Michael Pieper und Norman Glaser im Gespräch über die Bedeutung der Positionierung der Apotheke.

Apotheken Fachkreis Podcast


Textversion des Interviews

Michael Pieper: Herzlich willkommen zu APOTHEKEN-FACHKREIS.FM. Mein Name ist Michael Pieper und ich sitze hier zusammen mit Norman Glaser. Hallo Norman. #00:00:26-3#

Norman Glaser: Hallo Michael. #00:00:27-4#

Michael Pieper: Ja schön, dass wir beide hier heute wieder in unserer schönen Kreativschmiede zusammengekommen sind. #00:00:33-5#

Norman Glaser: Kleine Talkrunde. #00:00:34-2#

Michael Pieper: Kleine Talkrunde am Morgen. Und unser heutiges Thema ist Spezialisierung, Positionierung der Apotheke und ich bin gespannt, was uns da wieder Sinnreiches heute zu einfällt. Norman, vielleicht starten wir einfach mal mit einem kleinen Warmup und klären ein bisschen die Begriffe. Positionierung, was heißt Positionierung eigentlich? Gerade als Apotheker, ich meine, ich bin doch eigentlich als Apotheker durch den Verkauf von Medikamenten und so weiter bin ich doch eigentlich schon positioniert oder? #00:01:07-9#

Norman Glaser: Ja erstmal finde ich das ein sehr spannendes Thema. Also für jeden Unternehmer hat das Positionierungsthema eine ganz große Relevanz und wie wir ja schon immer wieder auch sagen, ist der Apotheker natürlich für sich gesehen auch ein Unternehmer und auch eine Apotheke sollte sich gerade im Hinblick auf die Zukunft, auch auf die digitale Zukunft Gedanken machen, wie positioniere ich mich in meinem Marktumfeld richtig. Weil die, so wie du eingangs sagtest, die Positionierung als Apotheker, bei mir weiß doch der Kunde, dass er bei mir Medikamente bekommt, ist natürlich kein Differenzierungsmerkmal. #00:01:51-3#

Michael Pieper: Das machen alle? #00:01:53-1#

Norman Glaser: Das machen mal grundsätzlich alle Apotheker. Wir sind bei 20.000 circa. Es schwankt ja immer mal wieder in Deutschland und wir haben natürlich auch die Online Versandhandelsapotheken, die natürlich auch Medikamente anbieten. Also wie kann ich mich differenzieren und das ist im Grunde die, ja schon Teil der Erklärung einer Positionierung. Wie kann ich mich abheben von meinen Mitwettbewerbern, von den Marktteilnehmern mal grundsätzlich. Und das eben nicht nur in meiner Region, sondern, wenn wir über Digitalisierung sprechen, #00:02:23-0#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:02:23-0#

Norman Glaser: Dann reden wir über Grenzen hinaus. Also wir reden auch über das Internet, über Online. Was dann letztendlich natürlich über meine regionale Reichweite hinausgeht. Was für mich unglaubliches Potenzial innehat oder bereithält, um in Zukunft eben mein Kompetenzfeld, meine Expertise auch nach außen darzustellen. Und um auf deine Frage zurückzukommen. Positionierung bedeutet, dass ich ganz genau weiß, wer ist meine Zielgruppe, dass ich ganz genau weiß, was ist meine Kompetenz. Also zum Beispiel in welchem Indikationsgebiet kenne ich mich besonders gut aus, wo sind wirklich meine Stärken, #00:03:07-9#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:03:08-1#

Norman Glaser: Aber vor allem und das finde ich noch viel wichtiger. Positionierung muss einhergehen mit Begeisterung. Also ich muss für eine Indikation zum Beispiel eine gewisse Begeisterung hegen. Das muss ich gerne beraten wollen in meiner Apotheke. Dazu muss ich gerne vielleicht auch mal einen Text schreiben können oder meinetwegen auch einen Podcast entwickeln können. Also das finde ich immer ganz wichtig, weil das spürt man dann eben auch in den Kommunikationsmedien und Kanälen, ob da jemand irgendwas erzählt oder glaubt, dass er hier eine Nische gefunden hat oder ob er das wirklich mit Begeisterung macht. Also das wäre diese Fokussierung auf ein ganz spezielles Thema für eine ganz spezielle Zielgruppe. #00:03:49-1#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). Also auch authentisch dann zu sein und die eigene Begeisterung dann auch nach außen bringen #00:03:54-4#

