Neben den Online-Apotheken hat nun auch der Internetriese Amazon ein Auge auf den Markt für rezeptfreie Medikamente und Gesundheitsprodukte geworfen. Die Akzeptanz der Verbraucher ist auf jeden Fall vorhanden. So hat laut einer Umfrage des Marktforschung- und Beratungsunternehmen YouGov, jeder Siebte schon einmal Medikamente bei Amazon gekauft. Bei fast der Hälfte (47%) aller Befragten kommt Amazon als mögliche Einkaufsstätte von OTC-Produkten zumindest infrage. Für die Befragung im Januar 2016 wurden 2.052 Internetnutzer ab 18 Jahren repräsentativ befragt.

 

Apothekenpflichtige Produkte gibt es zwar nur über Partner, aber auch hier findet der Einkauf über Amazon statt. Denn vielen Versandapotheken dient Amazon als Kanal und Vertriebsplattform. Gegen Anteile am Umsatz können die Versender einen Shop auf der Amazon-Plattform einrichten und auf diese Weise von den Diensten sowie einer gewaltigen Marktmacht profitieren. Bei Produkten, die nicht apothekenpflichtig sind, verwaltet Amazon auch die Kontingente und übernimmt die gesamte Abwicklung, was die Umsatzbeteiligung an den Partnerprodukten natürlich entsprechend vergrößert.

 

Als Vorteile für den Versand von Medikamenten werden in der YouGov-Befragung neben der höheren Diskretion und den günstigeren Preisen die schnellen Bezugsmöglichkeiten genannt. Hier punktet Amazon gegenüber anderen Versandapotheken durch die besonders schnelle „Same Day Delivery“. Die Möglichkeit noch am selben Tag der Bestellung über die Präparate verfügen zu können, ist für den Online-Medikamentenhandel ein starkes Argument, wenn man an Indikationen wie Schmerzen, Durchfall oder Erkältung denkt. Hinzu kommt, dass man jederzeit von jedem Ort bestellen kann, was besonders für Berufstätige und weniger mobile Menschen ein entscheidender Faktor ist.

 

Die Vor-Ort Apotheken bekommen zukünftig also nicht nur Konkurrenz durch die Online-Apotheken, sondern auch durch den Versand-Giganten Amazon. Auch wenn das Vertrauen in die Kompetenz und Expertise in die Apotheken immer noch sehr hoch ist, werden die Apotheken also etwas tun müssen, um langfristig marktfähig zu bleiben. Hierzu ist es sinnvoll die Stammkompetenzen der Vor-Ort Apotheke mit der Idee einer digitalen und interaktiven Kundenansprache zu einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie zu vereinen. Dieser Herausforderung widmet sich der APOTHEKEN FACHKREIS. Als starke Gemeinschaft der Vor-Ort Apotheken, entwickelt er innovative Lösungen, um die Apotheke optimal im Bereich Service und Beratung zu positionieren und dadurch die Kundenbeziehung zwischen Apotheke und Patient zu stärken. Damit die Vor-Ort Apotheken auch in Zukunft unentbehrlich bleiben.