Hofman: Mhm (bejahend). #00:35:39-8#

Norman Glaser: Du bist der einzige Mann, der Hahn im Korb (lachen beide). Wie kannst du oder wie integrierst du dein Team in diese neue Auseinandersetzung mit der neuen Situation der Kundenkommunikation, dass die digital stattfindet, dass zum Beispiel die Kunden, Patienten viel besser informiert sind als vielleicht noch vor zehn Jahren, weil sie alle mit Doktor Google gesprochen haben. Wie schaffst du es dein Team zu involvieren und dass sich dein Team einbringen kann zum einen, aber auch, dass du agil bleibst, also, dass keine Angst entsteht, irgendjemand könnte durch automatisierte Prozesse vielleicht ersetzt werden. Das ist ja auch immer so ein heikles Thema. Also wie macht ihr das bei euch? #00:36:23-3#

Florian Hofman: Also bei uns ist es so, wenn mir etwas gefällt und ich finde es sinnvoll, denke ich natürlich auch schon mal in den ersten Ansätzen dorthin, wie du es gerade meintest, würde es jemanden bedrohen? Aber selbst dann würde es vielleicht für uns Nutzen stiften und damit konfrontiere ich dann ganz offen einfach das Team und sage, guck mal, ich finde das gut, bitte probiere es doch du mal aus und sage mir nach einer Woche, was hältst du davon? So halte ich es mit allem. Das ist bei uns, denn meine Mädels hier, die müssen wirklich damit auch am meisten arbeiten. Die müssen sagen, das passt, du damit kommen wir gut zurecht. #00:36:59-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:37:00-2#

Florian Hofman: Das ist jetzt beispielsweise, Rezeptprüfungen müssen wir viel Rezepte prüfen, ganz viele, weil die Krankenkassen da mittlerweile penibel teilweise schikanös auf Themen hinterher sind, um uns Retaxationen ans Bein zu binden. Deswegen wird das gescannt und das Scannen kann ein Vorteil sein, kann ein Nachteil sein. Ich lasse es nicht gelten, wenn man sagt, hmm das ist neu, das mag ich nicht. Also das nicht. Die müssen es probieren und die machen es auch gerne, setzen sich damit auseinander und sobald dann das Feedback kommt und das Tool wirklich auch gut ist und dann kommt auch ein gutes Feedback, es hilft uns weiter, wir können es brauchen, dann sprechen die Damen untereinander und erklären sich das von selbst. Dann muss ich dann gar nicht mehr einschreiten. Dann merke ich dieses Tool bringt uns weiter und hilft. #00:37:43-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Super. #00:37:44-0#

Florian Hofman: Und das haben wir wie gesagt bei diesem Rezeptescannen, ich finde es auch super mit dem Fachkreis Tablet. Momentan sitzen jetzt gerade bei uns die Damen im Mittag, haben sich das Tablet in die Pause mitgenommen und spielen an dem Tablet rum und gucken wie kann #00:37:58-2#

Norman Glaser: Yes. Sehr schön. #00:37:59-5#

Florian Hofman: Also es ist jetzt eine Schleichwerbung, aber ist Fakt. (lachen beide) Und die spielen damit und gucken, Mensch wie kann ich es integrieren oder wir haben auch andere Bestell-Tools, wo einfach Arbeit abgenommen wird. Wenn ich dieses Feedback kriege, ist es super. Ich habe auch schon negatives Feedback gekriegt. Da haben wir an der Kasse Rezeptscanner ausprobiert #00:38:19-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:38:19-9#

Florian Hofman: Die sollten die Rezepte einlesen und uns da Arbeit abnehmen. Hat bei uns nicht im Handling funktioniert. Dann haben wir es wieder abgeschafft. Also ich nehme immer mir die Damen her und sage, guck mal, beschäftige dich damit. Aber man muss natürlich auch da drauf achten, wann mache ich es. Ich kann jetzt nicht sagen, du arbeitest 40 Stunden und momentan ist Erkältungsphase, du musst jetzt bis morgen das angeguckt haben. Sondern das Schönste ist, wenn sie von selbst merken und das ist ein (unv.) #00:38:46-1# und sagen okay, so doof war deine Idee gar nicht. #00:38:49-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Super. Klasse. Freut mich auch sehr, dass die Mädels unsere App checken und wir freuen uns natürlich vor allen Dingen über das Feedback, weil das ist letztendlich das, worauf es ankommt, dass es am Ende die Leute natürlich ausprobieren, testen und sich Funktionen wünschen oder Inhalte wünschen, um das Produkt am Ende besser zu machen. #00:39:12-5#