Norman Glaser: Ja. #00:03:54-4#

Michael Pieper: Ist einfach ganz wichtig. Okay und ist jetzt schon sehr viel, sehr reichhaltig, also Internet kann eine Rolle spielen. Die Überlegung, die ich überhaupt anstellen muss zur Positionierung. Also das heißt ja auch, ich muss mir schon Gedanken machen, ich muss im Grunde ein Konzept entwickeln? Höre ich auch raus. #00:04:15-3#

Norman Glaser: Ja. Also Konzept ist mal die Grundlage, also diese Überlegung anzustellen. Und das ist auch ein Prozess. Also das mache ich jetzt mal nicht über Nacht oder am Wochenende und gehe dann neu positioniert Montag in meine Apotheke, sondern das ist ein Prozess, dem ich schon ein paar Wochen, wenn nicht sogar Monate geben sollte, um einfach die nötige Energie dort reinzupacken, die es dann am Ende auch braucht, um in meiner Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Und was uns natürlich immer wieder begegnet, ist eine große Angst. #00:04:49-2#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:04:49-8#

Norman Glaser: Weil es ja doch immer wieder sehr, zumindest dem Mindset entspricht, zu sagen, ich habe doch einen Bauchladen. Ich habe für jeden, der in meine Apotheke kommt, etwas dabei. Das fühlt sich viel besser an als, wenn ich zum Beispiel sage, ich habe eine Mutter Kind Apotheke. Dann habe ich in meinem Kopf im Grunde die Angst, oh kommt dann jetzt keiner, keine Senioren mehr, die bei mir ein Medikament brauchen oder ein Rezept einlösen wollen, sondern kommen jetzt wirklich nur Mutter Kinde? Ist das nicht ein Umsatzeinbruch? Und das ist ein ganz interessanter Hinweis oder ein ganz interessanter Mehrwert, klarzumachen oder mir klarzumachen, dass, wenn ich mich spezialisiere, wenn ich mich auf eine Zielgruppe einnorde, #00:05:39-1#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:05:39-2#

Norman Glaser: Wenn ich mich hier drauf konzentriere, habe ich langfristig den größeren Erfolg als, wenn ich Bauchladen-Apotheke bin und sage, zu mir kann jeder kommen, der ein Medikament hat. Wenn wir das mit einer Versandhandelsapotheke vergleichen, dann habe ich eine Versandhandelsapotheke, die genau das gleiche sagt. Die können sogar noch am nächsten Tag liefern oder sind immer lieferfähig oder was auch immer. Also die versuchen sich ja auch zu differenzieren, aber die können nicht so sehr gut mit Kompetenzen glänzen. #00:06:06-1#

Michael Pieper: Ah ja. #00:06:06-7#

Norman Glaser: Also sie können diese Positionierung auf ein Fachgebiet nur bedingt oder gar nicht besonders herausstellen und hier sehe ich ganz, ganz groß die Chance für einen Apotheker sich im Markt zu etablieren und sich im Markt zu positionieren, um der Zielgruppe deutschlandweit, hier reden wir nicht über die Region, das dann deutschlandweit zu sagen, hey ich bin der Spezialist für das Thema Mutter Kind und ich habe nicht nur die Produkte, sondern ich habe auch das Wissen, ich bin der Kompetenzträger zu diesem Thema. #00:06:39-5#

Michael Pieper: Und die anderen kommen trotzdem? Also braucht tatsächlich keine Angst zu haben, sondern man schafft eher eine Profilierung #00:06:48-0#

Norman Glaser: Ja. #00:06:47-5#

Michael Pieper: Und man schließt keinen aus. Also diese Ängste sind nicht begründet? #00:06:53-6#

Norman Glaser: Ja. Die Apotheke hat einen Riesenvorteil, weil an der Apotheke steht Apotheke dran und wir haben ja in Deutschland gelernt, dass ich in der Apotheke Medikamente bekomme. Das heißt, wenn sich eine Apotheke Mutter Kind, als Mutter Kind Apotheke positioniert, also wirklich eine ganz spitze Zielgruppe erreicht, #00:07:10-7#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:07:10-9#

Norman Glaser: Und im Grunde diese Spezialisierung auch kommuniziert über Newsletter, über Flyer, über Plakate, Schaufenstergestaltung und so weiter, dann kommen ja auch andere Leute, Senioren zum Beispiel, oder Männer, die ein Medikament brauchen, in die Apotheke, um ihr Rezept einzulösen. Also ich schließe damit ja niemanden aus, weil dieser Begriff Apotheke einfach gelernt ist. Da steht ja nicht mehr dann Mutter Kind Apotheke drüber, sondern steht ja Apotheke drüber. Und das, wenn man das mal mit anderen Unternehmen vergleicht, haben andere Unternehmen nicht diesen Vorteil. #00:07:43-2#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:07:43-7#

