Innenarchitektin Dipl.-Ing. Renate Hawig aus Dorsten spricht über eine anspruchsvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

 

Frau Hawig, wie lange beschäftigen Sie sich schon mit Planung, Umbau und Einrichtung von Apotheken?
Seit 1998 bin ich als Innenarchitektin im Apothekenmarkt aktiv. In den Jahren konnte ich viele Entwicklungen begleiten, sei es die Automatisierung, die Beratungsbereiche, die Diskretion in der Offizin, energetische Sanierung, barrierefreie Lösungen und vieles mehr. Die Qualität der Standorte hat sich gewandelt – was früher eine gutgehende Landapotheke war ist heute durch die Verlegung der Arztpraxen in die Ärztehäuser eine stark RX-abhängige Einrichtung. Die Innenstadtlagen sind überbewertet, weil sich durch hohe Mieten und hohe Mitbewerberzahl mit Preisdumping ein ungesundes Geschäftsklima entwickelt.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?
Der Kontakt zu Apothekerinnen und Apothekern findet auf Augenhöhe statt. Ich respektiere die pharmazeutische Leistung, die in den Apotheken täglich erbracht wird. Im Gegenzug werden meine individuellen und bezahlbaren Lösungen sehr geschätzt. Nicht selten begleite ich in vielen Fragen zum Konzept die Apotheken über mehrere Generationen. Am liebsten habe ich es natürlich wenn ich in gestalterischer und technischer Freiheit schwelgen darf.

 

Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit den Apotheken vor und während der Aus- und Umbauphase wichtig?
Eine klare Kommunikation ist wichtig. Die Apothekerin oder der Apotheker werden über alle Planungsdetails und Termine zu dem Procedere des Umbaus einbezogen. Auf diese Weise kommen alle Ideen und Änderungswünsche auch zur Ausführung. Das Ergebnis sind zufriedene Apotheker, begeisterte Mitarbeiterinnen und wirtschaftlicher Erfolg für die Apotheke.

 

Was war ihre angenehmste und überraschendste Erfahrung in der Zusammenarbeit?
Angenehm ist es immer, wenn genügend Zeit bleibt für Ideen. Das sind im Schnitt sechs Monate zwischen Entwurf und Ausführung. Spannend wird es, wenn es bauliche Herausforderung gibt, z.B. die Hanglage des Ärztehauses, der dreieckige Baukörper, die Geothermie oder die Beteiligung von Fachleuten aus der Wellness-Branche. Daraus sind auch schon schöne Konzepte entstanden als zweites Standbein der Apotheke. Eine überraschende Erfahrung war zuletzt auf der Baustelle, als die Frau des Apothekers sehr begeistert den Umbau begleitete, weil sie selbst sehr erfahren mit Handwerkern ist. Das war toll.

 

Welche Bedeutung haben in Zukunft digitale Medien für die Innengestaltung von Apotheken?
Digitale Medien sind jetzt schon aus dem Ladenbau nicht mehr wegzudenken. In Apotheken setze ich die virtuellen Systeme ein, wenn z.B. das junge Publikum als Zielgruppe dort fehlt oder wenn es sich um eine Hochfrequenzlage handelt. Für Smartsurfer gibt es schöne Apps oder Gesundheitsterminals, die Älteren freuen sich über grosse Displays am POS, um Informationen zur Indikation einzusehen.

 

Warum öffnen Sie sich zunehmend diesen technischen Lösungen?
Als Innenarchitektin habe ich es ohnehin mit Gebäudetechnik und digitalen Lösungen zu tun, z.B. Einbruchmeldeanlagen, Steuerungssysteme für Licht, EDV, Klima usw. Die Technik ist eine sinnvolle Bereicherung für die vernetzte Welt.

 

 

Renate Hawig
Dipl.Ing. Innenarchitektin
Südgraben 4b
46282 Dorsten

www.renatehawig.de