Florian Hofman: Auch hier ist es so gewesen. Bei uns eine Dame, die macht das wirklich top. Die hat bei uns alle Shopsäulen, die wir noch haben, mit Infomaterial bestückt, so, dass wir immer hingehen konnten, konnten eine Schublade ziehen und da war dann vom Hersteller Information drinnen. Ich hatte natürlich Bedenken, dass sie sagt, na ja jetzt ist meine ganze Arbeit durch dieses Tablet quasi in Gefahr, weil die Informationen da ja aktualisiert drinnen sind und verschickbar sind und das habe ich ihr gezeigt. Sie hat gestern mit rumgespielt und sie hat sich so gefreut, dass sie jetzt quasi diesen Turm an Informationsmaterial verwerfen kann, weil es einfach wirklich praktisch ist. Und ab dem Zeitpunkt, wo ich wusste, dass selbst sie nicht Bedenken hatte, sagt, das funktioniert, weiß ich, das Tool ist sehr brauchbar. #00:39:57-1#

Norman Glaser: Schön. Das motiviert uns auch. Das ist gut. #00:39:59-8#

Florian Hofman: Sehr schön. So soll es ja sein. (lachen beide). #00:40:02-6#

Norman Glaser: Okay. Der Werbespot ist hiermit zu Ende (lachen beide). Florian, gibt es derzeit ein Projekt, so ein Passion Project, für das du gerade brennst? Gibt’s da irgendwas? #00:40:15-8#

Florian Hofman: Ja gibt’s. Also es gibt mehrere, muss ich sagen. Ich, das Interessante ist, dass es aus dem einen Projekt immer noch ein anderes gibt oder sage ich mal, Dinge, die da mit reinspielen, wo man dann sagt, oh Gott ja stimmt. Also ich wir haben auch so ein Sure Fix meiner Beratungsfirma ConTectivity, wo ich mit Köpfen einfach sitze und in regelmäßigen Abständen quasi so ein Think Tank Treffen haben, wo wir dann bis zum Abend miteinander essen und überlegen, einfach nur spinnen, also #00:40:48-4#

Norman Glaser: Schön. #00:40:48-7#

Florian Hofman: Was könnte man machen? Und da kommt dann immer was raus und wir haben jetzt auch schon in der Pipeline unser erstes digitales Projekt und Produkt. Da darf ich noch nicht oder kann ich noch nicht zu viel verraten. Aber es wird eigentlich so eine Mischung aus Digital und Analog, so ein Gesundheitsmarktplatz, so ein Kartenprojekt a la Amazon und iTunes Karten. #00:41:10-0#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:41:11-1#

Florian Hofman: Da freue ich mich drauf. Das ist gerade im Entstehen und ich glaube das kann die Apotheken weiterbringen und das könnte hoffentlich auch bisschen uns wieder Umsatz zurückbringen. Also da brenne ich gerade drauf. Sind gerade dabei das auch programmieren zu lassen und alles zu klären auf rechtlicher Seite, was dazugehört und da brenne ich gerade für. Also Gesundheitsmarktplatz und Dienstleistungen, sage wir mal apothekenexterne Dienstleistungen in der Apotheke darstellen und verkaufen. Das ist gerade mein Projekt, für das ich brenne und ein zweites, brenne ich da, sitze ich gerade hier und da mit einem Hersteller von Waren, die uns ein Tool an die Hand geben wollen, das es dann schafft, die Abwicklung zu vereinfachen. Also ich darf auch nicht viel sagen, es geht da Richtung Inkontinenz und da haben wir viele bürokratische Hürden und Schwierigkeiten mit den Produkten, eine große Range an Produkten und das ist natürlich geschaffen für eine Digitalisierung und da brenne ich gerade auch für, weil wir es schon testen und ich sehe, dass es wirklich, wenn es dann mal flächendeckend auf dem Markt ist, uns weiterbringen kann.  #00:42:18-0#