Norman Glaser: Das heißt, wenn ich heute ein Unternehmen gründe, dann positioniere ich mein Unternehmen wirklich ganz präzise auf diese Spezialisierung und gehe erst später in die Breite. Und wir nennen das Vertical, also ich schaffe einen vertikalen Markteintritt #00:07:58-2#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:07:58-4#

Norman Glaser: Und gehe nicht in die Breite, in die Horizontale #00:08:00-7#

Michael Pieper: Ich habe von allem so ein bisschen gelernt. #00:08:02-6#

Norman Glaser: Genau. Das wäre fatal. Da werde ich nicht den nachhaltigen langfristigen Erfolg haben. Und bei einer Apotheke ist das Schöne, dass diese Begrifflichkeit existiert, die Assoziation von den Menschen ist da. Aber ich kann ganz speziell mich fokussieren und eine ganz spezielle Zielgruppe anbieten. #00:08:20-2#

Michael Pieper: Und ich habe jetzt auch rausgehört, das wirkt sich vor allem positiv auf alle Marketing, auf Werbemaßnahmen aus. So wie ich auftrete, wie ich nach außen wirke, kann, habe ich dann mein Thema, habe meine Differenzierung und kann dann auch entsprechend alle Maßnahmen und alle Strategien in diese Richtung auch also ausrichten. Kann man das so sagen? #00:08:42-0#

Norman Glaser: Ja. Positionierung, es gibt so eine Trilogie, ich nenne es immer Positionierung, Inszenierung, Profilierung. Also Positionierung ist immer der Step 1, das ist übersetzt das Anderssein. Inszenierung wäre das Spannendsein und Profilierung wäre das Bekanntsein. Das heißt, um bekannt zu werden, muss ich spannend sein. Um spannend zu sein, muss ich anders sein als alle. #00:09:06-9#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:09:07-1#

Norman Glaser: Und das ist im Grunde die Story, die wir jetzt heute hier mit dem Podcast so ein bisschen rüberbringen wollen, dass ich sagen muss, ich muss mir die Mühe machen aus meiner Bauchladenstrategie Apotheke auszubrechen #00:09:17-9#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:09:19-4#

Norman Glaser: Und zu sagen, wie kann ich anders sein, um später, könnten wir ja vielleicht eine weitere Folge machen, eine Inszenierung zu schaffen. Also wie kann ich mit dieser Andersartigkeit spannend sein. #00:09:30-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:09:32-1#

Norman Glaser: Und vielleicht, um vielleicht auch mal so ein bisschen zu erklären wie man da herangehen könnte. Ich kann mir ja anschauen, welche Indikationsthemen werden in meiner Zielgruppe häufig nachgefragt #00:09:44-4#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:09:45-2#

Norman Glaser: Und ergeben sich vielleicht so prozentual ein paar Zahlen. Dass man zum Beispiel sagt, über die Hälfte der Leute, die zu mir kommen, haben mit Herz-Kreislauf Themen zu tun oder sind tatsächlich Mutter Kind Themen, womit die Leute zu mir kommen. Und genau hier würde ich ansetzen. Also ich würde wirklich schauen, wo ist der Fokus meiner Zielgruppe heute, wo ist ein größerer Anteil im Vergleich zu anderen Indikationsthemen vorhanden und dieses Thema würde ich dann abgleichen mit meiner Kompetenz. #00:10:16-0#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:10:16-6#

Norman Glaser: Würde ich sagen, okay, bin ich derjenige, der sich dort spezialisiert und dort würde ich wirklich dann ansetzen. Also wie gesagt, wichtig ist immer die Begeisterung für das Thema zu haben. #00:10:25-1#

Michael Pieper: Das muss zusammenkommen. Also ich muss mir sozusagen den Ist-Zustand analysieren? #00:10:31-4#

Norman Glaser: Ja. #00:10:31-6#

Michael Pieper: Ich kann ja aufgrund meiner Zahlen, ich könnte natürlich auch eine Befragung vielleicht oder, es gäbe verschiedene Möglichkeiten herauszufinden, was ist überhaupt der Hauptbedarf meiner Zielgruppe oder ein spezieller stark nachgefragter Bedarf und klar, muss dann schauen, ist das auch was, was mir liegt? Kann ich das auch gut rüberbringen, gut verkaufen? #00:10:52-5#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:10:52-9#

Michael Pieper: Und dann kann ich schon einen Schritt weitergehen und sagen, okay wie gestalte ich das jetzt, wie setze ich das um? #00:10:59-6#