Norman Glaser: Ja das ist einfach schön, wenn so Apotheken Labs entstehen und du da quasi in so einem Forschungskreis auch an eigenen Lösungen oder in kleinen Teams an eigenen Lösungen arbeiten, das finde ich einfach großartig. Das ist das, was uns voranbringt. Schön. #00:42:33-2#

Florian Hofman: Es macht auch Spaß. Also dafür brenne ich genau momentan auf jeden Fall. Und natürlich für die AFK (lacht).  #00:42:39-3#

Norman Glaser: Für den Apotheken Fachkreis. Sehr schön. Das hast du jetzt aber schön gesagt, Florian (lachen beide). #00:42:43-2#

Florian Hofman: Ich kann gleich nochmal ein Wort dazu sagen (lachen beide). #00:42:46-1#

Norman Glaser: Genau. Wir machen noch so ein kleines Jingle vorne und hinten dran, damit das kenntlich gemacht wird. Schön. Florian, welchen Rat würdest du anderen Apotheken mitgeben, die sich gerade vielleicht erst mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen oder vielleicht schon mittendrin sind und vielleicht den ein oder anderen Prozess implementiert haben, vielleicht auch schlechte Erfahrungen oder auch gute Erfahrungen gemacht haben? Gibt es so einen Takeaway? #00:43:13-4#

Florian Hofman: Also in alle Richtungen denken und ich meine so nicht nur überlegen wie sieht mein Business jetzt aus und welche Tools könnten mir helfen, sondern eigentlich anders rum. Mal gucken, welche Tools gibt’s und wie könnte das meinem Business weiterhelfen? Ein bisschen so Scheuklappen ablegen und auf jeden Fall nicht verrückt machen lassen, weil wir stehen nicht schlecht da die Apotheken. Wir gehen wie gesagt seit langer, langer Zeit diese Schritte mit, wir werden die auch da weitergehen. Aber einfach ein bisschen gucken, Ängste ablegen und schauen, was gibt’s denn Neues, weil das ist immer das Schlimmste. Ich meine diesen Fehler hat ja sogar Bill Gates gemacht, der gesagt hat, das Internet wird nicht kommen, wird sich nicht durchsetzen (lachen beide). Ich glaube, er würde es sogar zugeben, weil er ist einer, der vom Internet am meisten profitiert. Er ist natürlich clever. Und deswegen nichts wegschieben und aber auch nicht verrückt machen lassen, also man braucht jetzt nicht wirklich alles, was so ein bisschen digital ist und den Apothekern möchte ich ans Herz legen, guckt bitte auch drauf, was wird verlangt an Geld, die Zeiten, wo Apothekenpreise auch von Apotheken verlangt werden können, sind wirklich vorbei und nicht alles, was hier digital schreit, ist notwendig. #00:44:25-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:44:26-1#

Florian Hofman: Und ansonsten, wenn man aber mal Lust hat, jetzt aus Spaß einfach ein Riesen (unv.) #00:44:29-8# digital vor die Apotheke zu kleistern und hat das Geld dafür und den kann ich dann mit Werbung bespaßen von mir selbst, ja dann machen. #00:44:37-9#

Norman Glaser: Ja genau. Erfolg hat drei Buchstaben TUN. #00:44:43-6#

Florian Hofman: Genau (lachen beide). #00:44:44-1#
Norman Glaser: Okay. Florian, ich schaue so ein bisschen auf die Uhr. Damit wir nicht allzu weit überziehen, würde ich gerne mit dir so eine kleine Quick Q & A Session machen. Das heißt, ich stelle dir eine Reihe von Fragen und du antwortest einfach ganz spontan, was dir dazu einfällt. #00:45:02-5#

Florian Hofman: Gut. So werden wir das machen. #00:45:06-1#

Norman Glaser: Was hat dich anfangs davon abgehalten, dich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen? #00:45:13-8#