Norman Glaser: Ja. Genau. Bevor es in das Wie geht, du hast es schon gerade angedeutet, ist es wichtig zu fragen. Also wir entdecken das ja immer wieder mal, dass man selber vielleicht als Apotheker glaubt, zu wissen, was die Bedürfnisse der Zielgruppe sind. #00:11:15-4#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:11:15-7#

Norman Glaser: Und klar, wenn ich den Job schon ein paar Jahre mache, über Generationen vielleicht hinweg, dann habe ich da einen sehr guten Einblick. Das auf jeden Fall. Aber, was ich unbedingt empfehlen würde, ist die Zielgruppe, die Kunden, die Patienten abzuholen und die Fragen zu stellen #00:11:32-7#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:11:33-1#

Norman Glaser: Und zu sagen, hey ich habe hier 3 Themen oder 5 Themen. Welches dieser 3 oder 5 Themen wäre jetzt besonders spannend. Das ist auch, hat auch so ein bisschen mit dieser Wahrnehmung des Kunden zu tun. Also Positionierung ist ja ein Teil eines Strategieprozesses eines Unternehmens, einer Unternehmensstrategie und dort gehört eben auch rein, dass ich meine Kunden frage, was würde meine Kunden besonders interessieren, also welche fachlichen Mehrwerte, welchen Nutzen kann ich tatsächlich anbieten und welchen Nutzen oder was wäre ein Nutzen, der vielleicht so groß ist in meinem Kundenkreis, dass meine Kunden wiederum ihren Familienmitgliedern und Freunden davon erzählen, dass jetzt der Apotheker XY gerade einen Fachbeitrag zum Thema, was weiß ich, Schwangerschaft oder #00:12:25-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:12:25-6#

Norman Glaser: Schwangerschaftsvorbereitung oder solche Sachen, formuliert hat. Das heißt, dieses Wie, um auf deine Frage zu kommen, ist im Grunde, wenn ich das, wenn ich mir klargeworden bin, worauf ich mich positioniere oder wie ich mich positioniere und was meine Spezialisierung ist, dann kann ich natürlich anfangen darüber nachzudenken, möchte ich das zum Beispiel in Form von Fachartikeln, auf meinem #00:12:47-1#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:12:47-4#

Norman Glaser: Blog, auf meiner Website machen, um einen Nutzen anzubieten. Ein Nutzen, den meine Patienten und Kunden gebrauchen können, für den ich aber vielleicht nicht in der Beratung jetzt Zeit habe. #00:13:04-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:13:04-8#

Norman Glaser: Also, wenn ich 150 Kunden oder Patienten in meiner Apotheke habe, dann habe ich vielleicht nicht die Zeit so intensiv zu beraten. Das heißt, ich kann die Verlängerung online nutzen, meine Website nutzen in Form von einem Blog #00:13:16-0#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:13:16-1#

Norman Glaser: Und kann sogar im Beratungsgespräch darauf hinweisen und sagen, hey ich habe letzte Woche einen Fachbeitrag dazu geschrieben. Bitte einfach mal meine Website besuchen oder geben Sie mir Ihre E-Mail Adresse, ich schicke Ihnen einen Link. #00:13:27-2#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:13:27-4#

Norman Glaser: Wollen Sie vielleicht einen Newsletter haben? Also ich kann das auf einmal verknüpfen und kann eine Verlängerung ins Internet herstellen. Was dann passiert ist, dass derjenige, der Kunde, der dann diesen Link bekommt, vielleicht so begeistert ist, dass er das vielleicht mit Gleichgesinnten. Wir wissen das ja, wenn wir schwanger sind, dann haben wir mit 15 anderen Schwangeren zu tun. #00:13:44-2#

Michael Pieper: Natürlich. Ja. (lachen beide). Den Geburtsvorbereitungskurs (unv.) #00:13:47-4#
Norman Glaser: Geburtsvorbereitungskurs (lachen beide). Genau. Der Link verteilt, bringt der Geburtsvorbereitungskurs, da sind 10, 20 Leute drin oder Paare drin und die haben dann alle den Link des Apothekers, der sich darauf spezialisiert. Also daran #00:14:00-2#

Michael Pieper: Klasse. #00:14:00-5#

Norman Glaser: Merkt man schon wie diese Multiplikation stattfindet. Das muss ja noch gar nicht Facebook oder soziale Netzwerke sein, sondern das findet Face to Face in meiner Region statt und kann aber und das ist das Potenzial, weil wir ja auch über Zukunft sprechen #00:14:12-6#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:14:12-7#

Norman Glaser: Und kann natürlich über die regionalen Grenzen hinaus funktionieren, so dass Leute aus anderen Städten, angrenzenden Städten oder deutschlandweit meinen Inhalt lesen und was mache ich dann mit dieser Reichweite, die ich damit schaffe? Jetzt gehen wir schon recht weit weg #00:14:28-6#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:14:28-7#

Norman Glaser: Von der Positionierung. Können wir auch nochmal eine Podcast Folge machen. Diese Reichweite kann ich natürlich irgendwann nutzen, um digitale Produkte anzubieten. Wie das aussieht #00:14:41-7#

Michael Pieper: Ja okay. Ja. #00:14:42-9#

Norman Glaser: Da bauen wir jetzt den Spannungsbogen auf. #00:14:44-5#

Michael Pieper: Super, super. Weil das ist, das hängt alles zusammen auch. Es entstehen dann wieder vielfältige Möglichkeiten. Nicht nur, dass ich dann auch entsprechend wahrgenommen werde, sondern auch, ich habe auch verschiedene direkte Nutzungsmöglichkeiten jetzt wieder durch die neu entstandene Reichweite. #00:15:02-5#

Norman Glaser: Ja. Als Apotheke muss ich einfach auch darüber nachdenken, wie sehen meine Geschäftsmodelle oder mein Geschäftsmodell in Zukunft aus. Wir haben Apotheken kennengelernt, die ein Permanent Tattoo Studio dabeihaben, für Permanent Makeup oder die einen Café aus ihrer Apotheke gemacht. Das sind natürlich alles lokale Maßnahmen. #00:15:22-1#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:15:22-4#

Norman Glaser: Wenn wir über das Zeitalter der Digitalisierung reden, in dem wir leben, muss ich einfach heute schon darüber nachdenken, was kann ich in den nächsten Jahren eigentlich mit einer Reichweite, die ich ja damit schaffen kann, jetzt zum Beispiel unserem Beispiel Blog folgend, Fachartikel zu meiner Kompetenz. Wie kann ich diese Reichweite nutzen? Und das ist natürlich ein enormer Mehrwert, der sich später auszahlt. Das muss man jetzt sehen. Also Reichweite aufbauen heißt, ich muss einen Nutzen kostenlos im Internet anbieten. Also ich kann das nicht sofort monetarisieren. Ich muss das eine Zeit lang betreiben. Ich muss Vertrauen aufbauen im Netz. Kann das aber im und das ist die Verlängerung online, kann meine Positionierung vor Ort dann wirklich ausstrahlen lassen. #00:16:11-7#

Michael Pieper: Und im Grunde ist es das gleiche Prinzip wie jetzt die Beratung, die ich direkt in der Apotheke vornehme. Ich berate meinen Kunden, da habe ich jetzt natürlich in dem Moment auch, der bezahlt mir nicht die Beratungsleistung, aber ich biete ihm dadurch einen kompetenten Service, der einfach damit zusammenhängt, der dazugehört und der Kunde kommt auch gerne wieder, wenn er weiß, dass er bei mir gut beraten ist. #00:16:35-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:16:36-0#

Michael Pieper: Und wenn er die echten, diese Mehrwerte erhält genauso wie die Mehrwerte, die sich dann hinterher im Internet sozusagen auszahlen. #00:16:43-1#

Norman Glaser: Also vielleicht mal, um mal konkrete Beispiel zu bringen, wie so was aussehen kann. Also angenommen ich habe mich spezialisiert auf ein Thema oder ich möchte das fokussieren, weil mich das einfach begeistert und möchte meine Zielgruppe ansprechen nicht nur in meiner Apotheke, sondern auch darüber hinaus. Dann habe ich die Möglichkeit wie wir angesprochen haben entweder über Fachartikel, dass ich sage, ich veröffentliche einmal in der Woche oder einmal alle zwei Wochen #00:17:05-5#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:17:05-6#

Norman Glaser: Einen Fachartikel zum Thema. Verlinke dort zum Beispiel Bücher, Hörbücher. Oder ich kann natürlich auch einen Podcast machen. Hört sich kompliziert an, ist eigentlich auch ein Geheimtipp, weil er in Deutschland einfach noch nicht so bekannt ist. Also man wäre auch eine der ersten Apotheken, die dieses Format wählen. Hat den Riesenvorteil, dass ich kein Display brauche, sondern ich komme direkt auf die Ohren meiner Kundschaft und das Aufnehmen ist total easy. Da können wir vielleicht auch mal eine Podcast Folge machen, #00:17:38-5#