Florian Hofman: Das Tagesgeschäft. Gefangen im Hamsterrad würde ich sagen. #00:45:17-9#

Norman Glaser: Ja. Okay. Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? #00:45:25-8#

Florian Hofman: Geduld und langer Atem. Also das, was die Eltern einem immer mitgeben und man es nicht hören will. Verständnis für die Ängste bei der Digitalisierung haben. Also wirklich Geduld. #00:45:36-2#

Norman Glaser: Ja. Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, welches du selbst einsetzt? #00:45:43-7#

Florian Hofman: Privat oder geschäftlich? #00:45:45-8#

Norman Glaser: Wenn du so fragst, beides (lachen beide). #00:45:49-6#

Florian Hofman: Privat würde ich sagen, habe ich so eine Einkaufs-App, “Denkst du daran” App. Seitdem, ich stehe nicht im Supermarkt und weiß immer nicht, was ich wollte, mehr plötzlich. #00:45:58-2#

Norman Glaser: Ja. Sehr gut. #00:45:58-6#

Florian Hofman: Und da habe ich es dann sofort drauf und meine Frau setzt auch noch drauf, was wir für Windeln brauchen, ganz genau. Ich kaufe auf jeden Fall das Richtige. Also die finde ich echt spitze. Und geschäftlich, also ich bin da ja wirklich ein  Smombie mit dem Smartphone, ich habe diverse Tools, aber nicht mehr wegzudenken Terminplanung, Taskplanung und Notizen für das Handy, ganz, ganz wichtig. #00:46:17-7#

Norman Glaser: Ja. Ist ja lustig. Ich musste gerade so lachen, weil wir auch, meine Frau und ich, wir haben auch eine App und wenn ich im Laden stehe, kriege ich ein Push Notification, was denn mitzubringen ist #00:46:28-1#

Florian Hofman: Ja genau #00:46:28-2#

Norman Glaser: Genial. Ja. #00:46:29-5#

Florian Hofman: Sehr schön. Ja. Also geht’s nicht nur mir so das freut mich (lachen beide). #00:46:31-9#

Norman Glaser: Super. Dann bin ich auch schon bei der nächsten Frage. Welche 3 Mobile Apps nutzt du am liebsten? Was ist auf deinem Startscreen auf dem Handy drauf? #00:46:40-3#

Florian Hofman: Ja. Alles klar. E-Mail, Whatsapp und was ich dann privat am meisten brauche, ist auch die Kamera (lachen beide). #00:46:51-6#

Norman Glaser: Vielleicht, dass wir noch so ein bisschen mit dir so auf einer musikalischen Welle surfen. Was hörst du für Musik gerne? Was inspiriert dich? #00:47:00-2#

Florian Hofman: Alles, was momentan aus dem Handy für Kinderlieder raustrallern. Spaß beiseite. Also musikalisch habe ich eine Riesenbandbreite. Ich bin da sehr adaptiv. Ich mag, ich kann mir Rock anhören, ich kann mir Wacken Headbanging anhören, ich kann mir aber auch Deutsch-Rap anhören. Ich bin da wirklich kaum zu fassen und mir gefällt von allem ein bisschen was. Da bin ich schwierig oder einfach. Man kann es sehen wie man will. #00:47:30-7#

Norman Glaser: Vielseitig würde ich sagen. #00:47:32-3#

Florian Hofman: Ja oder das (Iachen beide). Ja genau. #00:47:34-0#

Norman Glaser: Kreativ. Okay. Kannst du uns ein Buch empfehlen, was für dich einen großen Mehrwert hatte? Wie heißt dieses Buch und worum ging’s da? #00:47:41-5#

Florian Hofman: Also ich bin auch hier digital. Ich lese kaum, ich höre Hörbücher und zwar höre ich ganz, ganz viele Hörbücher. Und ich möchte auch gar kein Fachbuch hier ansprechen. Da liest man ja auch ganz, ganz viele. Aber was mir wirklich in der letzten Zeit sehr, sehr gut gefallen hat, war diese Reihe “Jonas Jonasson”, der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, weil das ist genau das, was ich am Anfang meinte. Dieser Glaubenssatz, also es gibt, es passiert irgendwas alles anders als man denkt, verändert auch die Gesamtgeschichte, so what, aber die Geschichte gibt es trotzdem. #00:48:19-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:48:20-3#