Michael Pieper: Warum nicht? #00:17:38-9#

Norman Glaser: Wie mache ich als Apotheke meinen eigenen Podcast. #00:17:40-3#

Michael Pieper: Genau. #00:17:40-9#

Norman Glaser: Super easy. Also wirklich einfach. Die nächste Möglichkeit wäre ein Video zu machen. Und jetzt muss das nicht in einem professionellen Filmstudio sein, sondern wir können heute mit den Smartphones, da kann ich mich in meine Apotheke stellen, da kann ich ein Stativ verwenden, dann habe ich vielleicht jemanden, der das für mich am Ende schneidet oder vielleicht muss ich es gar nicht schneiden. #00:18:03-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:18:03-6#

Norman Glaser: Umso authentischer wird es aber natürlich auch. #00:18:05-6#

Michael Pieper: Absolut. #00:18:05-6#

Norman Glaser: Und dann nehme ich einfach ein Video auf und suche mir ein Thema zu meinem Indikationsgebiet raus und performe quasi vor der Kamera, ich meine, was Persönlicheres gibt es gar nicht und das Video ist übrigens das Format, was in Zukunft eine enorme Bedeutung haben wird, weil es natürlich noch mehr Emotionalität gibt als jetzt Audio wie jetzt so ein Podcast. Also wir können jetzt hier im Jogginganzug sitzen #00:18:26-9#

Michael Pieper: (lacht). #00:18:30-6#

Norman Glaser: Und mit unserer Stimme überzeugen und aber #00:18:33-8#

Michael Pieper: Es kommt noch eine Dimension dazu quasi. #00:18:37-3#

Norman Glaser: Genau. Ist schon Emotion mehr als in einem Fachartikel, aber in einem Video ist es natürlich noch mal eine ganz andere Geschichte und irgendwann ab einem bestimmten Promistatus eines Apothekers wollen die Leute natürlich auch vor Ort die Autogramme haben #00:18:47-4#

Michael Pieper: (lacht) #00:18:50-5#

Norman Glaser: Von ihrem Filmstar. Aber das wären jetzt mal so 3 Dinge. Vielleicht noch ergänzend ein E-Mail Newsletter. Das kann ich natürlich als Super Service anbieten für meine Kundschaft zu sagen, hey gebt mir eure E-Mail Adresse, ich baue mir eine E-Mail Newsletter Liste auf. Haben wir auch schon Artikel geschrieben #00:19:06-7#

Michael Pieper: Haben wir. #00:19:07-0#

Norman Glaser: Wie wichtig das ist und kann natürlich dort meine Fachartikel unterbringen. Also nicht nur Werbung. Die Leute wollen keinen Spam haben, sie wollen Inhalte, sie wollen einen Nutzen haben. Wenn dann eine Werbung dazwischen ist okay. Aber das wäre auch nochmal ein ganz wichtiger Punkt. #00:19:24-0#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). Ja sind schon eine Menge Tipps zu was ich machen kann. Klar, also was gibt es noch? Was kann ich noch machen? Vielleicht auch ganz einfache Sachen. Ich meine, ich denke gerade drüber nach, alleine wie ich, wenn du sagst, Spezialisierung, wie ich meine Apotheke einrichte, alleine das ist ja schon. Also ich kann die Freiwahl entsprechend dann ausrichten. Das sind so die, vielleicht eher klassischen Sachen. Aber auch da kann ich mir ein bisschen was Kreatives einfallen lassen. Kann vielleicht mal eine neue Ordnung herstellen oder neue Bezüge herstellen und so. Es gibt ganz viele Sachen. #00:20:00-0#

Norman Glaser: Ja. Man darf oder man betrachtet eigentlich immer zwei Dinge. Einmal ist das, was ich als Apotheker in dem Fall machen kann. Also wie kann ich jetzt meinen Laden wie du sagst, meine Apotheke gestalten, Schaufenster und Dekoration und so weiter. Wie kann ich meine Marketingmaßnahmen gestalten? Doch bevor ich in diesen Prozess reingehe, wir nennen das immer, man kreiert einen Avatar. #00:20:24-4#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:20:25-2#

Norman Glaser: Vielleicht kennt man den Film Avatar. Da hat man eigentlich ein schönes Bild dafür, dass man sagt, wie stelle ich mir eigentlich meine Zielgruppe vor? #00:20:33-5#

Michael Pieper: Ah okay. #00:20:34-7#

Norman Glaser: Um immer wieder das, was ich tue daran zu messen oder zu überprüfen, wäre das interessant für meinen Zielgruppen-Avatar. Das, Avatar heißt, wie lebt meine Zielgruppe, wie groß ist die Familie zum Beispiel, wie alt, welche Vorlieben hat die Zielgruppe, welche Hobbies hat die Zielgruppe. Also das, je detaillierter man das weiß und je spitzer man quasi in diese Zielgruppe reingeht, desto erfolgreicher werden am Ende die Kampagnen, wird am Ende die Kommunikation und was sich ja nicht ausschließt, ist, dass ich später, wenn ich sehr spitz in den Markt gehe, eine sehr spitze Zielgruppe erreiche, dass ich dann breiter werden kann. Also, wenn ich mich einmal etabliert habe als Experte, #00:21:20-3#

Michael Pieper: Ja, ja. (unv.) #00:21:22-0#

Norman Glaser: dann kann ich aufmachen und dann kann ich das Expertengebiet erweitern. Aber um die Wahrnehmung zu schaffen, brauche ich erstmal eine Zielgruppe. Und die erreiche ich eben durch Vertikalität, also durch eine sehr spitze Ansprache und durch die konkrete Vorstellung eines Avatars. Also das wäre ein Tipp, sich wirklich mal hinzusetzen, auch mit den Kollegen in der Apotheke ein Brainstorming zu machen, kleinen Workshop zu machen und einfach mal einen halben Tag darüber nachzudenken, jeder beschreibt mal den Zielgruppen-Avatar zu einem bestimmten Thema. #00:21:53-4#

Michael Pieper: Und dann meinst du schon, also Avatar würde in diesem Fall dann bedeuten, wir stellen uns einen konkreten Kunden vor, das ist Herr Müller, Herr Schmidt, wie auch immer, ist vielleicht zwischen so und so viel Jahren und so alt, der sieht so aus, der hat die und die Interessen. Dass man wirklich sich, meinst du es so? Kann man das so sagen? #00:22:16-7#

Norman Glaser: Ja. #00:22:16-9#

Michael Pieper: Okay dann verstehe, ja. #00:22:17-9#

Norman Glaser: Man kann sogar sogenannte Mood-Boards machen, das heißt man googelt einfach so ein paar Begriffe zu seiner Zielgruppe und klebt dann, das finde ich immer ganz hilfreich, einfach so ein paar Bilder an die Wand. #00:22:29-6#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:22:30-4#

Norman Glaser: Also, wenn ich jetzt Mutter Kind nehme, dann gehört natürlich auch irgendwo ein Vater dazu. Dann überlegt man sich, in welchem Alter sind die heute. Früher war das noch ein bisschen anders, wenn man mit 20 Kinder gekriegt hat. Und so konstruiert man sich im Grunde einen Avatar und hat dann eine ganz konkrete Vorstellung, wie muss ich die Texte schreiben, wie muss ich das Podcast-Format wählen, welche Ansprache habe ich in einem Video, um genau diese Zielgruppe zu erreichen. #00:22:56-9#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:22:57-3#

Norman Glaser: Und das kann ich mit einer Beschreibung, aber auch mit einer Visualisierung, also indem ich Bilder zusammensuche meiner Zielgruppe. Wie wollen die, das ist, und da würde ich mich auch von der Region lösen. Also, wenn ich in einer Region meine Apotheke habe, wo viele Mehrfamilienhäuser sind, dann kann ich skalieren und kann ich im Grunde sagen, meine Zielgruppe kann aber auch im Loft leben, die vielleicht ein bisschen mehr Geld haben im Monat und die kann ich auch ansprechen. Die sind im Zweifel in dem selben Alter. Also da kann ich wirklich, da sollte ich mich auch von der Region lösen. Sondern da geht es wirklich nur um die Zielgruppe, die ich mit meiner Kernkompetenz erreichen möchte. #00:23:42-3#

Michael Pieper: Ja. Und dieser Avatar, der dann entwickelt wird, dient auch sozusagen wie du sagst, der Vorstellung, der Ausrichtung. Ist natürlich auch immer wieder ein bisschen anzugleichen und es kann dann natürlich auch sein, dass bestimmte Faktoren dann nicht ganz zutreffen, aber es ist einfach gut diese Ausrichtung zu haben und dann kann ich auch immer wieder modifizieren, angleichen und weitergehen, als wenn ich ins Blaue hinein einfach meine Marketingmaßnahmen ausrichte. #00:24:08-3#

Norman Glaser: Ja es hilft mir vor allem auch meine Marketingmaßnahmen auszurichten, das heißt, wenn ich eine Zielgruppe, die sage ich mal, so um die 30 ist, dann ist diese Zielgruppe bei Facebook unterwegs. #00:24:18-9#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). #00:24:19-5#