Florian Hofman: Und das ist so ein wirkliches Buch, das ich nebenher gehört habe im Urlaub und plätschert vor sich hin. Das sind ganz verrückte Geschichten, die da passieren und ja er macht das Beste draus. Das gefällt mir sehr, sehr gut. #00:48:30-8#

Norman Glaser: Sehr cool. Ich bin auch so ein Fan Podcasts und Hörbüchern. Genau. Sehr gut. Florian, kannst du uns zum Schluss noch einen Tipp mit auf den Weg geben, so im Hinblick auf das Thema oder zum Thema Digitalisierung und wie wir dich am besten erreichen können? #00:48:49-6#

Florian Hofman: Also mich am besten erreichen ist per E-Mail über WWW.CONTECTIVITY.DE oder WWW.MICHAELS-APOTHEKE.DE, da bin ich immer erreichbar per Mail und ja zum Schluss im Hinblick auf das digitale Zeitalter, wirklich sich mit beschäftigen, das gefällt mir am meisten. Man muss nicht alles mögen und toll finden und denken, dass das komplett die Welt verändern wird, aber gerade was du angesprochen hast, diese disruptiven Ereignisse, bin ich der Meinung sind wir drinnen, gerade mit dem Internet. Es gibt ja diese Studien wie sich das dir verfügbare Wissen in welcher Zeit verdoppelt. Früher waren es glaube ich mal alle 25 Jahre oder 100 Jahre, dann waren es 25 und mittlerweile glaube ich, das verfügbare, ich habe es in einem Vortrag gesehen, alle 13 Stunden. Dieses Wissen muss man nicht alles haben, man muss es nur wissen, dass es das gibt und sich das Beste draus filtern und einfach mal mit Spaß an die Sache rangehen. Das ist einfach das Wichtigste. #00:49:54-3#

Norman Glaser: Super. Vielleicht an dieser Stelle alles, was du genannt hattest an Buchempfehlungen beziehungsweise Mobile Apps und dergleichen sind in den Shownotes zu diesem Podcast, zu dieser Podcast-Folge zu finden und verlinkt. Vielleicht auch noch ergänzend erwähnt. Der APOTHEKEN-FACHKREIS ist gerade dabei, eine Community aufzubauen, die sich unter anderem digital bei Facebook trifft. Also auch dort wird man dich hoffentlich bald finden, wenn du nicht schon sogar dabei bis (lacht). #00:50:26-6#

Florian Hofman: Ich bin noch nicht dabei, aber #00:50:28-1#

Norman Glaser: Dann lade ich dich sofort ein, nach diesem Podcast (lachen beide). #00:50:23-2#

Florian Hofman: Genau. #00:50:32-0#

Norman Glaser: Damit wir uns einfach weiter austauschen können. Finde ich total klasse. #00:50:37-9#

Florian Hofman: Sehr schön. #00:50:37-9#

Norman Glaser: Florian, es hat mir total viel Spaß gemacht, ich habe was mitgenommen, ich hoffe die Zuhörer auch oder bin mir sicher, die Zuhörer auch und freue mich, wenn wir uns das erste Mal sehen. Wir kennen uns nur digital, mein Partner Yannic Tremmel hat dich getroffen. Aber das klappt digital, warum soll das offline nicht auch klappen (lachen beide). #00:50:49-3#

Florian Hofman: (unv.) Schritt zurück. Nein, hat mich sehr gefreut, macht Spaß und bedanke mich für das nette Gespräch. #00:51:02-9#

Norman Glaser: Vielen Dank Florian. Bis bald. #00:51:04-3#

Florian Hofman: Danke. Mach’s gut. #00:51:04-7#

Norman Glaser: Ja. Ciao. #00:51:05-5#

Florian Hofman: Tschüss. #00:51:06-1#