Norman Glaser: Oder dann machen die viel mit ihrem Smartphone. #00:24:22-3#

Michael Pieper: Das ist entscheidend. #00:24:23-6#

Norman Glaser: Oder die spreche ich ganz anders an wie jetzt eine ältere 60+ Zielgruppe, die vielleicht noch Print braucht oder also das ist ganz entscheidend. Der Avatar hilft mir im Grunde zu hinterfragen, ist die Kommunikationsmaßnahme, die ich im Kopf habe, adäquat? Kommunizieren die wirklich so? Und habe ich im Grunde so eine Qualitätssicherung für meine Vermarktung. #00:24:48-1#

Michael Pieper: Ja. Mhm (bejahend). Klasse. Ja super Hinweis. #00:24:51-8#

Norman Glaser: Vielleicht noch eine Buchempfehlung von Peter Sawtschenko, kann ich wirklich empfehlen zum Thema Positionierung, das Buch heißt „Positionierung – das erfolgreichste Marketing auf unserem Planeten“. Gibt es glaube ich sogar als Hörbuch. Können wir in den Shownotes mit verlinken. #00:25:09-3#

Michael Pieper: Natürlich. #00:25:10-0#

Norman Glaser: Und ist aus meiner Sicht ein ganz, also, wenn ich jetzt nicht alle Marketingbücher lesen möchte, ein ganz wertvolles Buch, um zu verstehen, warum es so wichtig ist und da schließe ich ganz bewusst die Apotheken mit ein, so wichtig ist mich zu positionieren mit Hilfe meiner Kernkompetenz und einer ausgewählten Zielgruppe. #00:25:30-5#

Michael Pieper: Prima. Klasse. Norman, also ich. #00:25:35-6#

Norman Glaser: Hast keine Fragen mehr? #00:25:36-6#

Michael Pieper: Ich habe keine Fragen mehr. #00:25:37-9#

Norman Glaser: (lacht) #00:25:38-5#

Michael Pieper: Ich besorge mir jetzt das Buch. #00:25:41-0#

Norman Glaser: Habe es da, ich kann es dir geben (lachen beide). #00:25:43-1#

Michael Pieper: Super. Nein, also ich fand es wirklich wieder sehr aufschlussreich und ich denke, wir haben da jetzt einen ganz guten Bogen gespannt und ich weiß nicht, hast du noch, gibt es noch ein? #00:25:53-8#

Norman Glaser: Ich mache den obligatorischen Aufruf am Ende des Podcasts, sehr schön. #00:25:57-1#
Michael Pieper: (lacht) #00:25:58-1#

Norman Glaser: Weil wir sind ja in einer Mach-Mit-Community. #00:26:01-8#

Michael Pieper: Unbedingt. #00:26:02-7#

Norman Glaser: Also, wenn wir da draußen Apotheken haben, die sich für ein Thema ganz speziell interessieren oder die vielleicht noch Rückfragen haben oder wir haben ja ein paar Sache angedeutet, die wir vielleicht in der ein oder anderen Podcast Folge demnächst noch zum Thema machen. Wenn irgendetwas dabei ist. Wir sind natürlich angewiesen immer wieder auf Feedback, E-Mail schreiben, Kommentare auf dem Blog oder eine 5-Sterne Bewertung bei iTunes würde uns natürlich riesig freuen. Das ist so ein bisschen unser Applaus für den Podcast.  #00:26:32-4#

Darauf sind wir auch angewiesen. #00:26:33-9#

Norman Glaser: (lacht) Genau. Und ich meine, das darf man nicht vergessen, eine Bewertung bei iTunes bedeutet mehr Reichweite, mehr Reichweite heißt, viele Leute profitieren davon, viele Leute stellen Fragen. Wir kriegen viel mehr Feedbacks, wir können viel besser an dem Podcast arbeiten und ihn besser machen. Und gerne auch konstruktive Kritik üben, wenn irgendwas #00:26:54-0#

Norman Glaser: Absolut. #00:26:54-2#

Norman Glaser: nicht gefällt. #00:26:54-4#

Michael Pieper: Absolut. Ja natürlich. Das ist auch hilfreich. #00:26:56-1#

Norman Glaser: Ja dann, das hilft auch, na klar. #00:26:58-3#

Michael Pieper: Mhm (bejahend). Okay also Leute, ihr habt es gehört, kommentiert, postet, meldet euch, wir frohen uns auf jeden Hinweis und ja Norman ich bedanke mich wieder mal für dieses aufschlussreiche Gespräch. #00:27:11-6#

Norman Glaser: Ich danke dir. #00:27:12-2#

Michael Pieper: Und ja ich verabschiede mich und sage tschüss bis bald. #00:27:16-4#

Norman Glaser: Ciao. #00:27:17-5#